Mittwoch, 25. Juni 2008

Willkommen

In diesem Tagebuch wurden Notizen unterschiedlicher Ereignisse aus Vergangenheit und Gegenwart der Region Mansfeld-Südharz veröffentlicht.Das Tagebuch wurde im Juni 2008 eröffnet und die Besucherstatistik wird seit dem 3.August 2013 geführt.Die Karte über den Landkreis Mansfeld-Südharz sehen Sie hier.
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Quelle der Kalendernotizen ist u.a die Mitteldeutsche Zeitung
"http://de.wikipedia.org/wiki/Mitteldeutsche_Zeitung
und Mitteilungen aus dem heute nicht mehr existierenden "Helbraer Anzeiger".

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Impressionen aus dem Südharz
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MZ -Bürgerreporter berichten aus ihrer Region - Hier mehr erfahren
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Die Muttersprache der Mansfelder - hier erfährt man mehr darüber und hier auch


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Eisleben 1986 - 1987


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Tausend Jahre Eisleben 960 - 1960 Mehr erfahren
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1. Februar 2016:
Wie Eisleben Lutherstadt geworden ist Entscheidung dazu vor 70 Jahren in Halle
VON ERNST-PETER SCHELM
EISLEBEN/MZ - Offiziell darf Eisleben die Bezeichnung „Lutherstadt" erst seit dem Jahr 1946 führen. Die entsprechende Urkunde der Landesregierung wurde seinerzeit am 18. Februar bei einem Festakt zum 400. Todestag des Reformators im Filmtheater „Capitol" übergeben,das bis vor wenigen Jahren in der Sangerhäuser Straße am Fuße der Stadtterrassen stand. Nach seinen Erinnerungen (in: „Lutherstadt Eisleben", Band III) hatte Kurt Lindner in jener Zeit als Amtsleiter und späterer Oberbürgermeister auch „die Verantwortung für die Pflege des Luther-Gedächtnisses." Damals fand man die Formulierung, dass „die lutherische Reformation einer der ersten Schritte zur frühbürgerlichen Revolution" gewesen wäre und dass Martin Luther trotz seiner negativen Haltung zu den Aufständischen im Bauernkrieg „eine positive Rolle in unserer geschichtlichen Entwicklung" gespielt hätte.Zur entsprechenden Absegnung durch die KPD-Bezirksleitung fuhr Lindner zu deren Vorsitzenden Bernard Koenen nach Halle.Später schrieb er in seinen Erinnerungen: „Genosse Koenen war ganz unserer Meinung, den Todestag Luthers, wie von uns gedacht,zu begehen.Bei diesem Gespräch tauchte auch der Gedanke auf, gleich wie bisher die Stadt Wittenberg die Bezeichnung Lutherstadt trug, dies auch für die Geburts- und Sterbe- stadt Luthers bei der Provinzialverwaltung zu beantragen."Dies geschah und zudem wurde 1945 im Eisleber Bürgerausschuss beschlossen, „den 400. Todestag Martin Luthers in würdiger Form zu begehen und einen Ausschuß zur Vorbereitung einer Luther-Gedächtnis-Woche im Jahr 1946 zu berufen."
Gedenkstunde im „Capitol"
1946 heißt es dann: „Die Feier des 18. Februar bleibt den örtlichen Kirchengemeinden vorbehalten. Am Abend des Tages wird die Stadt eine Gedenkstunde im „Capitol“ abhalten, bei der der Bezirkspräsident Dr. Berger anwesend sein und der Stadt Eisleben eine Auszeichnung überbringen wird."Über das Geschehen dieses Tages erfahren wir aus der „Halleschen Volkszeitung" vom 19. Februar 1946: „Am Nachmittag wurden im Sitzungssaal des Rathauses der Oberbürgermeister Lindner und der Bürgermeister Dr. Barwinski in einer festlichen Sitzung . . .durch Herrn Bezirkspräsidenten Dr. Berger in ihre Ämter eingeführt und verpflichtet.Am Abend fand dann im „Capitol“ eine Feierstunde statt, in deren Mittelpunkt die Rede Dr. Bergers, eines der besten Lutherkenner ,stand... Unter großem Beifall des Publikums über - reichte Dr. Berger dem Oberbürgermeister die Urkunde, mit der die Provinzialverwaltung der Stadt gesetzmäßig die Bezeichnung „Lutherstadt -Eisleben“ verlieh." Der Beschluss selbst wurde bereits am 7. Februar 1946 gefasst.
Name schon früher verwendet
Allerdings hat sich Eisleben schon viel früher mit dem Titel „Lutherstadt“ geschmückt und dies auch insbesondere mittels Ansichtskarten weit verbreitet. So finden wir auf einer Karte von 1896 den „Gruß aus der Lutherstadt" und eine andere entbietet zwei Jahre später ebenfalls einen „Gruß aus der Lutherstadt Eisleben".Insbesondere nach 1930 wurde die Bezeichnung „Eisleben - Lutherstadt" oft verwendet. Und dass für mich (Jahrgang 1941) in meinen Personaldokumenten als Geburtsort schon „Lutherstadt Eisleben" festgehalten ist, freut mich natürlich besonders.
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Der Mansfelder Kupferschieferbergbau in der geschichtlichen Entwicklung von den Anfängen bis 1990

Die Entwicklung des Bergbaus lässt sich in 4 Betriebsperioden untergliedern.
1. Betriebsperiode: 1199 bis 1648
2. Betriebsperiode: 1671 bis 1852
3. Betriebsperiode: 1852 bis 1945
4. Betriebsperiode: 1945 bis 1990
Diese Untergliederung charakterisiert die Entwicklung in den Jahrhunderten der Geschichte.Günter Jankowski untergliedert die Entwicklung in diese Perioden und verdeutlicht so die Höhen und Tiefen des Kupferschieferbergbaus im Mansfelder Land.
„Das Mansfelder Land ist ein Gebiet im südöstlichen Harzvorland, das im wesentlichen das Territorium der ehemaligen Grafschaft Mansfeld umfasst..." (1)
„Mit dem Namen Mansfeld verbindet sich eine mehr als tausendjährige Bergmannstradition.(1)Eine wechselvolle Geschichte erlebte unser Bergbau von den Anfängen bis zur Einstellung am 30. September 1990. Das Interesse der Bergherren der gesamten geschichtlichen Entwicklung des Kupferschieferbergbaus galt einem Bergbau, der seit seiner Erhebung unzähligen Familien Nahrung und Wohlstand brachte, der Europa im Mittelalter mit Kupfer versorgte und die Staaten Preußen und Sachsen von Importen nahezu unabhängig machte.

Durch den Bergbau war ein reiches Material in berg-,hütten-und maschinentechnischer,in rechtlicher und geschichtlicher, in politischer, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht entstanden und war Anschub für die allgemeine Entwicklung. „Der ehemalige Mansfelder Kupferschieferbergbau zählte zu den ältesten und bedeutendsten Montanindustrien der Welt." (1) Die Mächtigkeit der polymetallisch vererzten Kupferschieferschicht betrug etwa 30 cm.

Die Gewinnung des Erzes erfolgte über einen langen Zeitraum mit Keilhaue, Fäustel und Eisen. Diese Arbeitsgeräte findet man u.a. auch im Benndorfer Wappen wieder.

Die Strebhöhe als Arbeitshöhe war so hoch wie die Schulterbreite eines Mannes, ca. 60 cm.„Der Mansfelder Hauer, „der Krummhals", lag auf der Seite, arbeitete, durch Achsel- und Beinbrett geschützt,nahezu 8 Stunden in dieser Zwangs -haltung. Dazu kam noch die Beeinflussung durch das kalte Grubenwasser, durch den Qualm des Ölgeleuchts und den Rauch vom Feuersetzen." (1) Skelettschäden und rheumatische Erkrankungen waren die Folge der gekrümmten Nackenhaltung.
Bei Tageslicht wurde das Erz nach Kläubung (aussortieren des tauben Gesteins) mit Höhlwagen zur Hütte gefahren. Die erste Betriebsperiode umfasst die Entwicklung von den Anfängen bis zum totalen Stillstand des Bergbaus im Dreißig- jährigen Krieg.

Der Chronist Spangenberg nannte die beiden Berghäuer Nappian und Neucke, die 1199 am Kupferberg bei Hettstedt begonnen haben sollen, den grün und blau gefärbten Schiefer zu gewinnen.
Bereits im 13. und 14. Jh. gewann der Kupferbergbau an Bedeutung, weil Kupfer in jener Zeit zu einem begehrten Metall wurde. Hierfür gab es folgende Hauptgründe:
- der wirtschaftliche Aufschwung der Kupfer- und Messingverarbeitung der süddeutschen Meister,
- Ausdehnung des territorialen Handels mit Kupfer,
- steigende Verwendung von Kupfer im Bauwesen und Schiffsbau, besonders im Kirchenbau (Kupferdächer),
- Verwendung von Kupfer als Münzmetall und
- Verwendung von Kupfer als Bronze bei der Ausrüstung der Söldnerheere.
Sicherlich hat auch diese Tatsache den Aufstieg der Grafen von Mansfeld begünstigt. Sie besaßen nach mehrmaligen Beleihungen (ab 1364)innerhalb der kaiserlichen Berggrenze das Regalrecht. Als Bergbesitzer setzten sich die Grafen für eine Beschleunigung der Quelle des Reichtums ein, zumal es 1450 gelang, Kupfer und Silber voneinander zu trennen. Die Kurfürsten von Sachsen behielten die Oberlehnshoheit über den Mansfelder Bergbau. Noch reichte aber der Einfluss der Grafen bei Hofe aus.
„Erst durch die Sequestration der vorderortischen Besitzungen 1570 und der Permutation 1573 und 1579 sowie den Unter- gang des Mittel- und Hinterorts infolge mangelnder Erbfolge (Primogenitur) und der Teilungen übernahmen 1576 Kursachsen und Magdeburg die Landesregierung. Mindestens 6 Jahrhunderte Bergbesitz der Grafen waren zu Ende." (1) Oberverwalter übernahmen von nun an die Verwaltung des Bergbaus. Bis zur Mitte des 15. Jh. wurden die bergmännischen Arbeiten bis zu einer Tiefe von ca. 20 m ausgeführt. Nach 1450 musste man den Abbau nach der Tiefe orientieren. Die Bergleute waren zu dieser Zeit Eigenlehner (Pächter),wobei jeder jede Tätigkeit ausführen musste.Die Orientierung nach der Tiefe verlangte die verstärkte Wasserhebung.Hierfür waren Leistungen notwendig, die ein Eigenlehner nicht erbringen konnte. Stollen und Wasserhebemaschinen wurden notwendig.Aus dem Eigenlehner wurde der Berghäuer.Der Hüttenmeister als Unternehmer erlangte eine höhere Bedeutung.Mit der Anlage des Faulenseer Stollen 1536 und des Rißdorfer Stollen 1546 wurde Eisleben nun auch direkt Bergstadt. Durch die technischen Lösungen des Berggelehrten Georg Agricola wurden zur Entwässerung der Schächte Heintzenkünste in Benndorf und Hergisdorf eingesetzt. Hierdurch gelang es, Tiefen zu erschließen, die dem Niveau des späteren Froschnnühlenstollen entsprachen. Einige Eigenlehner entwickelten sich zu Hüttenmeistern, die meisten, nicht privilegierten, blieben Bergknechte.

Das verschwenderische Leben der Grafen von Mansfeld ließ das Grafenhaus immer mehr verschulden und damit verloren sie an Macht. Am 11. Februar 1536 trat eine neue Feuerteilung in der Grafschaft Mansfeld in Kraft.Sie war am 21. Januar beschlossen worden und sollte den verschuldeten Grafen von Mansfeld helfen, sich des Reichtums und der Einnahmequellen der Hüttenmeister zu bemächtigen.So wurden die Hüttenmeister enteignet und das bisher einheitlich geleitete Bergunter- nehmen unter die fünf gräflichen Linien aufgeteilt.Hiervon waren auch der Bruder und die Schwäger Martin Luthers betroffen. Er intervenierte gegen diese Maßnahmen, jedoch ohne Erfolg.Dieser Geldsegen war bei den Grafen nur von kurzer Dauer. Der wirtschaftliche Niedergang ging weiter, der schließlich 1570 zur Zwangsverwaltung der Grafschaft führte. Trotzdem reichte der Reichtum der Grafen und der Bürger aus, um repräsentative Bauten in der Stadt Eisleben entstehen zu lassen. Baumaterial waren Kalksteine des Zechsteins und Sandsteine. Als Bindemittel wurden Gips des Zechstein und Sand verwendet.
Der verstärkte Abbau des Kupferschiefers schaffte Arbeitsplätze und viele Menschen aus den verschiedensten Gebieten Deutschlands kamen. So kam auch die Familie Luther. Mit dem Zug der Bergknappen kamen auch bergfremde Personen und die Handwerkskunst in das Mansfelder Gebiet. Steinmetze, Maurer, Zimmerleute fanden bei den Bauarbeiten ihre Beschäftigung. Holzköhler brachten Kohle aus dem Harz und nahmen auf dem Rückweg Steinsalz mit. So gab es bald die „Kohlenstraße". Seiler, Gerber, Bergschmiede, Fuhrunternehmen, Hufschmiede und andere bergbautypische Berufe folgten. Im Bergbau setzte eine Differenzierung der Arbeit ein. Es entstanden neue Berufsgruppen: Dinghauer (Steiger), Häuer (Knechte), Sinker (Schachtabteufer), Treckejungen, Haspler.
Die Beherrschung des Wassers im Schacht nahm einen breiten Raum ein. Der gesamte Bergbezirk des Kupferschiefers war in einen Mansfelder und einen Eisleber Berg geteilt. In der Mitte des 16. Jh. bekamen die Bergreviere feste Umrisse und Namen.Es gab auch kurzlebige Schächte, die ohne Bezeichnung blieben.Die erste Erwähnung des Bergbaus in der Benndorfer Flur ist das Jahr 1508.
Aus der 2. Hälfte des 16. Jh, liegen konkrete Angaben zum Bergbau vor.Um 1531/32 gehörte Benndorf zum Bergrevier des Eislebener Berges. Der Eisleber Berg erstreckte sich von Neckendorf bis Helbra und Mansfelder Berg etwa von Benndorf bis Großörner. Die Kupferproduktion lag zu dieser Zeit zwischen 800 und 1000 t pro Jahr.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Bergbau auch in Benndorf verwüstet. Im Jahr 1633 gab es keinen Schacht mehr.Bis zum Dreißigjährigen Krieg wurden 2 bedeutende Schächte in der Benndorfer Flur erwähnt. Das LL 79 und das LL 78,1 LL 79 im Rasenweg und LL 78 als Heintzenschacht zwischen Ernststraße und Thomas-Müntzer-Straße. (LL= Lichtloch)

Infolge der Unterbezahlung der Bergarbeiter kam es bereits in der 1. Betriebsperiode häufig zu Streiks und Tumulten. Hier sind die wichtigsten genannt:
1507 Zimmermann-Streik
1525 Bergleute beteiligen sich am Bauernkrieg
1564 Großer Streik der Bergleute
1622 Bewaffneter Aufstand der Bergleute gegen das Kipper¬ und Wippermünzunwesen.

Als technisch-geschichtliche Leistungen zu dieser Zeit sind zu erwähnen:
1536 Beginn des Faulenseer Stollen
1546 Beginn des Rißdorfer Stollen
1571 Mellinger gestaltet erste Karte vom Bergbau
1575 Heintzenkunst bei Hergisdorf
1584 Kokseinsatz auf der Mittelhütte
1595 Heintzenkunst bei Benndorf

Die zweite Betriebsperiode umfasst den Zeitraum zwischen der Freierklärung 1671 und dem Zusammenschluss zur „Mansfeldischen Kupferschieferbauenden Gewerkschaft" 1852.Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 wurde mühselig durch Haldenkläubungen und der Gewinnung von Notbergen mit dem Bergbau begonnen.Dieser Interimsbergbau brachte dem Kurfürsten von Sachsen nicht die erwarteten Erlöse. So wurde 1671 der Bergbau als frei erklärt. Nach einer Verfügung von 1671 und einer anschließenden Bergordnung von 1674 bildeten sich einige nach Hütten benannte Gewerkschaften (Kapitalgesellschaften),die dort mit dem Bergbau begannen, wo die Alten hatten Reste stehen gelassen.Versuche,die alten Stollen wieder nutzbar zu machen,scheiterten.Mit dem Froschmühlenstollen bei Unterrißdorf wurde 1698 ein neues Stollen- zeitalter eingeläutet. Diese Entwicklung schloss der Schlüsselstollen 1879 ab.
Im 18. Jh. gab es zwei Abbauformen des Bergbaus:
-den stollenabhängigen Bergbau - und den stollenunabhängigen oder schlottenabhängigen Bergbau.

Durch den Stollenbetrieb war aber vorerst auch kein höherer Kupferabbau möglich. Erst als die Stollenquerschläge durch das Deckgebirge den Kupferschiefer erreichten, wurden die Stollen zu Sohlen und ermöglichten den Vortrieb der Gewinnung des Kupferschiefer. Durch die so genannten Tiefbaue unter dem Froschmühlenstollen konnte eine erhöhte Kupfergewinnung erreicht werden.Bei den stollenunabhängigen oder Schlottenbau ließ man das Wasser in die unterirdischen Hohlräume ablaufen. Die Förderschächte waren z. T. Lichtlöcher der Stollen. Am Ende des 18. Jh. wurden die Lichtlöcher dreitürmig mit Einteilung in 2 Förder- und 1 Fahrschacht in der Mitte mit Haspelförderung betrieben.
Ab 1750 erhielten die Schächte beständige Namen. In der Zeit von 1800 -1850 kamen Wasserschwerkraftförderung und Pferdegöpel hinzu. Die sächsischen Gewerkschaften und der preußische Staat Friedrichs II. setzten alle Kräfte ein, um die Bergbauproduktion zu steigern.
Ab 1785 revolutionierte die erste deutsche Dampfmaschine Watt'scher Bauart die Wasserhebung. 1832 folgte die erste Förderdampfmaschine auf dem Bücklingsschacht bei Helbra. 1864 begann die Tiefbauperiode mit der Erprobung der ersten eisernen Seilen auf dem Wassermann-Schacht.

Die folgende Darstellung der technischen Entwicklung zeigt, wie die technischen Voraussetzungen für den Aufschwung im Bergbau geschaffen wurden.
1785 Beginn der Dampfkraftnutzung
1832 Erste Förderdampfmaschine auf dem Bückling-Schacht (LL 74 F)
1837 Eiserne Seile auf dem Wassermann-Schacht
1830 Einbau einer wasserdichten sog. Picotage-Zimmerung auf dem Erdmann-/ Wassermannschacht mit Ton der Eisleber Braunkohlengrube „Schwarze Minna"
1850 Erste Fahrkunst auf dem Schmid-Schacht
1860 Gestellförderung auf dem Zimmermann-Schacht
1864 Ernst-Schacht bei Helbra wurde erster Tiefbauschacht
1866 Auf allen Betrieben wurde die Dampfkraft genutzt.Die Vereinigung der einzelnen Gewerkschaften war längst überfällig geworden.
Am 11. März 1851 beschlossen die fünf Mansfelder Gewerkschaften ihre Vereinigung. Sie erklärten sich mit der vollständigen Zusammenlegung ihrer Gruben, Hütten, Stollen und aller übrigen Besitzungen einverstanden. Damit wurde die Gründung der Mansfeldschen Kupferschieferbauenden Gewerkschaften in die Wege geleitet. Es sollte das erste industrielle Großunternehmen im mitteldeutschen Raum entstehen. Es dauerte allerdings fast noch ein Jahr, bevor die königlich-preußische Regierung diesem Vorhaben zustimmte. Nach den Befreiungskriegen 1813/15 wurde es auf allen Ebenen deutlich.

Der Bergbau orientierte sich auf den echten Tiefbau unterhalb des Wasserspiegels. Durch die gemeinsame Nutzung der Wasserstollen kamen sich auch die Gewerkschaften immer näher. Mit dem Stollenverein war 1822 der erste Schritt zur Vereinigung getan. Die Entwässerung der Stollen besorgte der Froschmühlenstollen, der bis 1879, dem Ende der Auffahrung des Schlüsselstollens, das zum Teil salzige Wasser in den Süßen See abführte.1817 waren ca. 1200 Mann beschäftigt. Sie erzeugten eine bescheidene Produktion von ca. 350 t Kupfer.Die Tiefe des Mansfelder Schlüsselstollen lag zu dieser Zeit bei + 75mNN.
Die Spezialisierung im Bergbau schritt nun weiter voran. Unter den Bergleuten gab es jetzt:Fahrsteiger, Untersteiger, Kläubesteiger, Kläuber, Häuer,Lehrhäuer, Maurer, Kunstwärter, Schmiede, Ausstürzer, Haspler, Pumper, Göpelknechte, Anschläger, Jungen. Mit dem Zusammenschluss der fünf Gewerkschaften zur „Mansfeld'schen Kupferschieferbauenden Gewerkschaft" gab es den 1. Oberberg- und Hüttendirektor. Bis 1920 waren Oberberg- und Hüttendirektor:
1. Ludwig Eckardt,
2. Ernst Leuschner,
3. Paul Fuhrmann,
4. Hermann Schrader und
5. Karl Vogelsang
Die Kupferproduktion erreichte über 20.000 t/Jahr. „Ruhig" waren die Jahrzehnte der 2. Betriebsperiode nicht.
Die zunehmende Ausbeutung der Berg- und Hüttenarbeiter führte zu Streiks und Unruhen.So u. a. 1753 Tumult in Kloster- mansfeld,1800 Großer Streik,1830 Streik,1847 „Kartoffelkrieg" in Eisleben.

Bereits seit Mitte des 19. Jh. war der Begriff „Mansfelder Land" gebräuchlich und stand für das Gebiet, das von 1815 - 1950 in den Mansfelder Gebirgskreis (Hettstedt, Mansfeld Wippra)und in den Mansfelder Seekreis (Eisleben,Röblingen am See) geteilt war. Diese beiden Kreise bildeten auch das Kernland der Grafschaft Mansfeld.

Die 3. Betriebsperiode umfasst die Entwicklung von der Mansfelder Gewerkschaft zum Mansfeld - Konzern von 1852 - 1945. Ab 1866 begann die Ausrüstung der Mansfeld-Betriebe mit Dampfmaschinen. Darauf ist die explosionsartige Entwicklung des Berg- und Hüttenwesens zurückzuführen. Auch die Nutzung der Elektroenergie ab 1905 und der erhöhte Metallbedarf in den preußisch-deutschen Kriegen beschleunigte die Entwicklung des Bergbaus und Hüttenwesens. Im Jahr 1888 waren im Bergbau 13.960 Mann beschäftigt. Davon waren 40 % Schieferhäuer.Das Unternehmen wurde um solche Betriebsteile erweitert, die für die Produktion von Kupfer notwendig waren.Mit dieser Entwicklung des Kupferschieferbergbaus waren auch heraus -ragende technische und bauliche Leistungen verbunden.Otto-Schacht l - V -Beherrschung der Wassereinbrüche um 1900
Segengottes-Schacht l - III - Erstmalig Druckluftgeräte beim Abteufen
Clotilde-Schacht - Schachtabbohren mit dem Kind- Chaudron-Verfahren
Hoffnung-Schacht l - II - Wetterschächte, Erstmalig Elektroenergieanwendung
Wolf-Schacht - Einmalige Förderung für Kupfer und Kali u. a.

Ab 1900 verband die „Elektrische Kleinbahn" die Orte zwischen Eisleben und Hettstedt.Auch die Mansfelder Bergwerksbahn trug wesentlich zur Entwicklung bei. Selbst der Große Streik des Jahres 1909 konnte die Entwicklung nicht bremsen.
Massenhaft war der Zustrom auswärtiger Arbeitskräfte. Mit dem Einsatz der Elektroenergie um 1905 konnten die Gruben -pferde, die Stellmacherei und die Seilerei allmählich abgelöst werden. Die Großhütten ab 1864 und die modernen Tiefbau- schächte, wie Paul. Vitzthum und Wolf waren zu dieser Zeit niveaubestimmend im Montanwesen. Wenn auch viele Prozesse sich modernisierten, so blieb doch die schwere Strebarbeit. Moderne Druckluftwerkzeuge, Strebhaspel und zeitweilig Schüttelrutschen erleichterten den körperlichen Aufwand. Die Ausrichtungsarbeiten erreichten die 14. Sohle, also Tiefen um 1200 m. Hier bereitete große Probleme die Wasserhaltung und deren Folgeschäden. Wichtig für den Bergbau in dieser Zeit war auch die Haldenwirtschaft. Mit der Beschickung mit taubem Gestein als Bergehalden, mit ausgeklaubten Schiefern und grauen Bergen als Ausschlägehalden und der Anlage von Armerzhalden (Kammschalenhalden) waren technische Lösungen für diese Haldenseparation erforderlich.Das Unternehmen drohte trotz der Bildung von Unterabteilungen in Form von Berg- und Hütteninspektionen und einer Verwaltungsreform 1904 aus den Nähten zu platzen. Die Gründung der Mansfeld AG im Jahr 1921 war die Folge. Hatte der Bergbau 1861 3.750 Beschäftigte, so waren es 1921 11.500. Die Kupferschieferproduktion stieg von 1.500 t auf 11.754 t/Jahr an.

Unter der Regie der Deutschen Bank entstand in den 30er-Jahren der riesige Salzdetfurth-Mansfeld-Konzern mit den drei Säulen Kupfer - Kohle - Kali. 1933 wurden die Kupferbetriebe eine eigene AG. Nach 1939 wurde durch den Masseneinsatz von Ausländern und Kriegsgefangenen sowie dem Aufschmelzen von Kunstschätzen die Produktion für die Waffenproduktion erhöht. Am Ende des Zweiten Weltkrieges zerfiel das große Unternehmen.

Die 4. und letzte Betriebsperiode von 1945 bis zur Einstellung 1990 brach an. Die in Bochum, Köln, Düsseldorf u. a. Orten gelegenen Mansfeld-Betriebe haben ihre Produktion inzwischen eingestellt oder wurden verkauft. Betriebe, die im Mansfelder Land verblieben waren,wurden zum Mansfeldkombinat zusammengeschlossen.Es ging mit dem Bergbau bald aufwärts, denn die Metalle und Erzeugnisse der Kupferindustrie wurden für den Aufbau benötigt.Wohnsiedlungen, wie die Bergarbeitersiedlung in Benndorf, entstanden. Polikliniken, das Kulturhaus der Mansfelder Bergarbeiter, die Zwei-Jahres-Schule, die Berg- und Hütteningenieur-Schule wurden neu gebaut oder erweitert. Bald musste der Bergbau in den Bergbezirk von Sangerhausen verlagert werden. Mit vielen Omnibussen fuhren die Arbeitskräfte nach Sangerhausen und Hettstedt.
Ab Mitte der 60er-Jahre des 20. Jh. begann man bergbaufremde Produktion aufzubauen,z. B. Röntgenmessfühler,Stahlrohr- möbel und andere Konsumgüter.
Am 11. Dezember 1969 verfuhr die Belegschaft des Otto-Brosowski-Schachtes (Paul-Schacht) die letzte Schicht.
In den nun folgenden Jahren bis zur Einstellung des Berg- und Hüttenwesens 1990 blieb der Kupferschieferbergbau das Sorgenkind der DDR-Wirtschaft. Trotz vieler technologischer Neuerungen, wie Mechanisierung der Förderprozesse u. a. konnten die Ergebnisse der Kupferproduktion nicht spürbar erhöht werden.Das schnelle Absinken der Kupfergehalte und der ständige Mangel an Personal erhöhten den ökonomischen Tiefstand.Etwa 8.000 Beschäftigte mussten 1990 in den vorzeitigen Ruhestand. Arbeitslosigkeit oder Umschulung in andere Berufe mussten die Berg- und Hüttenleute nun antreten. An den Bergbau erinnern heute noch die verbliebenen Halden. Die Traditionspflege ist eine wichtige Aufgabe der jungen Menschen,damit der Mansfelder Knappengeist, der sich jahrhundertelang in zäher Beharrlichkeit immer wieder durchsetzte, in Erinnerung bleibt.(Ortschronist Benndorf, B.Voigt, April 2006 )

Januar

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2.Januar
1463:Kloster Neu-Helfta erhält einen wüsten Weingarten am "Vehmgericht".
Wahrscheinlich an der Kultstätte in Neckendorf.
1635: Eisleben hilft den von Truppeneinquartierungen ausgezehrten Hettstedtern mit 900 Pfund Brot und weiteren Lebensmitteln.
1882: In Hettstedt vor dem Johannistor wird ein Dampfbad eröffnet
1895: Auf dem Schafbreiter Revier bei Wimmelburg können erstmals nach dem schweren Wassereinbruch von 1892, als sich gewaltige Fluten aus dem Salzigen See in die Grubenbaue ergossen, wieder Bergleute einfahren. Etwa 1 000 Mann, wie Kurt Wunderlich 1932 in seiner Arbeit „Über das Verschwinden des Salzigen Sees" schreibt.
Damit beginnt im Mansfelder Bergbau wieder ein Stück Normalität, wenngleich in Eisleben ein Ende der seit September 1892 immer wieder kehrenden Erdbewegungen noch nicht abzusehen ist. Der Salzige See ist jedoch Vergangenheit. „Wer den See lieb gehabt hatte, mochte seine letzten Züge nicht gern mit ansehen", so Wunderlich und erinnerte daran, wie schmerzlich der Verlust von den Bewohnern der Seedörfer empfunden wurde.
1904: Otto Richter rettet in Hettstedt ein 12-jähriges Mädchen aus der Wipper, das beim Schlitt­schuhlaufen auf dem Eis einge­brochen war.An selben Tag ereignet sich ein Unfall vor Krughütte zwischen Eis­leben und Wimmelburg. Ein Pfer­defuhrwerk wird von der Straßen­bahn erfasst, der Kutscher erlei­det schwere Verletzungen, sein Wagen wird vollständig zertrüm­mert. Laut Chronik hatte der Kut­scher hatte die „Elektrische" nicht beachtet.In Eisleben tritt die Stadtverord­netenversammlung zusammen. Zur Diskussion steht die Vermie­tung des alten Krankenhauses, das nach Fertigstellung des Neu­baus nicht mehr benötigt wird. Der Vorschlag, das Gebäude künf­tig als Schule zu nutzen, stößt auf Vorbehalte, da es „wegen seiner räumlichen Beschaffenheit" für Schulzwecke nicht geeignet sei.
1906:Eislebens Bürgermeister Adalbert Welcker zieht in der Stadtverordnetenversammlung Bilanz.Er sagt,dass während des vergangenen Jahres viel geschehen sei. So die Pflasterung der Lindenstraße, die leider viel mehr gekostet habe, als nach dem Kostenvoranschlag bewilligt war. Weiter seien für die Pflasterung des Mühlweges,der oberen Rammtorstraße und des oberen Breiten Weges große Summen bewilligt worden. Einmütig hätten die Stadtverordneten 1905 beschlossen, ein Verkehrshindernis durch den Ankauf des Hotels „Zum goldenen Ring" zu beseitigen. Das Haus zwischen Markt und Plan solle nun abgerissen werden. Der Magistrat hoffe, den Stadtverordneten dazu schon bald eine entsprechende Vorlage unterbreiten zu können.
1928: Letzte vier Schornsteine der Eckardthütte bei Leimbach gesprengt.Die Rohhütte an der Strasse nach Vatterode war bereits vor dem ersten Weltkrieg stillgelegt worden.
1989: Wiedereröffnung der Kinderkrippe Helbra nach Rekonstruktion.
1931: Helbra: Standesamtliches. Im Jahre 1930 wurden 154 Kinder geboren gegen 151 im Vorjahre. Darunter sind 77 Knaben (70) und 77 Mädchen (81). Uneheliche wurden 17 Kinder (14) geboren. Gestorben sind 80 Personen (108) und zwar 43 (56) männliche und 37 (52) weibliche. An Kindern im vorschulpflichtigen Alter starben 18 gegen 30 im Vorjahre. Ehen wurden 79 (104) geschlossen, davon waren 18 Mischehen. Es ist also eine ganz geringe Zunahme der Geburtenzahl festzustellen. Auffallend ist der Rückgang in den Eheschließungen. Die Sterblichkeitsziffer ist um 25 Prozent gesunken.
1989: In Eisleben leben 325 Familien mit drei und mehr Kindern. Die Kinderkrippe Helbra wird nach Rekonstruktion wiedereröffnet
1993:Das Statistische Landesamt teilt mit,das 1992 in Eisleben 139 Paare getraut wurden;320 Geburten und 771 Sterbefälle zu registrieren waren.
2015: Orte sollen Steuern erhöhen. Das Land will Kommunen der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund – Helbra helfen, wenn Ministerialerlass erfüllt wird. Konkret geht es um Steuererhöhungen wie der Grund-und Gewerbesteuer sowie die Bildung eines gemeinsamen Bauhofes innerhalb der Verbandsgemeinde. Nun sind die acht Mitgliedskommunen gefordert entsprechende Beschlüsse zu fassen.
Die Verbandsgemeinde besteht aus den acht Mitgliedsgemeinden Ahlsdorf, Benndorf, Blankenheim, Bornstedt, Helbra, Hergisdorf, Klostermansfeld und Wimmelburg.

3.Januar
1898:Helbra: In der gestrigen Versammlung des Kriegervereins wurden sämtliche seitherige Vorstandsmitglieder, die Herren Bernhardt Enke, Kirbis, Koch 1., Topfmeier und Schröder wiedergewählt-An polizeilichen Radfahrkarten sind im Amtsbezirk Helbra im verflossenen Jahre 72 Stück ausgestellt.Im Jahre 1897 sind von den hiesigen 4 Fleischbeschauern 2 378 Schweine auf Trichinen untersucht worden, von denen aber keines mit Trichinen behaftet war. Im Jahre 1896 2 204 Stück.
1902:Helbra: Im Jahre 1902 sind auf hiesigem Standesamt 197 Sterbefälle gegen 202 im vorhergehenden Jahre zur Anmeldung gekommen. Es betreffen dieselben 99 Personen männlichen und 98 Personen weiblichen Geschlechts. In dieser Zahl sind 15 totgeborene Kinder einbegriffen. Geboren sind 471 Kinder gegen 479 im Vorjahre, darunter befinden sich 17 unehliche. Der Religion nach waren in 314 Fällen die Eltern evangelisch, in 152 katholisch, in 2 Christlich Dissidente, 3 Christen ohne besondere Religion. Getraut wurden 75 Paare gegen 69 im Vorjahre 1901. In 56 Fällen waren beide Ehe -gatten evangelisch, in 16 beide katholisch, in 1 Fall der Mann evangelisch und in 2 Fällen die Frau evangelisch und der Mann katholisch. In dem vergangenen Jahr 1902 sind in der Helbraer evangelischer Gemeinde 322 Kinder geboren:173 Knaben und 149 Mädchen; 6 Kinder weniger als im Vorjahre. Darunter waren 8 totgeborene, also 314 lebende Kinder.Ungetauft verstorben sind 12, es blieben 302 Kinder zu taufen, bis jetzt sind getauft 291 getauft.
1903:Helbra In der Sylvesternacht ging es auch in Helbra recht lebhaft zu. Die Vereins - Vergnügen sowohl wie die Gastwirtschaften waren alle gut besucht. Beim Tanzvergnügen des Schießclubs I. im Fügemann'schen Saale artete in den frühen Morgenstunden die Gemütlichkeit in das Gegenteil aus; es entstand eine arge Schlägerei, bei der Bierseidel als Waffe benutzt wurden und es verschiedene blutige Köpfe gab. Vom Saale zog sich der Streit nach dem Garten und der Straße und hier wurden auch zwei junge Leute von einem dritten Beteiligten, dem in Ziegelrode wohnenden Amort, mit einem Dolchmesser gestochen. Glücklicherweise sind die Verletzungen nicht erheblich. - Im Ernst'schen Lokale kam es es zwischen zwei jungen Leuten ebenfalls zu Tätlichkeiten, bei denen der eine eine Verletzung, von einem scharfen Instrument herrührend, im Gesicht davontrug.
1914: Die evangelische Kirchen­gemeinde Helfta teilt mit: „In un­serer Gemeinde wurden im ver­gangenen Jahre geboren 102 Kin­der, gegen 105 im Vorjahr, 46 Knaben und 46 Mädchen, da­runter 3 Totgeburten, 10 unehe­liche und ein Zwillingspaar.Getauft sind 105 Kinder, gegen 95 im Vorjahr. Drei sind ungetauft verstorben. Es ist demnach recht erwünscht, die Kinder so bald als möglich zur Tauf e zu bringen. Konfirmiert wurden 77 Kinder, gegen 69 im Vorjahr, 37 Knaben und 450 Mädchen. Getraut sind 36 Paare, gegen 21 im Jahre 1912. Gestorben sind 43 Personen, ein­schließlich der totgeborenen Kin­der und der auswärts verstorbe­nen, darunter sind 18 Erwachse­ne und 25 Kinder."
1930: Bischofröder „Stiftesingen" Am 3. Januar 1930 berichtete das Eisleber Tageblatt aus Bischofrode: „Frohe Kinderscharen zogen am Silvestermorgen von Haus zu Haus, ein Weihnachtslied oder einen lustigen Reim singend. Als Lohn erhielten die Kinder einen Schieferstift, einen Apfel oder eine Pfefferkuchenscheibe." Kommentierend fügte die Zeitung hinzu: „In unserer so hastenden Zeit sollte man sich .über das Wiederaufleben des ,Stiftesingens' freuen und diesen Brauch nicht kurzerhand als Bettelei bezeichnen, denn auch dies ist ein Stück Heimatkultur."
1935: Am 3.Januar 1935 gab das Eisleber Tageblatt statistische Angaben aus der Stadt bekannt:„Die Bevölkerungs- zahl betrug zum Zeitpunkt der Erhebung 24.510. Von diesen Einwohnern repräsentieren die eigentliche Arbeitskraft unserer Stadt 9584 Erwerbspersonen, 5340 in Industrie und Handwerk, 1957 in Handel und Verkehr, 1146 im Bereich Dienst- leistungen, 657 in der Land- und Forstwirtschaft, 484 in häuslichen Dienste. Der Prozentsatz der Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung beträgt der Stadt beträgt 39,1 Prozent gegenüber dem Reichsdurchschnitt von 49,5 Prozent..."
1991: Das Kreisgewerbeamt Eisleben meldet die Anmeldung von 1200 neuen Betrieben im vergangenem Jahr.

4.Januar
1836: Carl Gustav Emil Steinkopf in Eisleben geboren, Kaufmann und Stadtrat, der eine Stiftung ins Leben rief, weshalb die Lutherstadt eine Straße nach ihm benannte. In einem Schreiben des Magistrats aus dem Jahr 1906 heißt es: „Der am 20. Juli 1902 verstorbene Stadtrat Emil Steinkopf und seine am 23. November 1906 verstorbene Ehefrau Wilhelmine geb. Steinkopf haben der Stadt Eisleben mittels Testament vom H.April 1897 ihr Haus-Grundstück mit Garten Schloßplatz 3 zu eigenem Gebrauch unter dem Namen "Emil Steinkopf-Stiftung" vermacht. Die aus der Vermietung des Grundstücks erzielten Einnahmen sollen zu Wohltätigkeitszwecken verwendet werden.Die Stadtgemeinde ist verpflichtet,die Erbbegräbnisstelle der Erblasser nach deren Tode mindestens 50 Jahre in Pflege und Ordnung zu halten. Den gütigen Gebern sprechen wir an dieser Stelle unseren Dank aus."
1898:Kirchliche Nachrichten der evangelischen Gemeinde zu Helbra im Jahre 1897: Geboren sind 319 Kinder und zwar 156 Knaben und 163 Mädchen, 6 weniger als im Jahre 1896. Von diesen Kindern kamen 13 tot zur Welt, lebend demnach 306. Ungetauft verstorben sind 12 Kinder, es blieben also 294 Kinder zu taufen - Unehelich geboren sind 14 Kinder. Aus Mischehen stammen 13, davon war 8 mal der Vater und 5 mal die Mutter katholisch.Getraut sind im verflossen Jahre 38 Paare, ebensoviel wie im vorigen Jahre.Gestorben sind 156 Personen und zwar 36 Erwachsene und 120 Kinder. Im Jahre 1896 starben 101 Personen. Konfirmiert wurden 52 Knaben und 64 Mädchen. Communiciert haben 2 086 Personen, 999 männliche und 1087 weiblichen Geschlechts, 47 mehr als 1896.
1914: Paul Haide macht in Eisle­ben bekannt, dass er die Dampf­waschanstalt und Feinplätterei im Haus des Gärtnereibesitzers Kloss, Lindenstraße 22a, erwor­ben habe. Er bittet „ein geehrtes Publikum", sein Unternehmen „gütigst unterstützen zu wollen" und verspricht auch im Namen seiner Mitarbeiter: „Als langjäh­rige Fachleute in bedeutenden Dampfwaschanstalten Berlins und Görlitz in leitenden Stellun­gen gewesen, setzen wir uns in die Lage, auch den höchsten An­sprüchen, was Schonung, Sau­berkeit und Eigenheit der Wä­sche, sowie Pünktlichkeit der Be­dienung anbelangt, gerecht zu werden... Im Laufe dieser Tage werde ich dem Fernsprechnetz angeschlos­sen und erlaube mir, die Telephon-Nummer noch bekannt zu geben."
1915: Geburtenrückgang in Helbra: Am 4. Januar 1915 veröffentlichte das Eisleber Tageblatt die Statistik des Jahres 1914 der evangelischen Kirchengemeinde Helbra, in der es unter anderem heißt: „Geboren sind 166 Kinder (gegen 214 im Vorjahr), und zwar 84 Knaben und 82 Mädchen. Taufen fanden gleichfalls 166 statt. Konfirmiert wurden 163 (Vorjahr 220) Kinder, 86 Knaben und 77 Mädchen. Kirchlich getraut wurden 38 (Vorjahr 48) Paare, darunter 4 Mischehen. Bei einer Anzahl sogenannter Kriegstrauungen steht die kirchliche Trauung noch aus... Gestorben sind 101 Personen, 53 Erwachsene und 48 Kinder
1916: Am 4. Januar 1916 berichtete das Eisleber Tageblatt aus Gerbstedt: „Um die Milchversorgung für Kinder unter 2 Jahren und kranke Personen in Gerbstedt zu sichern, werden von der Stadtverwaltung Milchkarten ausgefertigt, die zum vorzugsweisen Bezug von Milch berechtigen. Die Milchverkäufer haben daher in erster Linie Milch an Familien mit Milch- karten zu verabfolgen. Wenn weitere Milchvorräte noch vorhanden sind,darf auch anderen Personen Milch verabfolgt werden", so die Zeitung.
1931: Am 4. Januar 1931 berichtete das Eisleber Tageblatt aus der Gemeinde Helfta: „Die kirchliche Statistik der evangelischen Kirchengemeinde St. Georg Helfta vom Jahre 1930 weist folgende Zahlen auf. Die Zahlen für 1929 sind in Klammern beigefügt. Getauft sind: 62 (59) Kinder, 32 Knaben und 30 Mädchen, konfirmiert: 35 (48) Kinder, 18 Knaben und 17 Mädchen, getraut: 30 (25) Paare, kirchlich beerdigt: 36 (33) Personen, 5 standen im Alter unter 5 Jahren, 13 über 70, darunter eine von 97 Jahren."
1993: Klirrender Frost im Landkreis Eisleben.Serie von Wasserrohrbrüchen nach mehreren Frosttagen.
2016: Lutherstadt sucht Motto - Stadtverwaltung bittet Bürger um Vorschläge.EISLEBEN/MZ - Für den Sachsen-Anhalt-Tag,der 2017 in Eisleben stattfinden wird, sucht die Stadtverwaltung ein Motto und bittet die Bürger um Vorschläge. „Wir suchen ein Motto, das Lust auf den Sachsen-Anhalt-Tag in der Lutherstadt Eisleben macht und unsere Bürger und Gäste gleichermaßen anspricht", heißt es in dem Aufruf der Stadt. „Wir freuen uns auf kreative Ideen aus unserer Bevölkerung." Der Sachsen-Anhalt-Tag wird vom 16. bis zum 18. Juni 2017 in Eisleben veranstaltet.

5.Januar
1346: Die Brüder Albrecht und Ludwig von Hackeborn verkaufen die Herrschaft Helfta mit allem Zubehör, so auch die Burg auf dem Hausberg, an ihren Oheim Burchardt VII. Graf von Mansfeld. Der Graf und dessen Nachkommen haben allerdings nichts zur Erhaltung der Burg beigetragen, „da sie dieselbe nicht dauernd bewohnten", wie Oswald Berger 1923 im Mansfelder Heimatkalender schreibt.Weiter lesen wir dort über die Helftaer Burg: „So lag sie schon nach kaum anderthalb Jahrhunderten wüste, und heute berichtet nur noch die Sage von ihr, und nur wenige Trümmer bezeichnen den Ort, wo sie einst gestanden hat." Bereits 1477 wurde Burg Helfta als wüst genannt.
1914: Strafkammerverhandlung am Kgl. Amtsgericht zu Eisleben: Aus der Strafhaft wird der Bergmann Hans Köthen vorgeführt. Er hatte im Juli 1913 in Helbra beim Gastwirt Schnitzer Zechprellerei in Höhe von 4.80 Mk. verübt. Dann hatte er dem Fleischermeister Schilling 18 M. und dem Bergmann Heinrich Reuter 6 Mk. für Kost und Logis nicht gezahlt. Erst später zahlte er das Geld an die Geschädigten zurück. Es wird zu einer Zusatz-Gefängnisstrafe von 3 Monaten verurteilt.
1915: In Helbra hält der Chronist die Statistik der evangelischen Gemeinde des Ortes aus dem vergangenen Jahr 1914 fest. Er schreibt: „Geboren sind 166 Kinder (gegen 214 im Vorjahr), und zwar 84 Knaben und 82 Mädchen. Taufen fanden gleichfalls 166 statt. Konfirmiert wurden 163 (im Vorjahr 220) Kinder, 86 Knaben und 77 Mädchen. Kirchlich getraut wurden 38 (im Vorjahr 48) Paare, darunter vier Mischehen. Bei einer Anzahl sogenannter Kriegstrauungen steht die kirchliche Trauung noch aus. Gestorben sind 101 (im Vorjahr 92) Personen, 67 männlichen, 34 weiblichen Geschlechts: dem Alter nach 53 Erwachsene und 48 Kinder. Die Zahl der fürs Vaterland auf dem Schlachtfelde Gefallenen oder im Lazarett Verstorbenen betrug bisher 39."
2016: 2016: Harald Oehring (89) hat im Mansfeldischen Bergbaugeschichte geschrieben. Sein Name ist mit der Mechanisierung der Erzförderung verbunden, beispielsweise der Entwicklung eines Schrappers, für den im Jahr 1965 ein Patent ausgestellt worden ist. Der gebürtige Eisleber, der nach Besuch der Grabenschule eine kaufmännische Lehre in der Eisleber Firma Emil Schütze absolvierte und danach noch Rundfunkmechaniker lernte, hatte sich damals nicht träumen lassen, einmal Bergmann zu werden und unter Tage zu arbeiten. Doch der Krieg warf alle Pläne über den Haufen. Nach der Teilung Deutschlands geriet Oehring zeitweise zwischen die Fronten. Dass er sich im Westen in ärztlich behandeln ließ, weil ihm im Osten keiner helfen konnte und er überdies in Gelsenkirchen die Häuerprüfung ablegte, erregte nach seiner Rückkehr Argwohn. Und so wurde Oehring „Bergmann auf Bewährung", wie er es nennt. Doch er bewährte sich, wurde Brigade- leiter im Lademannschacht und machte mit Ergebnissen seiner Tüfteleien von sich reden. Überdies engagierte er sich in der Kommunalpolitik, mit dem Mandat der NDPD arbeitete er viele Jahre im Kreistag.

6.Januar
2016: Einschätzung der regionalen Winzer: Weinjahr 2015 ist nur „okay“.Den Reben fehlte die Sonne und dem Eiswein im Herbst der Frost. Die Winzer in Rollsdorf und Aseleben schwärmen von den Jahrgängen 2013-2014.Philipp Moser „Obsthof am Süßen See“, meint zum Jahrgang 2014 „96 bis 98 Oechsle ist topp für unsere Breite“.Im Mansfelder Ortsteil Friesdorf ist am kommenden Wochenende (9./10.) wieder der Erbsbär unterwegs.Der kleine Ort zwischen Wippra und Rammelburg feiert wie in jedem Jahr am zweiten Januarwochenende das Groß-Neujahr-Fest. Wie Peter Miosge, Vorsitzender des Heimatvereins Friesdorf und Wirt im Gasthaus „Zur Sonne", mitteilt, gibt es am Sonnabend ab 20 Uhr zunächst ein „Vorglühen"mit einer Oldieparty.Am Sonntag um 9 Uhr setzt sich dann der traditionelle Umzug durch das Dorf in Bewegung. Außer dem Erbsbär, der in einem neuen Kostüm zu erleben ist, sind natürlich auch der Bärenführer, Hexen und Burschen mit von der Partie. Ab 10 Uhr sind alle Einwohner und Gäste zum Frühschoppen mit Freibier in das Gasthaus eingeladen. Die Königeröder Blasmusikanten werden dabei für gute Stimmung sorgen.

7.Januar
1919: Tumult in der Eisleber Klos­terstraße vor der Druckerei des Eisleber Tageblattes. Mehrere Arbeiter aus Helfta dringen in die Räume ein, in denen es laut Chro­nik „zu erregten Verhandlungen mit dem Verleger" kommt. Grund: In der Druckerei liegen 15000 frisch gedruckte Flugblätter der Deutsch-Nationalen Volkspartei bereit, auf denen geschrieben steht: „Deutscher, wach auf! Dein Haus brennt!"Nach dem Willen der Eindringlin­ge, die vorgaben, im Auftrag eines „Arbeiterrates" gekommen zu sein, sollte dieser Aufruf nicht ver­teilt werden. Sie bemächtigen sich der Blätter. „Einen Teil davon verbrannten sie in der Kloster­straße, den anderen ließen sie auf dem Marktplatz in Flammen auf­gehen", heißt es in einer Überlie­ferung.Die Aktion hatte ein gerichtliches Nachspiel, bei der der Anführer der Eindringlinge zu einer Frei­heitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt wird. Zwei Mitbeteiligte erhalten je vier Monate Haft.

8.Januar
1610: Unglück auf dem Süßen See. Im Chronicon Islebiense, der Eisleber Stadtchronik, heißt es dazu: „... den 8. Januar sind unsere beiden Mitbürger, Martinus Oberkamb, Ern Gabriel Oberkambs Ratsfreundes Sohn, und Hans Grunkese ihrer bürgerlichen Nahrung halber, von hier nach Wormsleben gegangen und wollten sich von einem Fischerkahn über den See nach Lüttchendorf überführen lassen. Durch unerforschlichen Willen Gottes hat es sich begeben, dass.;. unsere beiden Mitbürger mit dem Schiffmann in die See gestürzt worden, darinnen sie alsbald in mangelunge menschlicher Hilfe totblieben und ertrinken mussten..." Die Leichen konnten erst Wochen später geborgen werden, Fischer fanden sie am 9. und 10. März. Die Beisetzung fand.am 11. März statt.
1913:Konzert mit dem weltberühmten Geigerkönig Willy Burmester im Eisleber Wiesenhaus. Laut Chronik soll es mehr Zuhörer gegeben haben „als je zuvor".Von „an die 1000" begeisterten Musikfreunden ist die Rede, eine Zahl, die allerdings übertrieben erscheint. Denn wie hätten die alle im Wiesenhaus Platz finden sollen? Der am selben Tag im preußischen Landtag eingebrachte Etat sieht unter anderem 813.000 Mark für den Neubau eines Geschäftsgebäudes und eines Gefängnisses für das Amtsgericht Eisleben vor. Überdies ist im Landeshaushalt für die Erweiterung des Eisleber Bahnhofes, die schon seit einigen Jahren im Gange ist, eine letzte Rate von 150.000 Mark vorgesehen.Diese Erweiterung betrifft fast ausschließlich den Güterbahnhof, der in absehbarer Zeit durch einen Fußgängertunnel mit dem Personen- bahnhof verbunden werden soll, ein Plan, der dann aber wohl wieder fallen gelassen wurde.

9.Januar
1898:Standesamtsnacbrichten der Gemeinde und des Gutsbezirks Helbra:Im Jahre 1897 wurden 528 Geburten angemeldet mcl. 20 Totgeburten, nämlich 257 männlich und 271 weiblichen Geschlechts. In 319 Fällen waren die Eltern evangelisch, in 188 Fällen katholisch in 19 gemischter Konfession und in 2 Fällen Dissidenten (außerhalb einer anerkannten Religionsgemeinschaft). Drillingsgeburten kam eine vor. Gestorben sind 287 Personen. Ehen wurden 53 geschlossen und zwar 37 ev. und 12 kath.Im Jahre 1896 kamen 523 Geburten und 185 Sterbefälle zur Anmeldung.
1913: Aus Klostermansfeld wird gemeldet: „Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, beginnt der Bahnbau der Wippertalbahn bestimmt zum Frühjahr. Hiermit wird ein Wunsch vieler Erholungsreisender von nah und fern erfüllt; werden doch damit die Perlen des Unterharzes für den Verkehr erschlossen und vielen Harzbewohnern wird Gelegenheit gegeben, ihre Produkte bequemer zu Markte zu bringen.Schon der Bahnbau selbst bietet manchem an die heimatliche Scholle Gebundenen eine gute Arbeits -gelegenheit. Auch vielen kleinen Industriezweigen der Holzbearbeitungsbranche wird Gelegenheit zu einer Existenz gegeben und die bestehenden Industrien erhalten ebenfalls bessere Aussicht.Diese kleine Abzweigung am großen Eisenbahn- netz wird nach ihrer Fertigstellung überall mit größter Freude begrüßt werden."
1914: Eislebens Stadtverordne­tenversammlung bewilligt für die Sicherung des Kellers zwischen dem Lyzeum und dem Haus Petrikirchplatz 18 insgesamt 1200 Mark. Am selben Tag teilt Bürger­meister Hans Riese der Öffent­lichkeit mit, dass die Steuerkraft der Stadt trotz gesunkener Ein­wohnerzahl im zurückliegenden Jahr gestiegen sei. Clara Drescher macht bekannt, dass sie im Haus Hallesche Stra­ße 70 ein „Delikatess- und Süd­fruchtgeschäft" eröffnet habe. Bäckermeister Franz Günther teilt mit, dass er die ehemalige Bäcke­rei von Hugo Günther in der An­nengasse 3-4 gekauft habe und weiter- führen werde. Von Gustav Friedrich ist zu erfahren, dass er in der Rammtorstraße 2 das Ko­lonialwaren-Geschäft von Fried­rich Ohm übernommen habe.
1931: Die Behörden informieren über die Bevölkerungsbewegung im Jahr 1930 in Eisleben. Demnach wurden im zurück- liegenden Jahr 485 Geburten.gezählt, 428 eheliche und 57 uneheliche. (Im Jahr 1929 waren es 513 Geburten.) Hinzu kommen 24 Geburten von Ortsfremden.Totgeburten wurde 17 gezählt,15 eheliche und zwei uneheliche.Sterbefälle gab es 380 gegen- über 473 im Jahr 1929. Hinzu kommen 106 Ortsfremde, die in Eisleben gestorben sind. Als hauptsächliche Todesursachen wurden genannt: Lungentuberkulose 22 (gegenüber 31 im Jahr 1929), Krebskrankheiten 73 (38), Herzkrankheiten 55 (61), Lungenentzündung 16 (34), Altersschwäche 50 (69), Selbstmord 7 (5) und Unglücksfälle 11 (19).
1993: Infolge eines Defekts im Umspannwerk Klostermansfeld fällt in Eisleben für eine Stunde der Strom aus.
2016: Die Gegner von nachträglichen Abwasser-Anschlussbeiträgen haben sich in Bürgerinitiativen in Hettstedt und Eisleben zusammengeschlossen und wehren sich gegen die Erhebung von Anschlussgebühren für Abwasser-Anschlüsse die vor 1991 verlegt wurden. Der Sprecher der Hettstedter Bürgerinitiative stellte dazu u.a. fest das “unsere Kriegskasse gut gefüllt“, ist um den Prozessweg einzuschlagen.

10.Januar
1583:Die am Galgen hängenden „5 armen Sünder" wurden beraubt und ausgezogen. Das Gericht ließ sie wieder bekleiden.
1680: Großbrand vor den Toren von Eisleben. Des ehemalige Benediktinerkloster Sankt Cyriak in Wimmelburg brennt bis auf die Grundmauern nieder. Dabei wird auch die berühmte Cyriaksglocke vernichtet, der vor der Reformation wundersame Wirkung zugeschrieben wurde, als Wimmelburg ein Wallfahrtsort gewesen sein soll. Über die Ursache des Brandes schweigen die Quellen. Wir wissen nur, dass Teile des Kirchenbaues nach dem Unglück abgerissen worden sind, lediglich der Grundriss blieb erkennbar.Die heute noch bestehenden,immer noch eindrucksvollen Überreste der einstigen Klosterkirche werden auf die Zeit um das Jahr 1170 datiert.
1904: Friedrich August Garcke gestorben, Botaniker, Autor des Handbuches „Die Flora in Deutschland", das ein Bestseller war. Garcke wurde in Bräunrode als Sohn des Oberförsters geboren. In Eisleben besuchte er das Kö­nigliche Gymnasium, wo er 1840 das Abitur ablegte. Er studierte zunächst Theologie in Halle, wohl auf Wunsch seiner Eltern, er hörte aber nebenbei auch Vorlesungen über Botanik, erkundete die Pflan­zenwelt um Halle, widmete sich bald vollständig der Naturfor­schung. 1851 zog er als Privatge­lehrter nach Berlin,wurde 1856 erster Assistent des Königlichen Herbariums, des späteren Bota­nischen Museums in Berlin. 1869 habilitierte er sich, wurde 1871 zum außerordentlichen Professor berufen und schließlich zum Ge­heimen Regierungsrat ernannt. Ein Drittel seines Vermögens hin­terließ er dem Eisleber Gymna­sium, auch der Apothekerverein Eisleben wurde von ihm bedacht. Die Gemeinde Bräunrode bekam 20.000 Mark für den Bau eines Armenhauses.
1914:Am 10. Januar 1914 machte Bäckermeister Richard Hörich aus Volkstedt in Eisleben öffentlich bekannt: „Den von Herrn Paul Weißenborn in der Fa. Grempler, Freistraße 17, innegehabten Brotverkauf habe ich mit dem heutigen Tage dem Kaufmann August Eichner, Freistraße 19, übertragen und bitte auch fernerhin um gütige Unterstützung."
1919:„Schränkt den Gasverbrauch ein!", forderte das Eisleber Tageblatt am 10. Januar 1919 und fuhr fort: „Der Betrieb des Gaswerks ist durch den andauernden Kohlenmangel aufs schwerste gefährdet. Alle Mahnungen der Verwaltung zu größerer Sparsamkeit scheinen nicht zu fruchten, so daß die völlige Stillegung jeden Tag eintreten kann.Im Interesse der Allgemeinheit, sowie besonders der der Allgemeinheit dienenden, auf Gas angewiesenen gewerblichen Unternehmen muß von den Hausfrauen gefordert werden, das Kochen mit Gas einzuschränken..."

11.Januar
1926:Am 11.Januar 1926 schrieb das Tageblatt nach einer Protestkundgebung von Handwerkern und Gewerbetreibenden in Eisleben: „Sattlermeister Otto Breitschuh ging kurz auf den Zweck der Zusammenkunft ein: Es gilt, flammenden Protest zu erheben gegen die schwere Bedrückung des Mittelstandes, vor allem gegen das von der Regierung vorgelegte Gesetz über den zwangsmäßigen Preisabbau, das sich besonders gegen das Handwerk richtet... Die jetzt zur Besprechung stehende Vorlage übertrifft alles, was man dem Handwerk bisher zu bieten gewagt hat..."
1938: Das Standesamt in Wimmelburg, das auch für die Gemeinde Wolferode zuständig ist, veröffentlicht statistische Angaben über das vergangene Jahr 1937. Wir lesen: „62 Kinder wurden geboren; 32 in Wimmelburg (13 Knaben und neun Mädchen), und 30 in Wolferode (20 Knaben und 10 Mädchen); 34 Eheschließungen fanden statt, davon in Wimmelburg 20 und in Wolferode 14. Sterbefälle sind 38 eingetragen, 9 im Wimmelburg und 23 in Wolferode, weiterhin noch der Tod von 4 Ortsfremden und 2 Totgeburten. Wimmelburg hat damit eine der niedrigsten Sterbezahlen erreicht. Die 9 Toten in Wimmelburg, darunter 2 Kinder, sind alle männlich. Zu bemerken ist noch, daß sich die Zahl der Toten in unserer Gemeinde um einige erhöht, die in Eisleber Krankenhäusern gestorben sind, aber hier beim Standesamt nicht mitzählen."
1964: Erste Uraufführung eines Schauspiels schreibender Bauern am Thomas-Müntzer-Theater in Eisleben. Bei dem Stück „Der Bus hält an der Brücke" von Charlotte und Friedrich Stürzebecher han­delt es sich um das zweite Drama aus der Feder von Laien, das Berufsschauspieler aufführen. Der Kritiker der Tageszeitung „Frei­heit" Karl Mennerich befand: „Herausgekommen ist ein Thea­terstück prall angefüllt (fast möchte ich sagen: bis zum Plat­zen) mit heutigem Leben, humor­voll und besinnlich, aggressiv und zupackend, Gefühl und Verstand des Zuschauers in gleichem Maße erregend."Der Kritiker bescheinigte dem En­semble (Regie: Gerd Jurgons, Bühnenbild: Horst Ellers) viel Lei­denschaft und lobte die Leistun­gen der Mimen Max Philipp, Gerd Glänze, Heidemarie Schön­knecht, Barbara Seiffert, Ruth Wende, Herta Lauterbach, Ger­hard Lüders, Heinz Wuttke, Klaus-Dieter Ulrich, Horst Küsel und Uta Molkentin.
Namen: 2016: Brigitte Meyer (73) fühlt sich der Thomas-Müntzer-Schule Eisleben immer noch verbunden. „Ich gehe gern hin", sagt die ehemalige Schulleiterin, die den Kontakt zu ihrer alten Wirkungsstätte als angenehm empfindet. Dass sie dort beim alljährlichen Lesekönig-Wettbewerb der Jury angehört, versteht sich fast von selbst. Brigitte Meyer ist in Eisleben großgeworden, wohin es ihre Familie infolge des Krieges aus dem böhmischen Niedereinsiedel verschlagen hatte. Hier wurde sie 1949 eingeschult, legte das Abitur ab und studierte danach am Institut für Lehrerbildung Halle. Nach einem kurzen Intermezzo in Bennstedt wechselte sie 1966 an die Max-Lademann-Schule in Eisleben, also dorthin, wo sie selbst einst die Schulbank gedrückt hatte.Mit Erfolg nahm sie bis Mitte der 1970er Jahre an einem Forschungs -vorhaben der Deutschen Hochschule für Körperkultur Leipzig zur physischen Entwicklung von Kindern teil, wurde Fachzirkelleiterin „Unterstufe" und schließlich 1988 Seminarleiterin.

12. Januar
1913
: Gemeindevertretung Bornstedt beschließt, „elektrische Kraft und elektrisches Licht" von der Überlandzentrale Neuglück zu entnehmen. In der Chronik heißt es dazu: „Die Kabelleitung geht nunmehr durch den Ort. Es steht nun weiter zu erwarten, dass auch die Ortschaften Schmalzerode, Groß und auch Klein-Osterhausen und Holdenstedt sich anschließen. Damit ist nun die Frage der elektrischen Beleuchtung unserer Ortschaften, die mehrere Jahre lang die Gemüter aufgeregt und bewegt hat, entschieden. Das Monopol für die Installation ist den Siemens-Schuckert-Werken nicht zugestanden worden. Es kann also der Konsument die Installation übertragen, wem er will. Mit der Anlage der Leitungen wird bestimmt im Frühjahre begonnen werden, so daß schon im Laufe des Sommers Motore gehen können und im nächsten Herbste die Lichter brennen können. Die Überlandzentrale ist groß genug, daß sich auch andere Orte anschließen können."
1915: In Eisleben notiert der Chronist, dass das Barackenlazarett neben dem Städtischen Krankenhaus in der Hohetorstraße jetzt fertiggestellt sei, insgesamt 18 Baracken und zwei Isolierbaracken, die in den nächsten Tagen bezogen werden sollen. Dreizehn davon würden bereits beheizt. Weiter lesen wir: „Die bevorstehende Belegung ist Veranlassung gewesen, den einzelnen Straßenzügen des Barackendörfchens Namen zu geben. So erhielt der am Haupteingang beginnende Hauptweg den Namen Hindenburgstraße. Zwischen Baracke 3 und 4 liegt die Kronprinzenstraße, zwischen Baracke 5 und 11 die Ludendorffstraße und zwischen Baracke 12 und 18 die Tannenbergstraße, während der freie Platz fortan Kaiser-Wilhelm-Platz heißt."
1916: Die Behörden kündigen in Eisleben die „Rückkehr zur früheren Brotration" an, sprich eine Kürzung, weil früher weniger Brot verteilt worden ist. Eine Bestandsaufnahme habe zwar ergeben, dass die Brotgetreidevorräte ausreichen, um die Bevölkerung und das Heer bis zur nächsten Ernte zu ernähren. Allerdings habe sich auch heraus- gestellt, dass „die freieren Maßnahmen", die vor einiger Zeit getroffen wurden, „bei Verbrauchern und Landwirten die Auffassung erweckten, als wenn unsere Vorräte überreichlich wären." Diese Auffassung sei irrtümlich. „Wir müssen auch im zweiten Jahre streng haushalten, wenn wir nicht nur reichen, sondern auch mit einer hinlänglichen Reserve ins nächste Wirtschaftsjahr hinüberkommen wollen." Für das „Bedürfnis der Schwerarbeiter nach stärkeren Brotrationen" werde wie bisher ausreichend gesorgt werden, hieß es in der Mitteilung.
1931: Am 12.Januar 1931 informierte das Eisleben Tageblatt über die Bevölkerungsbewegung des Jahres 1930 in der Lutherstadt:„1. Geburten: Ehelich 428, unehelich 57 = insgesamt 485 (im Vorjahr 513). Ortsfremde ehelich 21, unehelich 3 = 24. 2. Sterbefälle männlich 198 (Vorjahr 248), weiblich 182 (Vorjahr 225) = 380 (Vorjahr 473). Ortsfremde männlich 55 (Vorjahr 68), weiblich 51 (Vorjahr 53), gesamt 106 (Vorjahr 121). Hauptsächliche Todesursachen: Lungentuberkulose 22 (Vorjahr 31), Krebskrankheiten 73 (Vorjahr 38), Herzkrankheiten 55 (61), Lungenentzündung 16 (34), Altersschwäche 50 (69), verunglückt 11 (19)."
2016: Auf der Straße zwischen Helbra und der B 180 ist am Montag früh(11.1.) ein Pkw mit zwei Wildschweinen kollidiert, die plötzlich auf die Fahrbahn gelaufen waren. Die Schwarzkittel suchten nach dem Zusammenstoß das Weite. Der Schaden am Auto beträgt etwa 250 Euro.

13.Januar
1516: Einweihung der St.Annenkirche vor den Toren der Stadt Eisleben durch Graf Albrecht IV.von Mansfeld-Hinterort. Zunächst stand nur der Chor, der Bau musste viele Jahre ruhen und die Kirche konnte erst 1608 endlich fertiggestellt werden. Graf Albrecht IV.von Mansfeld-Hinterort hatte gegen den Widerstand seiner gräflichen Vettern vor den Toren der Altstadt eine Bergarbeitersiedlung gegründet und hatte dieser 1514 demonstrativ das Stadtrecht verliehen. Mit dieser Entscheidung widersetzte er sich auch den Weisungen von Kaiser Maximilian.
1906: Das Standesamt Hergisdorf teilt mit:,,Im Jahre 1905 sind im Standesamtbezirke Hergisdorf 310 Kinder geboren worden, und zwar 159 männlichen und 151 weiblichen Geschlechts. Davon entfallen auf Ahlsdorf 103 Kinder (50 Knaben und 53 Mädchen), darunter 8 unehelich; auf Hergisdorf 74 (40 Knaben und 34 Mädchen, darunter 5 unehel.), auf Creisfeld 77 (44 Knaben und 33 Mädchen), darunter 3 unehelich, und auf Ziegelrode 56 (25 Knaben und 31 Mädchen), darunter 3 unehelich.Die Ehe geschlossen haben 94 Paare, 36 in Ahlsdorf, 20 in Creisfeld, 17 in Hergisdorf und 21 in Ziegelrode. Gestorben sind 141 Personen, 45 in Ahlsdorf, 37 in Creisfeld, 31 in Hergisdorf und 28 in Ziegelrode."
1914: Friedrich Schüler zeigt in Eisleben eine Geschäftseröff­nung an. In seiner Annonce heißt es unter anderem: „Den geehrten Einwohnern von Eisleben und Um­gebung die ergebene Mitteilung, daß ich von heute ab das gut aus­staffierte Restaurant „Zum Berg­schlößchen“, Hohetorstraße 6,übernommen habe. Es wird mein aufrichtiges Bestreben sein, mei­nen werten Gästen nur das Beste zu bieten und für ff. Eisleber Actien, Export und andere Biere freundlichst Sorge zu tragen." Aus Hettstedt wird die Gründung eines Wintersport- und Touren­klubs gemeldet. Er zählt zwölf 12 Mitglieder, die sich um die Schaf­fung einer Eis- und einer Rodel­bahn in der Stadt bemühen wol­len.
1915: Die Bäckerinnung von Eisleben und Umgebung macht bekannt: „Dem geehrten Publikum von Eisleben und Umgebung zur gefälligen Nachricht, daß nach der neuesten Bundesratsverordnung bis auf Weiteres in den Bäckereien die Nachtarbeit aufgehoben worden ist. Hiermit soll erreicht werden, die vorhandenen Weizenvorräte zu verlängern. Sämtlichen Bäckereien ist es daher nicht mehr möglich,früh morgens frische Brötchen liefern zu können, diese werden nun bis zum Abend fertig- gestellt.Wir bitten daher das geehrte Publikum, in dieser schweren ernsten Zeit auch mit einigen Stunden älteren Brötchen fürlieb zu nehmen. .. Hoffen wir auf einen baldigen Frieden, damit auch wir wieder mit altgewohnter frischer Ware dienen können."
1991: Eislebens Kirchenglocken mahnen zum Frieden vor dem drohenden Golfkrieg.
1993: Ein Teil der Glumestraße senkt sich und muß gesperrt werden.Verkehrschaos in Eisleben.In der Klosterstraße beginnt der Abriss des Hauses Ecke Hahnegasse.
2014: Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, dass in der Nacht vom 10.zum 11. Januar in Lutherstadt-Eisleben 13 Autos von Dieben aufgebrochen wurden.Gestohlen wurden u.a. Navigationsgeräte und Bargeld.Die Schadenshöhe ist zur Zeit unklar.Im gleichen Zeitraum wurde in der Magdeburgerstraße von zwei Sattelzugmaschinen 1800 Liter Dieselabgezapft.
2015 Mitteldeutsche Zeitung: Gesundheitswesen im Landkreis Mansfeld-Südharz - Zu viele Ärzte im Landkreis?
Ein Gesetzesentwurf sieht vor, freiwerdende Arztpraxen über der Sperrgrenze nicht wieder zu besetzen. Zwölf Praxen der Region sind davon betroffen.Im Landkreis Mansfeld-Südharz droht in einer ohnehin angespannten Situation bei den Haus-ärzten offenbar ein weiterer Einschnitt bei den medizinischen Leistungen. Hintergrund ist, dass der Bundestag in Kürze das so genannte Gesundheitsmodernisierungsgesetz verabschieden soll. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Magdeburg gäbe es zwölf Arztpraxen zu viel in der Region, würde der Referentenentwurf umgesetzt. Die zwölf Praxen lägen oberhalb der festgelegten Sperrgrenze. Das hieße, dass frei werdende Praxen durch die KV aufgekauft und nicht wieder eröffnet würden. Im Einzelfall hänge das aber vom Zulassungsausschuss ab.„Der Gesetzentwurf trifft in aller erster Linie die Patienten“, sagt Dr. Matthias Wätzel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in der Region Sangerhausen. Die in dem Papier enthaltenen Planungsrichtlinien seien kaum zu verstehen. „So, wie es jetzt ist, wird es weitere Engpässe geben“, sagt Wätzel angesichts der ohnehin herrschenden Unterversorgung bei den Hausärzten. Hier habe man in den zurückliegenden Jahren zwar einen „Stillstand erreichen können“. Dennoch habe sich an der Gesamtsituation nicht viel verändert. Einer immer älter werdenden Schar von Patientinnen und Patienten stünden nur wenige Einwohner jungen und mittleren Alters gegenüber, die naturgemäß weniger ärztliche Betreuung bräuchten.

14.Januar
1916:Stadtverordnetensitzung in Eisleben. Oberbürgermeister Hans Riese informiert, dass sich derzeit 35 Lehrer und 28 andere städtische Beamte „im Felde" befinden, wie der Kriegsdienst verharmlosend genannt wurde. Die Stadt habe weniger Arbeitskräfte, aber eine „gewaltige Steigerung" der Arbeit zu bewältigen. Als besonderen Schwerpunkt nannte Riese die Nahrungsmittelversorgung. Es seien bislang 23.000 Zentner Kartoffeln, rund 10.000 Zentner andere Lebensmittel und 43.000 Liter Petroleum beschafft und verteilt worden. In den nächsten vier Monaten erwarte die Stadt 400 Schweine zum Verkauf.Reis werde Ende Februar oder Anfang März verteilt.Die Brotration werde ab 1.Februar „eine gewisse Herabsetzung" erfahren, stimmte der Oberbürgermeister auf noch schlechtere Zeiten ein.
1928:Feuer in der Eisleber Freistraße. Der Chronist hält fest: "In der Freistraße 50-51 stand am Abend dreiviertel zehn die Scheune mit anschließendem Stallgebäude und Wohnhaus des Gastwirtes Andreas Wagner, Gasthof zum Anker, in hellen Flammen. Sehr bald erschien die Freiwillige Turner-Feuerwehr unter Leitung von Branddirektor Stephan. In kürzester Zeit wurde der Brandherd mit 7 Schlauchleitungen angegriffen. In unermüdlicher und hervorragender Aufopferung wurde bis zum frühen Morgen gespritzt, und nicht ohne Erfolg. So konnte ein weiteres Umsichgreifen des vernichtenden Elements verhindert werden.Verbrannt sind 1000 Zentner Preßstroh, viele Zentner Heu und Klee, ebenso Häcksel und ein großer Posten neuer Säcke. Gäste, die im Lokal saßen, und das Feuer zuerst bemerkten, stellten einwandfrei fest, daß im Mittelraum der Scheune,wo der Elektromotor stand, das Feuer zuerst ausge- brochen ist." Man vermutete einen Kurzschluss als Brandursache.
1929: Im Mansfeldischen wird bekannt, dass am 12.Januar ein Wahrzeichen des Mansfelder Seegebietes gesprengt worden ist, der 64 Meter hohe Schornstein der Adlerkaliwerke Oberröblingen am See. „Die Gebäude der Gewerkschaft wurden zu einer Bauernwirtschaft umgebaut. Die zahlreichen Arbeiter- und Beamtenwohnungen der Adlerkaliwerke im Orte Oberröblingen am See gingen durch Verkauf in Privathand über", heißt es dazu in der Chronik.Die Gemeinde Oberröblingen, seit 1950 Rohlingen am See, kaufte den Zechenplatz und den jetzigen Sportplatz. „Auf dem ehemaligen Zechenplatz steht heute eine Arbeitslosensiedlung", notierte der Chronist im Januar 1938.
1993: Öffentliche Anhörung zum Parkplatz Siebenhitze.Die Anwohner sprechen sich gegen das Vorhaben aus.
2016: Polizei entdeckt in einem Leerstehenden Haus in der Eisleber Münzgasse, eine illegale und professionell angelegte Zuchtanlage mit 630 Cannabispflanzen.Die Betreiber der Plantage sind derzeit noch unbekannt und der Hauseigentümer ist nicht erreichbar.

15.Januar
1513: Raub in der Zellwitzer Kirche. Ergreifung des Täters und Hinrichtung in Hettstedt mit glühenden Zangen und aufs Rad gestoßen.
1913: Aus Helbra wird gemeldet: „Beim Bau eines Brunnens in einem Grundstücke der Chausseestraße wurden in einer Tiefe von einem Meter zwei vollständige und noch gut erhaltene Skelette gefunden, welche dicht aneinander lagen. Die Knochen lagen bei ihrer Entdeckung genau in dem Zusammenhange, den sie im Körper gehabt haben. Irgendwelche Gegenstände, wie Reste von Särgen usw. wurden nicht gefunden.Der Schätzung Sachverständiger nach mögen die Skelette ca. 60-100 Jahre alt sein." Der Winter lässt im Mansfeldischen weiter auf sich warten. In der Chronik lesen wir: „Leider hat sich die Schneedecke, die in der Nacht zum Montag zum ersten Mal die sehnlichst erwartete Winterlandschaft brachte, nicht verdichtet. Wir müssen noch länger auf Schlittenbahn warten. Auch im Harz leidet man unter diesem Mangel."
1929: Schneeverwehungen in und um Eisleben behindern den Verkehr. Auf den Landstraßen im Norden der Stadt geht kaum noch etwas. „Benutzbar ist nur die Chaussee Polleben - Gerbstedt, während die Wege von Polleben nach Eisleben und nach Klostermansfeld nur mit Schlitten zu pas­sieren sind", so die Chronik. Die Chaussee nach Halle war am 17. Januar wieder passierbar. Da­gegen blieben im Südharz die Ge­meinden Molmerswende, Schielo und Abberode länger von der Au­ßenwelt abgeschnitten. Die Schneewehen waren so hoch, dass, jedes Durchkommen mit Fahrzeugen unmöglich ist. Die Schneewehen sind über einen Meter hoch; ein Durchdringen des Schneepfluges ist unmöglich", heißt es in der Überlieferung. Wei­ter lesen wir: „Da es an den nö­tigen Arbeitskräften fehlt, der Sturmwind aber immer weiter treibt, so ist an eine Freilegung der Chausseen im Südharz in den nächsten Tagen noch nicht zu denken."
1916:Am 15.Januar 1916 berichtete das Tageblatt über die erste Sitzung der Eisleber Stadtverordneten im neuen Jahr. Die Zeitung zitierte den Stadtverordnetenvorsteher: „Lassen Sie uns unsere Arbeiten wieder aufnehmen mit der Hoffnung, daß das Jahr 1916 diesen Krieg, der seit 17 Monaten Länder und Völker vernichtet, zu einem ruhmreich glücklichen Ende führt, zu einem Frieden, wert all des Herzeleids, durch das wir in diesen 17 Monaten gehen mußten, wert aber auch des Übermenschentums, mit dem seit diesen 17 Monaten unser Heer für Deutschlands Größe kämpft, siegt und stirbt."
1991: Gründung des Fördervereins Schülerfreizeitzentrum Eisleben.

16.Januar
1636: Kriegsleute des Kurfürsten von Sachsen dringen gewaltsam in Eisleben ein und drohen den Bürgern mit Brandschatzung. Häuser der Freistraße werden geplündert und vom Rat der Stadt die Zahlung von 6.000 Talern verlangt, eine Summe, die auf 1.500 Taler herabgehandelt werden kann „welche in drei Stunden aufgebracht werden müssen", wie es im Chronicon Islebiense, Eislebens Stadtchronik, heißt.Am selben Tag kommt noch ein anderer kursächsischer Quartier -meister und fordert weitere 2.000 Taler. Bei Polleben werden bei einem Überfall auf einen Kaufmannszug zwei Fuhrleute erschossen und die Waren geraubt.
1913: Eislebens Chronist vermeldet das Verschwinden eines Stücks "Altertum" in der Freistraße. Es handelt sich um die kleinen Schaufenster im ehemaligen Geschäft des Kupferschmiedes Zschiesche zwischen Bucher- und Herrenstraße, die aus einer Zeit stammen, "als es noch keine Spiegelscheiben und keine Warenhäuser im modernen Sinne gab". "Die Art dieses alteisleber Schaukastens spielte in den Genrebildern der alten Düsseldorfer und Münchner Malerschule eine ziemliche Rolle. Die aus praktischen Gründen enge Sprossenteilung des Kastens ließ ihn als ein Stück Architektur erscheinen, als Gebilde von selbständigem Charakter, sehr im Gegensatz zu den die Häuser aufreißenden modernen Läden...
Die kleine Fensterfläche hatte außerdem ihre großen Vorteile vordem modernen Riesenschaufenster voraus:Sie sparte Platz, Kosten und Geist, welcher bei dem notwendigen Auslagen-Wechsel heute in so enormer Menge aufgewendet werden muß... Eine alte Geschäftskultur ist mit jenen alten Schaufensterkästen dahingegangen..."
1914: Aus Siersleben wird gemel­det: "In der vergangenen Nacht durchtönte Feuerlärm unseren Ort. Der Dachstuhl des Kuhstalles auf dem früheren Rittergute, der jetzigen Molkerei des Herrn Kurpjun, war auf unaufgeklärte Weise in Brand geraten. Die hiesige frei­willige Feuerwehr war sofort zur Stelle. Nachdem das Vieh in Si­cherheit gebracht worden war, ging es an die Bekämpfung des Brandes, dem der Dachstuhl voll­kommen zum Opfer fiel. Nach Verlauf von etwa drei Stun­den war jede Gefahr beseitigt. Die freiwillige Feuerwehr von Augsdorf, die ebenfalls erschienen war, brauchte nicht in Tätigkeit zutreten.Vor ungefähr drei Monaten brann­te, wie erinnerlich sein dürfte, ei­ne Scheune des Herrn Kurpjun nieder. Die Ursache des dama­ligen Brandes hat bislang auch noch nicht aufgeklärt werden können."
1914: Kochhütte bei Helbra: Heute wurde dem Schmelzer Otto Oertel und dem Verladeaufseher Otto Oemler 1, beide aus Helbra, in Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienstzeit je eine silberne Taschen-Uhr im Auftrage der Ober-Berg- und Hütten-Direktion durch Herrn Hüttendirektor v. Grabowski unter ehrender Ansprache in Gegenwart der Werksbeamten und verschiedener Arbeiter überreicht.

17.Januar
1904: Willi Graneß in Wolferode geboren, Chronist seines Heimatortes, Lehrer und Musiker. Als er 1935 nach dem Lehrerstudium an der Knabenvolksschule Eisleben zu unter- richten begann, leitete er bereits seinen ersten Bläserchor. Nach dem Krieg unterrichtete er an der Musikschule in Weimar. 1955 kehrte er nach Eisleben zurück, wirkte fortan als Deutschlehrer an der Berg-Ingenieurschule Eisleben, deren Blütezeit damals begann. Unter seiner Leitung wurde an der Schule ein Studentenblasorchester gebildet, das bei Wettbewerben erfolgreich war. Nach seiner Pensionierung leitete Willi Graneß nach lange das Lehrerblasorchester der Schule, widmete sich überdies der Heimatforschung, sammelte Familiengeschichten in Wolferode. Als er 1992 starb, hinterließer 18 Bände Wolferöder Familiengeschichte.
1913: Aus Helbra wird Eröffnung der Eisbahn in Bad Anna gemel­det. Das Eis sei zehn Zentimeter stark und somit sicher. Allerdings, so die Mitteilung, würden die Be­sucher gut tun, nicht in großen Gruppen zusammenzustehen, da durch starke Belastung an einer Stelle Sprünge und Brüche ent­stehen können.Zu dieser Zeit bewegt in Helbra der Bau der Wasserleitung die Ein­wohner.Die Nachricht macht die Runde, dass „gestern die Röhren für die Wasserleitung geliefert worden" seien.
Das Schöffengericht Eisleben teilt mit: „Der Motorwagenführer Fritz Pilz zu Bahnhof Mansfeld und der Geschirrführer Friedrich IIImer zu Eisleben werden von der Anklage, am 2. Oktober 1912 in der Nähe der Krughütte fahrläs­sigerweise einen Zusammenstoß mit Motorwagen der Elektrischen Kleinbahn und Lastwagen herbei­geführt zu haben, freigespro­chen."
1926:Am 17. Januar 1926 berichtete das Tageblatt über die Einweihung des Jugendheimes Helbra: „Am Abend fand in Verbindung mit einem Werbeabend die Weihe des Jugendheims ,Fürst Bismarck“ unter sehr reger Anteilnahme der Einwohner "statt. Den Hauptteil der vielseitigen Darbietungen bestritten natürlich die Jugendgruppen. Nach dem gemeinsamen Gesang eines Liedes übergab Gemeindevorsteher Fleer dem Ortsausschuß für Jugendpflege das Heim zu recht reger Benutzung. Es soll eine Stätte sein, wo unsere Jugend im Interesse unseres gedrückten Vaterlandes ersprießliche Arbeit leisten kann."
1931: Am 17. Januar 1931 berichtete das Eisleber Tageblatt über einen Besuch im Städtischen Kinderhort: „Im früheren Arbeitsamt (Petristraße) hat die Stadt für die kleinsten schulpflichtigen Kinder eine Pflegestätte geschaffen. Die Kinderbewahranstalt, die sich im Erdgeschoß befindet, wird von etwa 30 Jungen und Mädchen besucht.Im ersten Geschoß befindet sich der Kinderhort, der nur im Winter geöffnet ist. Etwa 150 Kinder finden hier oben in den sechs lichten, freundlichen Räumen liebevolle Aufnahme..."
1991: Über 1000 Kinder und Jugendliche demonstrieren in der Lutherstadt Eisleben gegen den Golfkrieg

18.Januar
1833: Ernst Lahse in Eleben bei Weißenfels geboren, 1867 erster hauptamtlicher Musiklehrer am Eisleber Seminar, 1881 Mitbe­gründer des Städtischen Singver­eins, der bis 1890 im Wiesenhaus beheimatet war und danach zu seinen Proben in das Hotel „Gol­denes Schiff" übersiedelte. „Die große Schar seiner Schüler hat ihm allezeit große Verehrung entgegengebracht.Er war ein prächtiger Mensch", schrieb einer seiner Schüler. Und in einem Gedenkblatt von Franz Kern zum 100. Geburtstag des Chorleiters heißt es: „Im Privat­gespräch sagte er einmal zu uns: .Musik öffnet überall die Türen!'" Lahses Wirken für das Musikle­ben der Stadt sei von „dauernder Bedeutung".
1889: Der Rektor und die Lehrer der Eisleber Freischule neben Luthers Geburtshaus wenden sich mit einer Bitte für arme Kinder an die Öffentlichkeit. Darin heißt es unter anderem: „Viele Kinder der Freischule leiden bei dieser Winterkälte bittere Not.Hungrig kommen sie des Morgens in die Schule, ein warmes Mittagessen kann ihnen die verwitwete Mutter nicht bieten, oder der geringe Verdienst des Vaters mit zahlreicher Familie reicht nicht aus, seinen Kindern mehr als Kartoffeln, Caffee (?) und Brot, letzteres oft nicht in genügender Menge, zu bieten.Wir wenden uns an alle Menschenfreunde mit der Bitte, der Not dieser Kinder sich zu erbarmen. Wir möchten ihnen für die Winterzeit des Morgens eine warme Tasse Milch und möglichst ein nahrhaftes warmes Mittagessen verschaffen und vertrauen auf die in dieser Hinsicht schon früher bewiesene Mildtätigkeit unserer Mitbürger..."
1915: Am 18. Januar 1915 schrieb das Eisleber Tageblatt unter der Überschrift „Der erste Eisleber mit dem Eisernen Kreuze, 1. Klasse": „Als erster Eisleber erhielt der Hauptmann in einem Pionierbataillon Ernst Moyn, ein Sohn des verstorbenen Prof. Moyn und früherer Schüler des hiesigen Luther-Gymnasiums, das Eiserne Kreuz, 1. Klasse." Überdies meldete die Zeitung eine Beförderung: „Herr Zeichenlehrer Arno Hofmann von der hiesigen Oberrealschule, jetzt Offizierstellvertreter im Landw.-Inf.-Reg. 27, wurde zum Leutnant befördert."
1916: Am 18. Januar 1916 schrieb das Eisleber Tageblatt:„Die Knaben-und Mädchen-Volksschule wurde im vergangenen Jahr besucht von 2729 Kindern, darunter waren 1525 von gewerkschaftlichen Arbeitern. Der städtische Zuschuß für ein Kind betrug 60,26 Mark.Die katholische Volksschule wurde besucht von 319 Kindern, darunter waren 206 Kinder von gewerk- schaftlichen Arbeitern. Der städtische Zuschuß betrug für ein Kind 51.10 Mark. Die Lutherschule wurde besucht von 150 Kindern, darunter waren 118 Kinder von gewerkschaftlichen Arbeitern. Der städtische Zuschuß betrug für ein Kind 22,04 Mark."
1991: Nach der LPG Tierproduktion Siersleben steht die Gärtnerische Produktionsgenossenschaft vor dem Aus.

19.Januar
1914:Aus Burgörner meldete das Tageblatt am 19. Januar 1914: „Auf der Wipper, die gegenwärtig abgeeist ist, brach ein katholischer Schüler von hier an Kirchbergs Teich ein und sank sofort unter. Der zwölfjährige B. Krause aus Hettstedt zog den Verunglückten unter eigener Lebensgefahr wieder an das Ufer. Wäre nicht so schnell Hilfe dagewesen, hätte der bereits Erstarrte unbedingt ertrinken müssen, da an der genannten Stelle das Wasser sehr tief ist."Am selben Tag wurde zwischen Benndorf und Siebigerode eine Rentnerin erstarrt aufgefunden. „Arbeiter fanden die Bedauernswerte und sorgten für ihre Überführung", schrieb das Tageblatt. Trotz aller Bemühungen starb die alte Frau kurze Zeit später.
1915:Eislebens Oberbürgermeister Hans Riese veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heißt: „Hausfrauen Eislebens! Opfert für die Reichswollwoche alle entbehrlichen wollenen und baumwollenen Sachen (Männer- und Frauenkleidung, Unter- kleider, Tuche, Teppiche, Decken, Vorhänge oder Teile, Reste, Stücke und Flicken von solchen Sachen).Packt diese Sachen in verschnürte Bündel oder Pakete - möglichst in Papierumhüllung - zusammen und haltet sie zur Abholung bereit. Die Abholung erfolgt durch freiwillige Helfer, die einen vom Magistrat gestempelten Ausweis bei sich führen, in der Zeit vom Freitag, 22. Januar bis einschließlich Sonntag, 24. Januar."
1928: In Eisleben wird „eine neue Errungenschaft der modernen Technik" angekündigt. Wir lesen: „Das Großlautsprecherauto der Siemens & Halske AG wird unse­rer Stadt heute einen Besuch ab­statten. Mit dem Wagen ist es möglich, sowohl Rundfunkdar­bietungen als auch Schallplatten­musik zu über- tragen. Ferner kön­nen mit Hilfe eines Mikrophons Reden und Vorträge durchgege­ben werden.Das Auto, ein nor­maler 5 Tonner -Wagen, Bauart RAG, wie er im Omnibusverkehr Verwendung findet, ist ausgerüs­tet mit allen modernen Mitteln der Verstärkertechnik. Die zur Stromerzeugung nötigen Maschi­nen, die seitlich am Wagen unter­gebracht sind, werden von dem 80-PS-Fahrmotor angetrieben. Die Anlage arbeitet mit 1500 Volt Spannung und hat eine Leistung von 400 Watt. Mit den beiden Rie­senlautsprechern ist es möglich, eine Fläche von 500 000 Qua­dratmetern einwandfrei zu be­sprechen. Es können also gleich­zeitig etwa eine Million Menschen dieser gewaltigen Stimme lauschen."
1928: Vom Clotildeschacht am Stadtrand von Eisleben wurde am 19. Januar 1928 ein Brand gemeldet. Ein Teil der im Schaltraum befindlichen Apparate hatte Feuer gefangen, so das Eisleber Tageblatt und fuhr fort: „Ebenso wurde ein Teil der Dachschalung von dem Feuer ergriffen. Infolge des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte der Brand in kurzer Zeit gelöscht werden. Doch wurde die Stromversorgung vier Stunden lang unterbrochen." Zur Ursache des Feuers wurden keine Angaben gemacht. Der Clotildeschacht erhielt 1951 den Namen Max Lademann und war bis 1964 in Betrieb.
1931: Eislebens Stadtverordnetenversammlung befasst sich mit der kaufmännischen Berufsschule. Der Chronist notiert: „Bisher wurde diese Schule vom Kaufmännischen Verein mit Hilfe eines Staatszuschusses unterhalten. Da der Staat diesen Zuschuß künftig nicht mehr leisten will, kann der Kaufmännische Verein die Kosten fürden Schulbetrieb nicht mehr bestreiten. Verhandlungen mit der Regierung haben zu dem Ergebnis geführt, daß bis zum 31. März die Schule vom Kaufmännischen Verein weitergeführt wird und daß der Staat 1000 Mark und die Stadt 200 Mark zu den Schulkosten beisteuern.Ab 1. April soll die Schule dann auf die Städtische Berufsschule übergehen. Die Versammlung stimmt dem gegen die Stimmen der Stadtverordneten Schmölling, Lorleberg und Günther zu."
1938: Im Januar konstatierte das Tageblatt eine Abwanderung von Arbeitskräften aus Eisleben. Jüngere Leute nehmen gegen bessere Bezahlung auswärts Arbeit an, schrieb die Zeitung und befand: Die großen Aufwendungen für Schul- und Lehrzwecke, die die Stadt für sie, hauptsächlich Facharbeiter, gemacht habe, „kommen anderen Gemeinden zugute". Andere Industrie von Bedeutung sei neben dem Bergbau nicht ansässig: Eine Konservenfabrik mit zeitweise 180 Beschäftigten, eine Malzfabrik, eine Färberei und eine Dampfmühle kämen über 30 - 40 Beschäftigte nicht hinaus.
1935: Am 19. Januar 1935 meldete das Eisleben Tageblatt zum Streitfall des Eisleber Pfarrers Johannes Noack, der früher in St. Annen tätig war: „Wie wir der Mitteldeutschen National-Zeitung entnehmen, hat das Landgericht Halle in der Klagesache des Pfarrers Noack-Eisleben gegen die evangel. Kirche der altpreußischen Union ein Urteil dahingehend gefällt, daß die Beklagte ab 1. September 1934 Pfarrer Noack das Gehalt zuzüglich 4 Prozent Zinsen zu zahlen hat. Wie die ,MNZ' weiter meldet, dürfte die endgültige Entscheidung in dem Streitfalle erst in den Berufungsinstanzen fallen."

20.Januar
1910: Aus der Gemeinde Wolferode wird gemeldet: „In nächster Zeit wird unser Ort dem Mansfelder Elektrizitätswerk angeschlossen werden und Licht und Kraft entnehmen können. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen." Am selben Tag kommt aus dem Harz die Witterungsmeldung: „Seit einigen Tagen schwacher, aber anhaltender Schneefall, nachts etwas Kälte. Während in den tiefer gelegenen Orten die Eröffnung der Rodelbahnen bei strengerer Kälte zu erwarten steht, wird der Geschäftsstelle des Harzer Verkehrs-Verbandes in Wernigerode aus Benneckenstein und anderen Orten gemeldet, daß Wintersport verschiedener Art ausgeübt werden kann."
1914: Hans Seidel in Großörner geboren, eines der Opfer des Eis­leber Blutsonntags. Er erlag am 17. Februar 1933 im Eisleber Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.Hans Seidel wuchs ohne Vater auf, der im Ersten Weltkrieg um­gekommen war. Ab 1924 durfte er in Eisleben die Freischule be­suchen, eine Auszeichnung, die nur den besten Schülern aus sozial schwachen Familien zuteil wurde. Vier Jahre später wurde er Treckejunge auf dem Wolf­schacht.In seiner Freizeit war er oft in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Turnhalle in der Zeisingstraße zu finden, einem Zentrum des Arbeiter­sports. Als hier am 12. Februar 1933 die Nazis einfielen, war der 19-Jährige zur falschen Zeit am falschen Ort, er wurde von den Eindringlingen mittels Feldspaten regelrecht zerhackt.
1926: Der Eisleber Magistrat teilt den hiesigen Vaterländischen Verbänden mit, dass er beabsichtigt, zum Gedenken an die im Weltkrieg getöteten Eisleber ein Denkmal zu errichten. Damit macht er die bereits vor einiger Zeit von den Verbänden unterbreitete Idee zu seiner eigenen. Bald darauf wurde ein Wettbewerb um den besten Entwurf ausgeschrieben und ein geeigneter Standort gesucht, wobei die Beteiligten lange kein Einvernehmen finden konnten. Vielmehr wuchsen zeitweilig die Spannungen zwischen dem Magistrat mit Oberbürgermeister Martin Clauß (SPD) an der Spitze und den politisch weit rechts stehenden Verbänden, die das Projekt verzögerten. Letztlich wurde das Tor der Mahnung im Stadtpark erst 1932 errichtet.
1930: Am 20. Januar 1930 schrieb das Tageblatt: „In den frühen Morgenstunden des gestrigen Sonntags verschied ganz plötzlich Tanzlehrer Oskar Hölzer. Der Verstorbene, der 1858 in Dreitsch bei Neustadt (Orla) geboren war, kam vor 48 Jahren hierher und wurde zunächst als Trompeter Mitglied der Stadtkapelle, der damals bereits sein vor Jahren verstorbener Bruder Albin Hölzer als Klarinettist angehörte. Nach dem Tode des Tanzlehrers Aßmann, der in der Linden- straße 32a ein Tanzlehrinstitut eingerichtet hatte, übernahm Oskar Hölzer dieses Unternehmen, das er bald darauf nach seinem jetzigen neuerbauten Grundstück Klosterstraße 28 verlegte."

21.Januar:
1914: Aus Bornstedt wird ein „Na­turwunder" gemeldet. Der Chro­nist notiert: „Beim Bäckermeister Herrn Lehnhard legte ein junges Huhn ein auffallend schweres Ei. Es hatte das stattliche Gewicht von 120 Gramm und wurde für ein Doppelei, das heißt ein Ei mit zwei Dottern gehalten, die ja häufig gelegt werden. Es sollte ver­braucht werden und dabei stellte sich heraus, daß unter der Schale des sogenannten Weißen anstatt des Dotters ein vollständig nor­mal entwickeltes Ei befand.Es hatte eine ziemlich harte Scha­le und war von einem anderen Ei nicht zu unterscheiden. Es hatte das Gewicht eines großen Eies, nämlich 75 Gramm. Diese Abnor­mität gehört wohl zu den größten Seltenheiten.
Schade, daß man die Eigentüm­lichkeit erst nach Zerstörung der ersten Schale finden konnte. Das Huhn gehört zu der Klasse der weißen Wyandottes, die sich durch Produktion vieler und gro­ßer Eier auszeichnen."
1925: Der Magistrat der Stadt Eisleben stellt der Siedlungsgesellschaft „Mansfelder Land" zwischen dem oberen Rammberg und der Funkstraße, der heutigen Friedensstraße, Land für den Bau von Reihenhäusern zur Verfügung, wie Kurt Lindner im dritten Band seines Buches „Lutherstadt Eisleben" (1985) schreibt.„Für das auf einem Teil des Geländes errichtete Altersheim wurden Hausordnung und Satzung beschlossen", lesen wir weiter. Bei dem Heim handelt es sich um das heutige Alten- und Pflegeheim „Rudolf Breitscheidt". Laut Lindner wurde es am 7. August 1925 eingeweiht und verfügte über Zentralheizung, 41 Einzel-, 6 Doppelzimmer und eine Dreiraumwohnung. Auch an einen Essenaufzug war gedacht.
1933: Aus Homburg wird gemel­det: „Im Herbst des vergangenen Jahres war man beim Pflügen im Felde am Erdeborner Galgenberg mit dem Motorpflug auf eine Steinplatte gestoßen und hatte diese wie auch darunter liegende Steine entfernt. "Wie sich herausstellte, handelte es sich um die Deckplatte eines vorgeschichtlichen Grabes, die der Eigentümer des Ackers, Guts­besitzer A. Wolf-Hornburg, der Landesanstalt für Vorgeschichte Halle übereignete. Weiter lesen wir, dass am 13. und 14. Januar an dieser Stelle eine Nachgra­bung stattfand, wobei zwei wei­tere Gräber zum Vorschein ka­men. Das obere Grab barg das-„stark zusammengekrümmte Skelett eines Kindes, das aber durch die Grabarbeiten der Arbei­ter beim Entfernen der Steine bis auf den Schädel ganz zerstört worden war."Auch das zweite Grab barg ein zerstörtes Skelett, ferner einen kleinen Napf, der der ausgehen­den Schnurkeramik-Periode zu­geordnet werden konnte und so­mit um die 4000 Jahre alt sein dürfte.
2015:Der Landkreis Mansfeld-Südharz rechnet mit einem Anwachsen der Flüchtlingsströme nach Deutschland und bereitet sich für die Aufnahme weiterer 600 Asylbewerber in diesem Jahr vor.
2016: Trauer um Musikfreund Klaus Rößler-Lehrer gründete Jugendkammerchor.Der Musik- und Deutschlehrer Klaus Rößler ist 80-jährig gestorben. Das teilte sein ehemaliger Kollege Rüdiger Seidel mit. Rößler hatte im Jahr 1963 in Eisleben einen Jugendkammerchor ins Leben gerufen, der sich später zum Kammerchor „Madrigal" entwickelte und bis 2014 existierte. 32 Jahre lang unterrichtete Klaus Rößler am Eisleber Luther-Gymnasium in den Fächern Musik und Deutsch. Rößler hat Seidel zufolge das musische-kulturelle Klima an der Schule geprägt. „Die Schulfesttage wären ohne ihn blass geblieben", so Seidel.Mit seinem Chor unternahm Rößler Konzertreisen nach Polen und Ungarn. Die Sänger nahmen an großen Chorfestivals wie dem „Liegnice-Cantat" in Polen teil. Viele Madrigalisten studierten erfolgreich nach dem Abitur. Sie suchten immer wieder Kontakt zum Madrigalkreis und zu ihrem Lehrer. ( Leider wurde der Todestag nicht mitgeteilt)

22. Januar
1676: Blutiger Zwischenfall am Heilig-Geist-Tor in Eisleben. Der Chronist notiert: „Den 22. Januar ist des von Pfuhlen zu Helfta sein Leibschütze Johann Guthschmidt von ungefähr 20 Jahren gegen 4 Uhr von Christoff Mentzeln, welcher die Wache gehabt... auf der Landwehren gegen Herrn Hofrat Schlothauers und Caspar Johns Gärten über totgeschossen. Christoff Mentzel ist danach von Martin Kaysern, des von Pfuhlen seinen Amtsschützen zu Helfta, als er gesehen, dass sein Kamerad gefallen, vor der Pforten wiederum totgeschossen worden. Die Obduktion ergab, dass „Mentzel mit großem Schrote durch den Leib geschossen und also die Leber, Lunge, Herze und Magen lädiert gewesen, der Schütze aber durch den rechten Arm hinein und die Lunge bei dem Herze durchgeschossen, und nach diesem Erfolg ist Mentzel den anderen Tag gegen Abend, weil ein und ander Faktum noch dazugekommen, durch den Totengräber hingetragen. .."
Wie es zu dem Schusswechsel gekommen ist, wurde nicht mitgeteilt.
1913: August Bagge teilt mit, dass er sein Elektrotechnisches Installationsgeschäft in Eisleben von der Badergasse 11 nach der Badergasse 15 "vis a vis Eingang der Diskonto" verlegt habe. Durch Vergrößerung seines Lagers sei er nunmehr in der Lage, sämtliche in sein Fach fallenden Arbeiten fachgerecht auszuführen.Am selben Tag meldet das evangelische Pfarramt Stedten: "Im Jahre 1912 sind in der Gemeinde 57 Kinder getauft (Vorjahr: 67), und zwar 29 Knaben und 28 Mädchen. Konfirmiert wurden 43 Kinder: 20 Knaben, 23 Mädchen. Getraut wurden 18 Paare. Kirchlich beerdigt wurden 38 Personen, darunter 15 Kinder... Eine Turmuhr wurde beschafft und ein Jugendheim errichtet."
1919: Unglück in Eisleben, Kreisfelder Gasse 33. Bei einem Wohnungsbrand kommen drei Kinder ums Leben. In einem Bericht heißt es dazu: "Die Witwe Frau Meyer war zum Arzt gegangen und hatte ihre drei Kinder, von denen der älteste Knabe 9 Jahre alt ist, allein zu Hause gelassen. Wie verlautet, soll der Knabe das Feuer im Ofen mit Petroleum neu entfacht haben, wobei die Flamme zurückschlug und die Kleider der Kinder in Brand setzte. Die Kinder, die schwere Brandwunden davontrugen, wurden sofort nach dem städtischen Krankenhause gebracht, wo der älteste Knabe kurz nach seiner Einlieferung verstarb; auch die beiden kleineren Kinder, 4 und 2 Jahre alt, sind bald darauf ihren schweren Verletzungen erlegen. Der Fall ist umso bedauerlicher, da der Vater den Heldentod vor kurzem gestorben ist."
1993: Sturmböen über dem Mansfelder LandZwischen Eisleben und Halle wird der Zugbetrieb nach einem Oberleitungsschaden für Stunden unterbrochen.
2015: Ehemaligen-Treffen des Kulturensembles.Die ehemaligen Mitglieder des Helbraer Kulturensembles unter Leitung von Horst Becker treffen sich am Freitag, 30. Januar. 15 Uhr. im Sportlerheim in Helbra. Herzlich eingeladen sind auch ehemalige Mitglieder des Singeklubs „Freundschaft" des Eisleber Kulturhauses der Mansfelder Bergarbeiter, der ebenfalls von Becker geleitet wurde.
2016: Zu viel Personal im Eisleber Rathaus - Landrätin: Äußerst großzügige Ausstattung-Die Eisleber Stadtver- waltung beschäftigt zu viel Personal. Das geht aus einem Schreiben zum Thema Nachtragshaushalt von Landrätin Angelika Klein (Linke) an Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) hervor. Darin heißt es, dass für 2015 im Stellenplan der Kernverwaltung 160 Vollzeitstellen (Angestellte und Beamte) ausgewiesen sind. Die Personalaufwendungen seien mit rund 7,3 Millionen Euro zu veranschlagen. Laut dem Schreiben liege der Orientierungswert bei vier Vollzeitstellen je l 000 Einwohnern. Die Lutherstadt überschreite diesen Wert mit rund 5,2 Vollzeitstellen je l 000 Einwohner deutlich.Damit bestehe auch bei Berücksichtigung der ausgewiesenen Altersteilzeitstellen immer noch ein rechnerischer Überhang von 11,75 Vollzeitstellen, so die Landrätin. „Damit ist von einer äußerst großzügigen Personalausstattung auszugehen, die sich die Lutherstadt unter den Bedingungen der Haushaltskonsolidierung und bei ständig zurückgehenden Einwohnerzahlen auf Dauer nicht leisten kann und vor allem nicht leisten darf", so die Landrätin. Zudem sei in diesen Zahlen noch nicht einmal das Verwaltungspersonal in den Eigenbetrieben berücksichtigt.

23.Januar
1546: Martin Luther bricht in Wittenberg gemeinsam mit seinen Söhnen Hans, Martin und Paul nach Eisleben auf. Die Reise sollte seine letzte werden. Zwei Tage später schreibt er aus Halle an seine Frau Käthe: „Wir sind heute um acht aus Halle gefahren, aber nicht gen Eisleben gekommen, sondern um neune wieder gen Halle eingezogen. Denn es begegnete uns eine große Wiedertäuferin mit Wasserwogen und Eisschollen und hat das Land bedeckt. So können wir auch nicht zurücke für der Mulde zu Bitterfeld und müssen alle zu Halle zwischen den Wassern gefangen liegen." Erst am 28. Januar konnte Luther die Reise in seine Geburtsstadt fortsetzen.
1808: Philipp Jammermann stirbt m Gefängnis in Erdeborn, wo er 1 1/2 Jahre gefesselt auf seine Hinrichtung gewartet hatte. Der berüchtigte Brandstifter hatte in Oberrißdorf, Siersleben, Augsdorf Brände gelegt.
1909: Leichenfund auf der Eisen­bahnstrecke bei Helfta nahe der Windmühle. Geborgen wurden die Überreste eines etwa 18 Jah­re alten Mädchens. Die Behör­den sprachen von Selbstmord. Am selben Tag wurde aus Hettstedt die Probefahrt eines neuen elektrischen Triebwagens gemel­det. Dieser wurde freudig begrüßt „von einem zahlreichen Publi­kum", schrieb ein Augenzeuge und fuhr fort: „Da leider derZutritt zum Bahnsteig nicht gestattet war, so mußte man sich ganz auf den flüchtigen äußeren Eindruck beschränken. Dieser ist ein sehr bestechender; der Wagen dritter Klasse sah mit seinen großen, hell erleuchteten Scheiben einem Sa­lonwagen ähnlich. Auch der Wa­gen vierter Klasse, nach außen hin schon durch anders geformte Fenster kenntlich, sah ganz ein­ladend aus..."
1913: Der Königliche Landrat des Mansfelder Seekreises und der erste Bürgermeister der Stadt Eis­leben geben in Eisleben bekannt: „Zur Feier des Geburtstages Sei­ner Majestät des Kaisers und Kö­nigs findet am 27. Januar d. Jh., mittags 1'/2 Uhr im Saale des Wie­senhauses in Eisleben ein Fest­essen statt,zu dem alle königs­treuen Männer ohne Unterschied des Ranges und Standes herzlich willkommen sind. Unsere geehr­ten Mitbürger aus Stadt und Land bitten wir um recht zahlreiche Be­teiligung an diesem patriotischen Feste.Mündliche oder schriftliche An­meldungen zur Beteiligung wer­den bis zum 26. d. Mts. im Wie­senhaus, im hiesigen Landratsamt ZimerNr. 3 und in der Stadt­schreiberei (Rathaus, Zimmer 12) entgegengenommen..Der Preis des Gedeckes (ohne Wein,aber einschließl. Musik und Saal­schmuck) beträgt 4 Mark."
1926:Am 23. Januar 1926 berichtete das Eisleber Tageblatt vom Reichgründungs-Kommers der Akademiker von Eisleben und Umgebung im Landbundhaus (heute „Mansfelder Hof). Wir lesen: „Die von hohen Gedanken durchglühte Festrede Pfarrer Heinemanns war eingebettet in die unvergeßlichen und nimmer sterbenden alten Studentenlieder, denen das Deutschlandlied Mittel- und Höhepunkt gab.Der vaterländische Abend weckte im zweiten Teil wieder heiteres Gedenken an Jahre von einst."
2015: Der Weihnachtsmarkt 2014 ist gerade mal vor vier Wochen geschlossen worden, da bereitet der Eisleber Eigenbetrieb Märkte bereits den nächsten Weihnachtsmarkt vor.Begonnen hat jetzt die Ausschreibung für den Weihnachts- markt 2015, der vom 5. bis 20. Dezember stattfinden wird. Wieder sucht der Eigenbetrieb Händler für Getränke und Imbisse und natürlich für weihnachtstypische Angebote.Die Bewerbungsfrist für die Händler endet aber erst am 31. Mai dieses Jahres.Mit Blick auf den vergangenen Advent spricht Marktmeister Siegmund Michalski vom „Zusammenhalt einer Innenstadt", der besonders während des Weihnachtsmarktes zu spüren gewesen sei. Sowohl die Innenstadthändler, als auch die Programmpaten und die Mitarbeiter der Eigenbetriebe Märkte und Betriebshof hätten dafür gearbeitet, den „Besuchern einen unvergesslichen Weihnachtsmarktbesuch zu ermöglichen", so Michalski.

24.Januar
1574: Unglück in der Annenkirche der Neustadt bei Eisleben, mitunter auch Neuendorf genannt. Ein Knabe kommt auf tragische Weise ums Leben. In der „Mansfeldischen Chronica" des Cyriacus Spangenberg heißt es dazu: „24. Januarii ein Knabe von den Glocken zu St. Annen geklemmet und gedrückt, daß er gestorben; dessen Vater, ein Bergmann, kurz zuvor, als er eine Leiterfahrt in einen Schacht einhängen wollte und ein ander von oben herab auf ihn gefallen, mit demselben tot geblieben."Was der Junge im Glockenstuhl der Kirche zu suchen hatte und wie es zu dem Unfall kam, geht aus der Chronik nicht hervor.
1916: Am 24. Januar 1916 befasste sich das Eisleber Tageblatt mit den Ursachen der milden Witterung. Wie die Zeitung schrieb, führt ein Experte diese Ursachen „auf die Eiswanderung im nördlichen Eismeer und die damit zusammen- hängenden Veränderungen des Golfstromes zurück." Der „Wetterkundige" komme er zu dem Entschluss, dass vor April nicht mit einem nennenswerten Umschlag zu rechnen sei. „Wir werden das milde Wetter behalten, wenn auch die Temperaturen etwas niedriger sein dürften", zitierte die Zeitung den Experten.
1938: In den Mansfelder Kreisen wird bekannt: Im gegenseitigen Einverständnis ist die Verbandssparkasse der Mansfelder Kreise und Städte mit Wirkung vom 1. Januar 1938 aufgelöst worden. Für den bisherigen Wirkungsbe­reich der Verbandssparkasse im Mansfelder Seekreis und im Stadtkreis Eisleben ist die „Spar­kasse des Mansfelder Seekrei­ses" mit Sitz in Eisleben errichtet worden und für den bisherigen Wirkungsbereich im Mansfelder Gebirgskreis die „Sparkasse des Mansfelder Gebirgskreises" mit Sitz in Mansfeld. Die Sparkasse des Mansfelder Gebirgskreises übernimmt zu­gleich die frühere Stadtsparkasse Hettstedt und die Stadtsparkasse zu Mansfeld. Zur Sparkasse Seekreis gehören die Hauptzweigstellen Alsleben, Gerbstedt, Helbra, Oberröblingen/See, Schraplau, Schwittersdorf, Teutschenthal, Wansleben, Zappendorf und die Nebenzweig­stelle Polleben.Zur Sparkasse des Gebirgskreises gehören die Hauptzweigstellen Hettstedt,Wippra, Ermsleben und die Ne­benzweigstellen Abberode, Dan­kerode, Großleinungen, Königerode, Rotha, Pansfelde, Meisdorf, Quenstedt, Sylda, Welbsleben, Arnstedt, Biesenrode und Großörner.
1995: Erdeinbruch vor dem Gerbstedter Rathaus. Es bildet sich ein etwa fünf Meter tiefer Krater, wobei Menschen zum Glück nicht zu Schaden kommen. Aber das Rathaus droht abzusacken. Wie aus heiterem Himmel, so ein Augenzeuge, sei der Krater an der Einmündung zur Kaplanstraße entstanden, der scharenweise Schaulustige anlockte. Mitarbeiter des Wasserversorgers Midewa, der Gasversorgung und des Energieversorgers Meag sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Leitungen und Kabel zu überprüfen, zu sichern und Wasserleitungen abzuschiebern. Genaue Erkenntnisse über die Ursache des Unglücks können noch nicht gewonnen werden. Sorgen bereitet vor allem das Rathaus, in dessen Mauern es knackt und knirscht, was auf weitere Bodenbewegungen schließen lässt. Die Lage bleibt über Tage dramatisch.

25.Januar
1894: Fertigstellung des Pumpwerkes Wansleben am See, das den Salzigen See trocken legen soll.Augenzeugen berichten, dass der See nur noch eine flussartige, schmale Wasserfläche bildet.Die Kapazität der mächtigen Pumpen beträgt zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Im Verein mit weiteren Pumpstationen, die pro Sekunde 0,4 Kubikmeter Wasser heben können, „wird durch Abpumpen des Mittelgrabens seitdem sowohl die Grundwasseroberfläche auf 74,84 Meter über NN abgesenkt als auch die Vorflut eines 398,9 Quadratkilometer großen Einzugsgebietes aufrechterhalten", heißt es dazu im Band 38 „Mansfelder Land" der Reihe „Werte unserer Heimat" (Akademie-Verlag Berlin, 1982).
1913: Betriebsstörung der Elek­trischen Kleinbahn in Helfta. Ein Motorwagen war am Nachmittag auf dem Weg nach Eisleben mit einem Defekt stehen geblieben. In der Chronik heißt es dazu: „Der um 5 Uhr von Helfta nach Eisleben fahrende Wagen erlitt an der Feld­weiche einen Achsenbruch und mußte liegen bleiben.Gegen 9 Uhr hatte man notdürf­tigen Ersatz geschaffen, so daß die Weiterfahrt in das Depot er­folgen konnte. An der ,Erholung' in Creisfeld mußte der Wagen abermals liegen bleiben und hin­derte den durchgehenden Ver­kehr, denn die nachfolgenden Wa­gen mußten warten und rückten erst gegen 4 Uhr morgens ein. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrechterhalten,"

26.Januar
1560: Öffentliche Hinrichtung in der Stadt Mansfeld. Eine Frau wird auf den Scheiterhaufen gebunden und vor zahlreichen Schaulustigen verbrannt. In der Chronik heißt es dazu kurz und knapp: „1560, den 26. Januarii Margretha Berntreterin, ein gar altes Weib, da sie viele Leute mit Vergiftung beschädigt, verbrannt worden."Über das Opfer ist ansonsten nichts überliefert, doch sind die gegen Margretha Berntreterin erhobenen Vorwürfe sicher mit Vorsicht zu genießen. „Menschen wurden aber auch des Aberglaubens wegen umgebracht", lesen wir in der Festschrift „1000 Jahre Mansfeld, 973 - 1973" unter Hinweis auf Unglücksfälle wie Stadtbrände, die aus den Jahren 1502, 1636 und 1671 überliefert sind.
1913: Aus dem Mansfelder See­gebiet wird von den Behörden ge­meldet:„Durch die Einleitung der Abwäs­ser und Endlaugen der in der Um­gegend der Ortschaften Amsdorf und Wansleben gelegenen indus­triellen Werke in die am Nordrande dieser Ortschaften befindli­chen Teiche ist das Wasser der­artig verschmutzt und verseucht, daß die Verwendung von Eis aus diesen Teichen zu Kühlzwecken für Fleisch und sonstige Genußmittel im sanitätspolizeilichen In­teresse hat verboten werden müssen."
1926: Die Hundertschaft der Schutzpolizei, die in Eisleben stationiert war, wird feierlich verabschiedet. Der Chronist hält fest: „Schwarz wogt eine nach Tausenden zählende, immer mehr anschwellende Menschenmenge auf dem Marktplatz. Kurz vor 7 Uhr beginnt die Bergkapelle unter Musikdirektor Ferdinand Neißers Leitung ihre Weisen ertönen zu lassen. Um 7.15 Uhr bringt ein offenes Auto den Regierungspräsidenten von Merseburg, Grützner, zum Rathaus. Die Mitglieder der Freiwilligen Turnerfeuerwehr säumen mit ihren flammenden Fackeln die inneren Seiten des von unzähligen Männern, Frauen und Kindern gebildeten Vierecks. Dann naht in Marschkolonne die scheidende Hundertschaft...
Oberbürgermeister Clauß entbietet als Inhaber der Polizeigewalt der Hundertschaft, die wohl zum letzten Mal in Eisleben weilte, seinen Gruß und Dank für hervorragende Pflichterfüllung..."

27. Januar
1889: In Helfta notiert der Chro­nist: „Heute an Kaiser Wilhelms II. erstem Geburtstage, welcher vormittags durch Festgottes­dienst, abends durch ein Festes­sen mit nachfolgendem Krieger­ball gefeiert wurde, überreicht der hiesige Ortsverein der Kirche ein neues, prachtvolles Taufbe­cken mit Taufkanne. Möchten in vielen Gemeinden sich derartige Vereine finden, welche gegründet sind, nicht nur der Lust und dem Vergnügen zu huldigen, sondern zur Förderung gemeinnütziger Kenntnisse, wie. zur Belebung des christlichen und kirchlichen Sinnes."
1915: Der Gesamtvorstand der Konditoren-Innung wehrt sich öffentlich gegen Schmähungen, denen sich die Innungsmeister nach dem Erlass staatlicher Vorschriften zur Streckung der im Krieg knapper werdenden Mehlvorräte ausgesetzt sehen. "Zur Aufklärung" teilen sie mit Blick auf Weizenmehl unter anderem mit: "Den deutschen Konditoren genügt als Jahresbedarf, was das deutsche Volk an einem einzigen Tag verbraucht. Wir verarbeiten in der Hauptsache den Zucker, dessen Nährwert festgestellt und der im Überfluß vorhanden ist. Beim Backprozeß wird eine winzige Menge Mehl... benötigt. In vielen Erzeugnissen wie Schokoladen, Makronen, Baisers, Eis-Sahnen-und Obstspeisen findet sich keine Spur von Mehl..."
1916: Der Geburtstag des Hohenzollern-Kaisers Wilhelm II. öffentlich gefeiert. In der Andreaskirche Eisleben findet ein Festgottesdienst statt, wobei Superintendent Hermann Luther in seiner Predigt mahnt: "Wenn unser Kaiser bei seiner ungeheuren Verantwortung jetzt immer neue Kraft nötig hat, so gilt es für uns, sie ihm zu erflehen in treuer Fürbitte." In der ebenfalls bis auf den letzten Platz besetzen Petrikirche sprach Pastor Heinemann laut Chronik "von der Treue wie sie unser Kaiser seinem Gott gehalten hat, wie Gott sie unserem Kaiser hält und wie wir sie Gott und unserem Kaiser halten wollen". Nach den Gottesdiensten fand laut Chronik "eine kurze militärische Feier unseres Bataillons auf dem Marktplatze statt".
1989: Eislebens Kreisdenkmalpfleger Paul Tischer wird 80 Jahre alt
1993: Verbrechen in der Eisleber Rammtorstraße.Drei Männer vergewaltigen eine Frau.

28.Januar
1898: Helbra: Der Reichstreue Hüttenmannsverein Sektion 8, feierte Kaisers Geburtstag am Donnerstag Abend im Böhmeschen Lokale durch einen gemütlichen Ball. Herr Mittelschullehrer Blümel aus Eisleben hielt im Laufe des Abends eine begeisterte Ansprache, die in einem Hoch auf Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. ausklang. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Gulden, ließ den Protector der Reichstreuen Vereine, Herrn Geh. Rath Leuschner leben, andere Hochs galten der Sektion 8, den Beamten, Gästen usw. Im Bohneschen Restaurant fand ein Festessen statt. Die Sektion 9 der Reichs- treuen Vereine hielt bereits am Sonntag im Fügemannschen Locale eine Vorfeier ab, ebenso an vorhergehenden Tagen der Artillerie— und Kavallerie— Verein. Morgen begehen die Geburtstagsfeiern nachträglich der Krieger-, der Militärverein und der Infanterieverein.
1913: Böse Überraschung in Hettstedt. Der Chronist notiert: „Die nicht ganz vollendete, im nörd­lichen Teile des Stadtparkes mit einem Kostenaufwand von zirka 30 000 Mark erbaute Turnhalle ist dem Einstürze nahe. Das Fun­dament der beim Frohbergschen Garten befindlichen Mauer hat sich bisher um 8 cm gesenkt, wo­durch an zwei Wänden klaffende Risse entstanden und ein Einsturz der Ostseite des Gebäudes zu be­fürchten ist. Vorläufig versuchte man der Gefahr durch Anbringen von Holzstützen zu begegnen. Selbst wenn die Senkung des Fun­daments nicht fortschreitet, dürf­te eine Nieder -legung und Neuer­richtung des beschädigten Teiles nicht zu umgehen sein." Eine gute Woche später entdeck­te' man unter dem Fundament die Ursache der Senkung: drei Rei­hengräber. Die Mehrkosten zur Stabilisierung der Halle wurden auf etwa 1000 Mark geschätzt.
1914: Aus Sandersleben wird der beabsichtigte Einsatz eines neuen Triebwagens auf der Eisenbahnstrecke nach Aschersleben gemeldet. In der Chronik heißt es dazu: „Den Eingaben der Stadt an die Bahndirektion, einen späteren Zug abends von Aschersleben nach Sandersleben zu legen, hat die Bahn entsprochen, indem sie bekanntgibt, daß Montags und Mittwochs von einem noch festzusetzenden Zeitpunkte ab abends halbzwölf Uhr von Aschersleben nach Sandersleben ein Triebwagen fahren soll. Um 12 Uhr soll der Triebwagen nach Güsten weiterfahren, so daß die von Halle kommenden Reisenden noch Anschluß haben werden."
1993: Evakuierung der Thomas-Müntzer - Schule in Helfta wegen einer Bombendrohung.
2015: Eltern der Verwaltungsgemeinschaft Mansfelder Grund – Helbra planen Protestaktion gegen die beabsichtigte Neuregelung für die Kostenbeiträge in den Kindertagesstätten. In Extremfällen sollen die Beiträge um 100 Euro steigen. Die Protestaktion soll am Donnerstag, den 29. Januar um 17.30 Uhr vor der Grundschule in Ahlsdorf stattfinden. Der Anstieg der Kosten resultiert vor allem aus dem Anstieg von Personal-, Betriebs – und Sachkosten. Hinzu kommt noch, das es in den letzten fünf Jahren keine Anhebung der Beiträge gegeben hat.
2016: Kandidaten für Landtagswahl stehen nun fest, Sieben Bewerber gehen im März ins Rennen.
EISLEBEN/MZ - Nun ist es amtlich: Im Wahlkreis 32 (Eisleben) gehen zur Landtagswahl am 13. März sieben Kandidaten ins Rennen um das Direktmandat. Die Vorschläge der Parteien hat der Kreiswahlausschuss gestern auf seiner Sitzung in Sangerhausen bestätigt. Bei den Bewerbern handelt es sich um Eduard Jantos (CDU), Norbert Born (SPD), Stefan Gebhardt (Die Linke), Dagmar Edel (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Diederichs (AfD), Ingo Bodtke (FDP) und Bettina Hellfayer von den Freien Bürgern Mitteldeutschlands (FBM), die nun als Partei anerkannt sind. Der Wahlkreis umfasst die Städte Eisleben, Hettstedt und Gerbstedt sowie die Gemeinden Ahlsdorf, Benndorf, Blankenheim, Bornstedt, Helbra Hergisdorf, Klostermansfeld und Wimmelburg der Einheitsgemeinde Mansfelder Grund - Helbra.

29.Januar
1913: Die Verwaltung des Eisle­ber Gaswerks macht in der Lu­therstadt bekannt: „Mit dem heu­tigen Tag eröffnen wir am Plan No. 16 ein Verkaufslokal und halten dort ein reiches Lager in Beleuch­tungsgegenständen für Gas und Elektrisch, Gas-Kochern, Gas-Plätten, Gas-Heiz- und Badeöfen, Gasglühlichtbrennern, Gas –Niederdruck -und Starklichtbren­nern, Glühkörpern, Cylindern, elektrischen Metallfadenlampen sowie in sämtlichen Ersatzarti­keln für Gas- und elektrische Lam­pen. Wir bitten ein verehrtes Pub­likum, diese Neueinrichtung fleissig benutzen zu wollen."
1925: Die Mansfeld AG kündigt die bevorstehende Stillegung der Kaliwerke bei Eisleben an. Als Grund dafür wird der Verkauf der Kaliquote an den Salzdetfurth-Konzern angegeben. Kurt Lindner erläutert dazu im dritten Band seines Buches „Lutherstadt Eisleben" (1985): „Die Mansfeldische Kupferschiefer bauende Gewerkschaft hatte in den 1890-er Jahren, bald nach der Trockenlegung des Salzigen Sees, in diesem Gebiet Nutzungsrechte auf Steinsalz erworben..Als Teil der Mansfeldischen Gewerkschaft wurden die Kalibetriebe später in einer eigenen Gesellschaft "Mansfeldische Kaliwerke A. G." zusammengefaßt.Zur Erschließung des östlich unserer Stadt liegenden Steinsalzlager wurden oberhalb Unterrißdorfs der Dittrich- und der Wachlerschacht niedergebracht..."
1993: Eisleben erhält offiziell die neue Postleitzahl 06295 die am 1.Juli 1993 eingeführt werden soll.

30.Januar
1751: König Friedrich der Große erlässt Verordnung zur Einwanderung in Preußen. Im Mansfeldischen wird bekannt, dass seine Majestät „allergnädigst gesonnen" sei, „allerlei fremde Familien" aufzunehmen und selbigen das Siedeln zu erlauben in Dörfern, „wo sie nur wollen". Bedingung: die Neusiedler müssen Bauern, Leineweber oder „andere nützliche Handwerker sein". Um ihnen den Aufbau einer neuen Existenz zu erleichtern, bekamen sie vom Staat 60 Taler und wurden 15 Jahre von Steuern befreit. Ergebnis im preußischen Teil der Grafschaft Mansfeld: Im Jahr 1782 wurden hier unter den etwa 27.000 Einwohnern 993 Ausländer und Neusiedler gezählt, ferner 127 Söhne derselben aus der ersten Generation.
1915: In Eisleben wird eine Bekanntmachung zur „Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl" veröffentlicht, da infolge des Krieges die Versorgungslage der Bevölkerung immer größere Schwierigkeiten bereitet.In der Bekanntmachung heißt es unter anderem, „daß sämtliche Haushaltungen und Betriebe der Stadt Vordrucke erhalten, auf denen bis zum 5. Februar die vorgeschriebene Anzeige über etwaige Vorräte zu erstatten ist. Diese Vordrucke, denen Erläuterungen beige- geben sind, werden gebracht und abgeholt. Wer sich vor empfindlicher Strafe schützen will, beachte genau die erlassenen Vorschriften..."
1928: In Klostermansfeld notiert der Chronist:
„Die Gemeindever­tretung beriet die Stellungnahme zur Eingemeindung des Gutsbe­zirkes. Nach Mitteilung des Land­rates soll Klostermansfeld den größten Teil der Domäne erhalten, während an Siebigerode und Mansfeld kleinere Teile fallen sol­len. Man ist mit der Eingemein­dung der Domäne einverstanden, will aber die Domäne ungeteilt nach Klostermansfeld eingemein­det haben.Wegen des Gutsbezirkes Leim­bach soll beim Landrat der Antrag gestellt werden, diesen Gutsbe­zirk ebenfalls ungeteilt nach Klos­termansfeld einzugemeinden."Die Eingemeindung nach Klos­termansfeld sei auch der Wunsch des Besitzers, des Barons von der Recke.
2015: Die Protestaktion der Eltern gegen die Erhöhung der Gebühren in den Kindertagesstätten der Verbands -gemeinde Helbra zeigt erste Wirkung. Bürgermeister Bernd Skrypek vertagte den Tagesordnungspunkt zur nächsten Sitzung am 19.Februar 2015. In der Zwischenzeit wird er alle Landtagsabgeordneten aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz zu einer Diskussionsrunde mit den Eltern über die Auswirkungen des neuen Kinderförderungsgesetzes des Landes einladen. An der Protestaktion beteiligten sich rund 200 Mütter und Väter.Die Elternbeiträge werden sich zum Teil verdoppeln und viele Eltern befürchten die Kosten nicht mehr aufbringen zu können und letzten Endes wegen der Kinderbetreuung zu Hause ihre Arbeit aufgeben zu müssen.

31.Januar
1889: Enttäuschung in Eisleben, als bekannt wird, dass das für heute Abend angekündigte Gastspiel des renommierten „Circus Blumenfeld & Goldkette" im Garten der Central-Halle um einen Tage verschoben werden muss. Blumenfeld & Goldkette, eines der renommiertesten Zirkusunternehmenseiner Zeit, war mit 50 Personen und 30 Pferden nach Eisleben gekommen und hatte ein, wie es hieß, „nobel" eingerichtetes, „gegen Wind und Regenwetter" geschütztes Zelt aufgebaut, „in welchem für jede Bequemlichkeit bestens Sorge getragen" werde.Es biete 1500 Personen Platz und sei mit einer „patentierten Luftventilation versehen, gut erwärmt und des Abends tageshell erleuchtet". Die Eintrittspreise beginnen bei 40 Pfennigen für Kinder und reichen bis 1,25 Mark.
1905: Großbrand in der Gemeinde Unterrißdorf auf dem Gelände der Kupfermühle, wobei Menschen zum Glück nicht zu Schaden kommen. Sowohl Wohnhaus, Ställe und Scheune werden ein Raub der Flammen.Das Feuer wurde am späten Abend im Dachstuhl der Wassermühle entdeckt, heftiger Wind entfacht den Brand immer mehr. Die benachbarte Sämerei wird zerstört, und bald greift das Feuer auch auf das Wohnhaus über. Als Gutsbesitzer Brämer, der zum Zeitpunkt des Unglücks verreist war, zurückkehrt, findet er nur einen Kuhstall und zwei Arbeiterhäuser verschont. Die Feuerwehren Unterrißdorf, Lüttchendorf und Helfta sind ganze Nacht bei eisiger Kälte im Einsatz, ihnen gelingt es unter großer Gefahr aus den Ställen fast das gesamte Vieh zu retten.
1938: Karl Christian Schmidt in Halle gestorben, Bildhauer. Er schuf 1926 eine Kopie des Kame­raden Martin aus Muschelkalk in der Eisleber Neustadt, dessen Original er seinerzeit ausführlich beschrieb. Nach Untersuchung der Symbolfigur der Eisleber Neu­stadt, die auch schon als Eisleber Wahrzeichen oder Symbolfigur des Mansfelder Bergbaus be­zeichnet wurde, zeigte er sich be­reit, die Schäden noch einmal auszubessern, riet aber zu einer Erneuerung des Standbildes. Schmidt wurde 1869 in Lauter (Kreis Gießen) geboren und kam nach der Lehre als Eleve in das Atelier von Prof. Kusthardt, Hil­desheim. „Danach bezog er die Königliche Kunstakademie in Dresden und wurde dort Meister­schüler bei Geheimrat Professor Dr. Schilling", so Klaus Foth im Mansfelder Heimatspiegel Nr. 5/2003.