Mittwoch, 25. Juni 2008

Dezember

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1.Dezember
1904: Viehzählung in Ahlsdorf. In der Gemeinde gibt es 415 viehbesitzende Haushalte mit insgesamt 46 Pferden, 76 Rindern, 287 Schafen, 859 Schweinen und 311 Ziegen. In Ziegelrode werden am selben Tag 20 Pferde, 39 Rinder, 438 Schweine, 220 Schafe und 205 Ziegen gezählt. In der Stadt Eisleben hatten von 2126 Gehöften 1035 einen Viehbestand, während die Zahl der viehbesitzenden Haushalte 1427 betrug.Man zählte 669 Pferde, 342 Rinder, 211 Schafe,2663 Schweine und 437 Ziegen.Aus Wolferode werden gemeldet:25 Pferde,85 Rinder,257 Schafe,854 Schweine,527 Ziegen. Der Ort zählt insgesamt 276 Gehöfte mit Viehbestand.
1910: Eislebens Chronist notiert: „Das verläufige Ergebnis der Volkszählung stellt für unsere Stadt, was nicht überraschen kann, einen Rückgang der Einwohnerzahl von 25.121 im Jahr 1905 um 492 auf 24.629 Einwohner fest. Die Ursache dieser bedauerlichen Erscheinung ist zweifelsohne in den durch den vorjährigen Streik hervorgerufenen Abwanderungen unserer arbeitenden Bevölkerung zu suchen." Mit dem Streik hatten die Mansfelder Berg- und Hüttenleute im Oktober/November 1909 vergeblich versucht, das Recht auf Mitgliedschaft im Allgemeinen Deutschen Bergarbeiterverband (Bochumer Verband) durchzusetzen. Viele von ihnen verließen danach resigniert das Revier.
1914: Das Eisleber Tageblatt machte am 1. Dezember 1914 auf seinen Schaukasten in der Klosterstraße 23 aufmerksam. Dort würden folgende Bilder gezeigt: „Die Kaiserin beim Lazarettzug des Johanniterordens. - Beschießung eines Flugzeugs durch ein Maschinengewehr. - Beginn des Winterfeldzuges." An anderer Stelle schreibt die. Zeitung: „Russische Ausrüstungsgegenstände vom Schlachtfelde Lyck (Ostpreußen) sind im Schaufenster des Herrn Hermann Voigt, Zigarrengeschäft, Andreaskirchplatz 4, ausgestellt, unter anderem eine Garde-Ulan-Ulanka, Patronengürtel, Artillerie-Winkerfahne, Patronenstreifen eines Maschinengewehrs, Infanteriegewehr, Dum-Dum-Geschoß aus einem Offizierrevolver."
1924: Am 1. Dezember 1924 berichtete das Tageblatt aus Siersleben: „Um die Unterhaltungskosten für kirchliche Zwecke decken zu können, ist die ev. Kirchengemeinde gezwungen, Kirchensteuern zu erheben, eine für viele Einwohner unfaßliche Maßnahme... Eine Anzahl Einwohner benutzte nun diese Tatsache als gehässiges Agitationsmittel gegen die Kirche und ihre Anhänger. Es möchten doch viele bedenken, welchen großen Aufgaben die Kirchengemeinde gegenüber steht. Da ist die Anlage eines Brunnens auf dem neuen Friedhof und der Bau einer Leichenhalle dringend notwendig..."

2. Dezember
1904: Aus Hettstedt wird gemeldet:„Ein recht bedauerlicher Unfall ereignete sich mittag auf der Kupferkammer- hütte, indem eine etwa vier Zentner schwere, anscheinend zur Genüge erkaltete Spurschlacke vermutlich wegen des auf dem Erdboden gesammelten Regenwassers explodierte.Etwa zwei Zentner der glühenden, kupfersteinhaltigen Flüssigkeit flogen mit unheildrohendem Krache nach allen Richtungen und verletzten den unverheirateten Hüttenmann Gustav Franke aus Burgörner-Neudorf im Gesicht und Rücken sowie am Arm lebensgefährlich, den 19 jährigen Hüttenmann Gustav Schunk aus Molmeck etwas leichter. Beide fanden sofortige Aufnahme im hiesigen Knappschaftskrankenhaus."
1918: Eisleben erwartet die Rück­kehr der Frontsoldaten, der „Krie­ger", wie es offiziell hieß. Zuvor hatten der Arbeiter-und Soldatenrat, der Bürgerausschuss und der Magistrat die Bevölkerung aufgerufen, die Häuser zu schmü­cken.
In dem Aufruf heißt es unter anderem:„Mitbürger! Schmückt eure Häu­ser mit Fahnen und frischem Grün! Zur Ausschmückung des Bahnhofs, des Bezirkskomman­dos, des Rathauses und anderer wichtiger Punkte der Stadt haben sich mit den Städtischen Behörden Ar­beiter-und Soldatenrat und Bür­gerausschuß zum gemeinsamen Wirken zusammengefunden. Zur Deckung der Unkosten sind ne­ben den in Aussicht gestellten öffentlichen Mitteln freiwillige Beiträge erwünscht. Die beiden Zeitungen der Stadt sowie die Banken haben sich zur Annahme von Spenden bereiterklärt..."
1929: Am 2. Dezember 1929 schrieb das Eisleber Tageblatt: „Wie arg der vorige Winter gehaust hat, das kann der Wanderer heute mit aller Deutlichkeit auf der Landstraße nach Bischofrode feststellen. Die Kirschbäume an ihr gehören auf einer Strecke von etwa 2 km der Stadt. Auf dieser Strecke haben über 200 Bäume entfernt werden müssen, 220 Stück sind neu gepflanzt. Anstelle der bisherigen Kirschbäume sind Birnbäume gepflanzt. Eine ganz nette Ausgabe für die Stadt!"

3.Dezember
1903:Helbra: Bei der diesjährigen Personbestandsaufnahme wurden gezählt, 2 706 männliche, 2 485 weibliche Personen über 14 Jahre und 4323 Kinder unter 14 Jahren, zusammen also 9 515 Seelen. Im Vorjahr waren hier wohnhaft 2 762 männliche über 14 Jahre, 2 511 weibliche über 14 Jahre und 4 441 Kinder, in Summa 9 714 Einwohner. Es ist demnach eine Abnahme von 199 Personen zu verzeichnen.
1913: Aus der Gemeinde Unter­rißdorf wird gemeldet: „Die dies­jährige Personenstandsaufnah­me stellte fest 184 männliche und 188 weibliche Einwohner über 14 Jahre, außerdem 226 Kinder. Zu­sammen 598 Einwohner. Im Jahr zuvor waren es 572 Einwohner: 177 männliche und 181 weibliche Einwohner über 14 Jahre, außer­dem 214 Kinder." Auf dem Paulschacht bei Augsdorf kommt es zu einer Betriebs­störung, wahrscheinlich durch Reißen eines Seiles.Die Förde­rung wird mehr als einen Tag un­terbrochen.Auf der Chaussee am Zirkel­schacht bei Klostermansfeld kol­lidieren zwei Pferdewagen in der Dunkelheit, wobei eine Frau aus dem Wagen geschleudert wird und ins Krankenhaus muss. Eines der beiden Fuhrwerke soll ohne Laterne gefahren sein, hieß es zur Unfallursache.
1914: Aus Mansfeld wird gemeldet, dass der seit sieben Jahren währende Prozess des Naturheilkundigen Voigt gegen den Eigentümer des Johanniter-Siechenhauses jetzt vom Reichsgericht entschieden sei. Voigt hatte gegen das Einleiten der Abwässer in den Hasselbach geklagt und in erster und zweiter Instanz verloren. Das von ihm angerufene Reichsgericht wies die Sache an das Oberlandesgericht zurück, das die Klage jedoch abwies. Erneut wandte sich Voigt an das Reichs -gericht, diesmal mit Erfolg.Der Ausgang des Prozesses war auch für die übrigen Anlieger des Hasselbaches und weit darüber hinaus von Bedeutung, zumal Voigt bereits einen ähnlichen Prozess in zweiter Instanz gegen eine Brauerei gewonnen hatte, die den Hasselbach lange für die Abwasserentsorgung nutzte.
2013:
Am Dienstag, den 3.Dezember fand in der Levana Schule in Eisleben der Tag der offenen Tür statt. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete darüber.
Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet über ein 6000 Jahre altes Bergwerk das bei Erdeborn entdeckt wurde.
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4.Dezember
1889: Ende des Rechtsstreites zwischen Preußen und dem Herzogtum Braunschweig um das Patronat der Cyriakskirche Wolferode. Das Herzogliche Braunschweigische Oberlandesgericht stellt fest, dass das Patronatsrecht des Herzogs erloschen ist. Hintergrund war der Umstand, dass das Amt Sangerhausen mit Wolferode im Jahr 1320 durch Heirat in den Besitz der Herzöge von Braunschweig geraten war. 1352 wurde der östliche Zipfel des Amtes Sangerhausen mit Wolferode mansfeldisch. Doch bis zum Tod des letzten Mansfelder Grafen im Jahre 1780 blieb ein Teil von Wolferode braunschweigisches Lehen, woraus sich der Anspruch des Herzogs auf das Patronat ableitete. Noch im Jahr 1839 gewährte der Herzog zum Bau der Schule an der Wolferöder Kirche einen Zuschuss von etwa 40 Prozent der Gesamtkosten.
1905: Aus Dederstedt wird gemeldet: „Bei der diesjährigen Volkszählung hatte unsere Gemeinde 350 männliche und 370 weibliche, also in Summa 720 Einwohner. Die Einwohnerzahl ist gegen die Vorjahre bedeutend zurückgegangen, denn im Jahre 1885 waren es 769 und im Jahre 1900 noch 755 Einwohner. Dementsprechend hat auch die Zahl der Schulkinder hier abgenommen; während im Schuljahr 1899 die Schülerzahl bis auf 180 gestiegen war, sind es in diesem Jahr nur noch 130 Schüler."In Bornstedt ergab die Zählung 1495 Einwohner,742 männliche und 753 weibliche.Diese lebten in 341 Haushaltungen. Im Gutsbezirk Bornstedt-Neuglück wohnten 61 Personen, im Gutsbezirk Königliche Domäne 109 Personen. Insgesamt hatte Bornstedt 1665 Einwohner einschließlich der 16 russischen Arbeiterinnen, die in den nächsten Tagen den Ort und den Dienst wieder verlassen.
1913: Im Eisleber Bahnhofsviertel sorgt ein Selbstmordversuch für Aufregung. In der Chronik heißt es dazu: „Am Abend gegen halb sechs Uhr versuchte der 26 Jahre alte Bäckergeselle K..., welcher hierin Stellung war, sich am Gartenzaun des Hotels „Zum Graf Hoyer“, am Bahnhof, zu erschießen. Er gab aus einem Revolver zwei Schüsse auf seine rechte Schläfe ab und verletzte sich dadurch schwer. Er wurde nach dem Städtischen Krankenhaus gebracht. Der Grund zur Tat ist nicht festgestellt."Am selben Tag wird in Gerbstedt das Ergebnis der jüngsten Personenstandsaufnahme bekannt- gegeben. Die Stadt hat jetzt 5787 Einwohner, gegenüber 5804 im Vorjahr.In Hedersleben wird der aktuelle Viehbestand mitgeteilt: man zählt im Dorf 339 Rinder, 488 Schweine, 92 Ziegen und 545 Schafe.
1934: In Breitungen wurde am Kuhberg und am Kalkberg nach Kupferschiefer gebohrt. Gefunden wurde allerdings nichts. Ähnlich war die Situation im Hagenfeld bei Uftrungen und im Dittichenröder Winkel. Die Bohrarbeiten führte eine Ascherslebener Firma im Auftrag der Mansfelder Gewerkschaft aus. Auch in Questenberg wurde am Bummerschacht geschürft.

5.Dezember
1900: Willi Köhler in Eisleben geboren, der als Radsportlergroße Popularität erlangte. Willi Köhler hat in Deutschland alles gewonnen, was es zu gewinnen gab und dessen Name noch in den Siegerlisten auftauchte, als er schon längst nicht mehr aktiv war. Dafür sorgte sein gleichnamiger Sohn, der wie sein jüngerer Bruder Dieter Köhler erfolgreich in die Fußstapfen des Vaters trat. Willi (oder Willy?) Köhler jun.f 1925-2014) und der 1928 geborene Dieter Köhler haben 1951 mit der DDR-Auswahl die Internationale Friedensfahrtgewonnen. Der Name Köhler ist untrennbar mit der Blütezeit des Radsports in Eisleben verbunden, als unter anderem auch der spätere Weltmeister Gustav Adolf „Täve" Schur im Mansfeldischen bei Stahl Eisleben trainierte.
1913: Aus Bornstedt wird gemel­det, dass die Überlandzentrale Neuglück vor der Vollendung steht.
"Von stromabnehmenden Ortschaften wird Bornstedt zu­erst versorgt werden. Dort stehen die Masten schon", lesen wir. Weiter heißt es: "Im sogenannten Pallasschen Gute wird ein Trans­formatorenhäuschen aufgestellt. Es sind bereits 75 Hausanschlüs­se gezeichnet. Das Dorf selbst wird von 16 Lampen erhellt. Auch in der Kirche soll angeblich das Licht gelegt werden. Die Leitung nach Großosterhausen zweigt sich am Westende des Dorfes ab und geht hinter dem Dorf nach der Osterhäuser Straße zu. Man hofft, daß noch in diesem Jahr das elektrische Licht bren­nen werde, verschiedene Störun­gen haben aber die Beendigung der Arbeiten verzögert. Die Fer­tigstellung der Zentrale dürfte vor Frühjahr kaum zu erwarten sein."
1924: Der „Zivil-Ingenieur" Erich Heinicke zeigt in Eisleben an, dass er am 1.Dezember das Geschäft seines Schwiegervaters, des Klempermeisters Gustav Rost, Dr. Luther-Straße 28-29, übernommen habe. In den folgenden Abteilungen hält er sich für „bestens empfohlen", wie es in der Anzeige heißt: „Haus- und Küchengeräte, Emaille, Aluminium, Verzinkte und Weißblechwaren, Geschenkartikel in allen Preislagen."Hinzu kommen: „Radioapparate und Einzelteile, Antennenbau und Aufstellung kompletter Anlagen. Werkstätten für Neuarbeit und Reparatur. Klempnerei für Bau-, Haus-und Landwirtschaft, Industrie. Installation aller Art. Aufstellung sanitärer Anlagen, Badeeinrichtungen usw..Modernste Apparate und genaueste Sachkenntnis werden mir gestatten, meiner Kundschaft mit guter und pünktlicher Arbeit bei mäßiger Preisstellung zu dienen."

6.Dezember
1854: Eröffnung der Gaststätte „Mansfelder Hof" in Eisleben, wie Adolph Böttger im „Kreisblatt für den Mannsfelder Seekreis" anzeigt. Unter der Überschrift „Gasthofs-Eröffnung" teilt er mit: „Ein geehrtes, reisendes Publikum, sowie die geehrten Bewohner der Stadt Eisleben und Umgebung erlaubt sich der Unterzeichnete ergebenst zu benachrichtigen, daß derselbe seinen hier, dicht am Halleschen Thore neuerbauten Gasthof und Restauration Mansfelder Hof eröffnet hat. Der ganz ergebenen Bitte um gütige und recht häufige Nutzung seines Etablissements fügt der Unter- zeichnete die Versicherung hinzu, daß es stets sein eifrigstes Bestreben sein wird, dem geehrten Publikum den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen..."
1913: Aufregung in Burgörner, als sich ein schweres Fuhrwerk auf abschüssiger Straße plötzlich selbstständig macht. In der Chro­nik heißt es dazu: „Vor dem Zentral-Hotel stand ein mit Stämmen beladener, wegen des Gefälles der Straße angeleierter Wagen. Auf Geheiß des elfjährigen... leierte der siebenjährige... den Wa­gen ab und dieser sauste nun die steile Straße rückwärts herunter, durchbrach das vor dem Graben der Wipperstraße aufgebaute ei­serne Geländer und stürzte in den Graben, von wo er nur mit vieler Mühe wieder herausgezogen wer­den konnte."Der elfjährige Anstifter saß dabei auf dem Wagen und machte die Fahrt in den Graben mit, „ohne indessen irgend welchen Scha­den zu nehmen", wie der Chronist vermerkt, der hinzufügt: „Mit wel­cher Gewalt der schwere Wagen hinunter sauste, zeigte sich da­ran, daß große Prellsteine glatt herausgehoben wurden. Die Baumstämme standen völlig kopf."
1914:Helbra: Die Militärpflichtigen die in den Jahren 1895, 1894 und 1893 geboren sind und eine endgültige Entscheidung über ihr Militärverhältnis noch nicht erhalten haben, haben sich in der Zeit vom 1. Bis 15. Dezember d. Js. Auf hiesigem Schulzenamte zur Rekrutierungsstammrolle anzumelden, widrigenfalls Bestrafung erfolgt. Auch in früheren Jahren geborene Militärpflichtige, die noch keine endgültige Entscheidung besitzen, haben sich ebenfalls zu melden.
Am 6. Dezember 1924 schrieb das Tageblatt über den Nikolaustag: „Annehmen kann man, daß er ein altgermanischer Festtag war, an dem man dem Gott Odin Opfergaben darbrachte. Diese Gaben, die man abends aufstellte, mögen dann Zeit und Sitte in die Geschenke umgewandelt haben, mit denen man heute die Kinder beschenkt; wie denn auch aus den alten seltsamen Bärenumzügen, die die Germanen wahrscheinlich abhielten, um die winterlichen Sturmdämonen zu verscheuchen, die späteren Nikolausumzüge wurden. Solche Bärenumzüge wurden in einigen Gegenden Sachsens sogar noch im Jahre 1880 abgehalten."
Am 6. Dezember 1929 schrieb das Tageblatt: „Soll man es glauben?'Wir hatten gestern zehn Grad Wärme - und haben morgen den Kupfernen Sonntag. Drei Wochen vor Weihnachten eine Septemberwitterung! Aber das Weihnachtsgeschäft hat begonnen, die Kinder beginnen zu träumen, St. Nikolaus und Knecht Rupprecht spuken in ihren Köpfen, und vor den Schaufenstern sammeln sich die Scharen. Bleibt zu wünschen, daß nicht nur unsere Kinderherzen, sondern auch unsere Geschäftsleute zufriedengestellt werden..."

7.Dezember
1923: Protestversammlung der Eltern der höheren Lehranstalten in Eisleben gegen den geplanten Schulabbau. Der Vorsitzende des Elternrates, Max Heinold, der als Generaldirektor der Mansfeld AG zu den einflussreichsten Männern der Lutherstadt gehört, äußert sein Bedauern darüber, dass der Direktor der Oberrealschule nicht mehr das Vertrauen des Eisleber Magistrats besitzt und sich nach einer neuen Wirkungsstätte um­sehen soll.Die Versammlung verabschiedet eine Entschließung, in der es un­ter anderem heißt: „Die Eltern­schaft der drei höheren Schulen Eislebens erhebt einmütigen Pro­test gegen die schematische Übertragung des Beamtenabba­us auf die Schule. Lehrerabbau ist Schulabbau. Damit wird die Axt gelegt an die Wurzel der deut­schen Volkskraft und das letzte Gut bedroht, das sich das deut­sche Volk aus seinem Zusammen­bruch noch unversehrt bewahrt hat, seine Bildung..."
1930: Die Mansfeld AG macht bekannt, dass sie „für ihre samtlichen subventionsbedürftigen Betriebe" die Stillegung zum Jahresende beantragt habe. „Es handelt sich hierbei, wie bei dergleichen Maßnahme im Sommer dieses Jahres, um einen vorsorglichen Schritt", hieß es weiter. Zur Erläuterung wurde noch mitgeteilt: „Bekanntlich läuft der Subventions -vertrag zwischen der Mansfeld A. G. einerseits und dem Reich und Preußen andererseits zum Jahresende ab. Die Verhandlungen über seine Verlängerung schweben aber bereits seit geraumer Zeit. Um sich für den Fall, daß diese Verhandlungen nicht zum Ziele führen, vor Schaden zu schützen, hat die Mansfeld A. G.'den im Gesetzvorgesehenen fristgerechten Stillegungsantrag gestellt." Die Verhandlungen über den Antrag würden noch im Laufe dieser Woche bei der Regierung in Merseburg stattfinden.
2013 Mitglieder des För­dervereins Schmid-Schacht, die mit Hilfe des Vereins Mansfelder Berg- und Hüttenleute einen Originalhochofen der ehema­ligen Kupferhütte Helbra aus dem Mansfeld-Museum Hettstedt wieder „nach Hause" geholt haben, veranstalteten am Sonnabend, 11 Uhr, vor dem Schmid-Schacht die Grundstein für den Wie­deraufbau des Ofens. Zahlreiche Besucher waren erschienen.

8. Dezember
1910: Tumult in der Fortbildungsschule Ahlsdorf. Die Chronik berichtet: „Am Abend forderte der Lehrer Losch den Schüler S. auf, wegen seines ungebührlichen Betragens den Unterricht zu verlassen. Als dieser nach der dritten Aufforderung nicht gehorchte, wollte ihn Herr Losch mit Gewalt entfernen. Sofort sprang ein anderer Schüler dazwischen und mehrere andere erhoben sich von ihren Plätzen.
Durch sein energisches Auftreten hielt der Lehrer die Empörung in Schranken. Unter harten Drohungen und Schmähungen verließen der Schüler S. und sein Kamerad endlich das Haus. Vor dem Hause sammelte sich eine sehr starke Menschenmenge an, die sich beim Erscheinen des Gendarmen zerstreute. Der Staatsanwaltschaft wurde Meldung erstattet."
1914: Am 8. Dezember 1914 veröffentlichte das Eisleber Tageblatt eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters Riese zur Weihnachtsbescherung in den Lazaretten der Stadt. Mit Blick auf persönliche Spenden teilte er mit, „daß solche Spenden, soweit sie in Sachgaben bestehen, gern von den leitenden Schwestern in den Reservelazaretten im Städtischen Krankenhaus, im Kaiserhof, in der Loge, im Mansfelder Hof, in der Terrasse und im Wiesenhause entgegengenommen werden, während Geldspenden, die ebenso willkommen sind, bei der Kämmereikasse Herrenstraße 10 erbeten werden."
2015: Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet: Deckungslücke beim Theater geschlossen. Kreistag beschließt veränderte Förderung. Der Bestand des Theaters in Eisleben ist vorerst bis 2018 gesichert. Der Kreistag hat dazu gestern Abend mit einem Beschluss zur Änderung des Fördervertrags mit der Kulturwerk GmbH den Weg geebnet. Demzufolge werden zusätzliche Ausschüttungen der Sparkasse genutzt, um eine Deckungslücke im Haushalt der Kulturwerk GmbH als Träger des Theaters auszugleichen. Dabei geht es um jährlich 75 000 Euro.Sie sind vakant geworden, nachdem die Stadt Hettstedt im Juni beschlossen hatte, ihren Anteil von 100 000 auf 25 000 Euro pro Jahr zu kürzen. Inzwischen ist dieser Beschluss im November nach einem Antrag der Linken wieder aufgehoben worden, doch dagegen hat Bürgermeister Danny Kavalier (CDU) mit Verweis auf die klammen Kassen der Stadt Widerspruch eingelegt. Mit seinem Beschluss hat der Kreistag zugleich die Beteiligungsverhältnisse zwischen Landkreis sowie den Städten Eisleben und Hettstedt aufgehoben.

9. Dezember
1259: Ersterwähnung der Rammelburg. Erzbischof Rudolf von Magdeburg bestätigt, dass sein Amtsvorgänger einen Teil des Schlosses „Rammenborch" von Albrecht von Arnstein gekauft habe. Albrechts Sohn Walter bezweifelt später, dass die Übergabe ordnungsgemäß verlaufen sei. Der Name „Rammelburg" wird mit Pfählen in Zusammenhang gebracht, die die Erbauer der ersten Burganlage in den Boden rammten, bis sie festen Grund erreichten. Angeblich soll Graf Albert von Arnstein die Burg um das Jahr 1200 als Lust-und Jagdschloss mit Palisadenbefestigung errichtet haben. Gräben und Schanzen wurden erst später angelegt. Die steil abfallenden Ost-, Süd- und Westhänge waren hingegen fast unüberwindlich.
1913: In Klostermansfeld notiert der Chronist: „Bei Erdarbeiten, die gegenwärtig auf dem alten Friedhofe vor unserer Kirche vor­genommen werden, um das Pfarr­gebäude mit einem Abzugskanal und Wasserleitung zu versehen, sind verschiedene Gräber bloß­gelegt und menschliche Gebeine ans Tageslicht gefördert worden. Die Särge stehen zum großen Teil in der Erde übereinander. In ei­nem Sarge, der wohl schon Jahr­hunderte in der Erde ruht, wurden noch Überreste von seidenen Ge­wändern gefunden, in einem an­deren befanden sich zwei Teller, wovon der eine bunt bemalt und mit einem noch gut leserlichen Spruch am Rande versehen ist. Leider wurden beide Teller bei den Arbeiten zerbrochen."
2015: Wie die Mitteldeutsche Zeitung informiert, hat der Kreistag des Landkreises Mansfeld-Südharz in seiner Sitzung am 7.12.2015 beschlossen, auch den zweiten Intensivtransportwagen (ITW) zu verkaufen. Das Fahrzeug soll an die Stadt Halle verkauft werden. Bereits im Oktober 2015 hatte der Kreistag den Verkauf des ersten der beiden ITW beschlossen, die der Landkreis vor drei Jahren für knapp eine Million Euro angeschafft hat. Die ITW sollten als Alternative für Krankentransporte dienen, die u.a. nicht mit dem Rettungshubschrauber erledigt werden konnten.Die Krankenkassen weigerten sich jedoch die hohen Gebühren für die Nutzung des ITW zu entrichten und zahlten nur unter Vorbehalt.

10. Dezember
1912: Aus Volkstedt wird gemel­det: „Nach der diesjährigen Personenstandsaufnahme wohnen im Gemeindebezirk 367 männ­liche (im Vorjahr: 371) und 356 (im Vorjahr: 359) weibliche Per­sonen über 14 Jahren und 525 (532) Kinder unter 14Jahren; zu­sammen 1248 (1262) Personen. In den beiden Gutsbezirken Volk­stedt wohnen 33 (35) männliche, 31 (33) weibliche Personen über 14 Jahre und 53 (50) Kinder unter 14 Jahre; zusammen 117(118) Personen. Die gesamte Einwoh­nerzahl der Ortschaft Volkstedt beträgt 1365 (1380) Personen. Hinzu kommen noch 116 landwirt­schaftliche Saisonarbeiter."
1923: Die Mansfeld AG versi­chert, dass die von Anwohnern der Krughütte Eisleben und der Kochhütte Helbra beklagte „Rauchplage" nunmehr aufgehört habe. Auf der Krughütte wurde das durch die Stillegung einer al­ten Anlage erreicht. Bei der neue­ren Anlage sei das Brennen des Schiefers nun nicht mehr erfor­derlich.Am selben Tag geht in Eisleben der Kampf um die Finanzierung der Städtischen Oberrealschule in die nächste Runde. Der Vorsit­zende des Elternrates, Mansfeld-Generaldirektor Max Heinold, kündigt eine Eingabe an die bei­den Mansfelder Kreise an, um von ihnen eine finanzielle Unterstüt­zung der Schule zu erreichen. Grund: 51 Prozent der Schüler kommen von auswärts, zumeist aus den Mansfelder Kreisen. Es bestehe Gefahr, dass die Stadt die Schule nicht mehrfinanzieren kann, da fortan erhebliche staat­liche Zuschüsse wegfallen.

11.Dezember
1913: Aus Helbra wird gemeldet: „Das Ergebnis der diesjährigen Personenstandsaufnahme ist fol­gendes: 3138 (im Vorjahr 3050) männliche und 2866 (2760) weib­liche Personen über 14 Jahren sowie 3600 (im Vorjahr 3774) Kin­der unter 14 Jahren. Es ist danach eine Zunahme von 20 Personen eingetreten. In diese Zahlen ist der Gutsbezirk Helbra nicht ein­gerechnet. Das Ergebnis der Vieh-und Obstbauzählungam 1. des Monatsfür den Gemeindebezirk: Gehöfte überhaupt: 755 (im Vorjahr 762), darunter mit Viehbestand 688 (675), viehbesitzende Haushal­tungen 1558(1283). 99(112) Pferde, 47(29) Rinder, 2 (1) Schafe, 2303 (1902) Schwei­ne, 226 (232) Ziegen. Die Zahl der Obstbäume beträgt 12 708 Stück. Zahl der Gehöfte und Hausgärten mit Obstbäumen 645. Zahl der Grundstücke mit Obstbäumen im freien Felde 44."
1930: Aus Gerbstedt wird das Ergebnis der jüngsten Viehzählung gemeldet. In der Stadt werden demnach gehalten: 327 Rinder, 682 Schafe, 1490 Schweine, 474 Ziegen, 167 Pferde, 21 Esel, 871 Kaninchen, 7085 Stück Federvieh und 27 Bienenstöcke. Insgesamt gibt es in Gerbstedt 941 Haushaltungen mit Viehhaltung. Gezählt werden hier 45 Pferde und Fohlen, neun Esel, 201 Rinder, 347 Schweine, 43 Ziegen, 1474 Stück Federvieh und fünf Bienenstöcke. In Wolferode werden gezählt: 38 Pferde, neun Esel, 51 Rinder, 381 Schafe, 751 Schweine, 378 Ziegen, 229 Kaninchen, 2713 Stück Federvieh und ein Bienenstock. Es gibt im Ort 395 Haushaltungen mit Vieh.
1969:Letzte Förderschicht auf dem Otto-Brosowsky-Schacht bei Augsdorf, der bis 1951 Paulschacht hieß. Damit endet der Kupferschieferbergbau im Mansfelder Revier.Der Schacht war mit rund 830 Metern der tiefste in der Mansfelder Mulde. Hier gab es in den Jahren 1952 und 1958 die gewaltigsten Wassereinbrüche der hiesigen Bergbaugeschichte. Die Teufarbeiten hatten am 21. August 1900 begonnen und dauerten bis 1906, ehe das erste Erz gefördert werden konnte. Die Belegschaft erreichte zeitweilig 3000 Beschäftigte, wie Günter Jankowski in „Wichtige Kupferschächte in der Mansfelder Mulde" (1987) schreibt. Nach 1945 arbeiteten hier noch 2000 bis 2500 Bergleute.

12.Dezember
1809:Wiederaufnahme der Arbeiten im Schlüsselstollen, der bis zu seiner Fertigstellung 1879 eine Länge von 31,060 Kilometern erreichen sollte und als Meisterwerk der Ingenieurskunst in die Bergbaugeschichte einging.Es handelte sich um den Weiterbau des sogenannten „Tiefen Mansfelder Schlüsselstollens", der bereits 1743 an einer der tiefsten Stellen im Mansfelder Bergbezirk bei Friedeburg an der Saale begonnen wurde, aber nach 200 Metern nicht weiter kam. 1751 bis 1758 wurde weitergebaut, ehe 1809 das Jahrhundertwerk erneut in Angriff genommen wurde. Unter unglaublichen Schwierigkeiten arbeiteten sich die Bergleute 70 Jahre durch Gestein und Erdreich, ehe am 29. Mai 1879 zwischen Klostermansfeld und Leimbach die letzten beiden Stollenorte miteinander verbunden werden konnten.
1903:Helbra: Die beiden hiesigen Ärzte, Dr. Brenning und Dr. Müller sollen als Knappschaftsärzte angestellt werden. Der erstere für einen Teil der gewerkschaftlichen Arbeiter von Helbra und die aus Benndorf, letzterer für die Belegschaft aus Ahlsdorf und Ziegelrode. Wie wir hören, scheint der Vorstand des Mansfelder Knappschaftsvereins die Anstellung von Knappschaftsärzten beschlossen zu haben. Dem Mitteillungen nach ist Herr Dr. Brenning hierselbst der westlich der gewerkschaftlichen Chausse belegenen Teil Helbra's zugewiesen, wofür Herrn Dr. Böttger die Knappschafts- mitglieder aus Benndorf zugeteilt werden. Herr Dr. Müller bekommt Ziegelrode. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Änderung ist auf den 1. April 1904 festgesetzt.
1938: In Wimmelburg notiert der Chronist: „Die Straßenbahn­schienen werden beseitigt." Wei­ter lesen wir: „Seit Anfang der vo­rigen Woche sind Straßenarbeiter dabei, die Schienen der elektri­schen Kleinbahn, die noch von der alten Schule bis zum Gasthof ,Zum Hirsch' im Straßenpflaster liegen, herauszunehmen und Straßenseite neu zu pflastern. Seit Stillegung der elektrischen Straßenbahn im Jahre 1922 liegen diese Schienen nutzlos da und sind eine Gefahrenquelle für Rad­fahrer und auch Fußgänger ge­worden. Schon mancher Radfah­rer ist gestürzt, da sich die Schie­nen an manchen Stellen aus dem Pflaster herausgehoben hatten. Bei Regenwetter blieb an vielen Stellen das Wasser stehen und bildete Pfützen, sodaß die Fuß­gänger oft bespritzt wurden. Nun endlich verschwinden die Schienen, und die Fahrbahn kann in voller Breite genutzt werden."
1931: Im Eisleber Filmtheater "Capitol" steht der Antikriegs- film "Im Westen nichts Neues" nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque auf dem Spielplan. Das Eisleber Tageblatt verunglimpft den Streifen als "schwächlichen Pazifismus" und äußert die Überzeugung: "Dieser Film, in dem die Linksparteien ein einzigartiges, unübertreffbares Propagandamittel gegen den nationalen deutschen Wider­standswillen gefunden zu haben glaubten, hat die in ihn gesetzten Hoffnungen bitter enttäuscht, ja er hat geradezu das Gegenteil dessen erreicht, was er bezwe­cken sollte: Im Kampf gegen die­sen, den deutschen Frontkämp­fer auf das schwerste beleidigenden Tendenzfilm hat der nationa­le Widerstandswille stärksten Auftrieb erhalten. Auch in Eisle­ben werden die Sozialdemokratie und das Reichsbanner, trotz aller Pressepropaganda, mit dem Remarque-Film keine Blumentöpfe mehr gewinnen können."

13.Dezember
1229:Graf Burchard l. von Mansfeld gestorben, ein Sohn Hoyers III. althoyerischen Stammes. Burchard war eine einflussreiche, in Urkunden oft genannte Persönlichkeit, deren Grabmal in der Andreaskirche Eisleben zu finden ist. Als Reichsgraf nahm der Mansfelder an Reichsversammlungen auf der Neuenburg, in Halle und in Würzburg teil. Kurz vor seinem Tod 1229 gründete er das Zisterzienserinnen-Kloster zu Mansfeld und das Katharinenstift in Eisleben. Burchard hatte zwei Töchter. Gertrud heiratete den Burggrafen Hermann von Meißen, Sophie den Edelherren Burchard von Querfurt, Burggraf zu Magdeburg (gest. 1255), dessen Sohn Burchard III. die Grafschaft Mansfeld 1264 käuflich wieder in einer Hand vereinigte.
1909: Brand im Mansfeld-Büro in der Vikariatsgasse Eisleben. In der Chronik heißt es dazu: „Der Brand brach am Abend gegen 11 Uhr in der Zeitungskammer infol­ge eines defekten Leitungsrohres der Dampfheizung aus, durch­brannte die Decke und breitete sich im Zimmer des Herrn Berg­assessor Koska aus, das vollstän­dig ausbrannte. Doch gelang es unter Aufsicht des herbeigeru­fenen Herrn Landesrat Thewes fast alle Akten und Schriftstücke, wenn auch in stark angekohltem Zustande, zu retten; nur wenige sind ganz verbrannt. Mit der Wiederherstellung der Schriftstücke ist sofort begonnen worden, sodaßin dieser Hinsicht ein nennenswerter Verlust nicht zu befürchten ist. Dagegen sind noch einige Wände und Decken, teils durch Feuer, teils durch Was­ser stärker beschädigt. Der Ge­samtschaden wird mit etwa 2000 Mark angegeben."

14.Dezember
1893: Neue Dorfkirche Rothenschirmbach eingeweiht. Die alte Pankratiuskirche war zu klein und deshalb abgerissen worden. Der Neubau aus rotem Sandstein kos­tete 39 000 Mark, die durch Spenden aufgebracht wurden. Der neugotische Bau, der im März 1893 begonnen wurde, bietet mehr als 250 Personen Platz, der Turm ist 30 Meter hoch.Auftraggeber war Pfarrer Gustav Warneck (1834-1910). Eberhard Eigendorf spricht im Beiheft 7 der Zeitschrift für Hei­matforschung von einem „statt­lichen neuromanischen Saalbau aus Siebigeröder Rotsandstein mit eingezogener halbrunder Chorapsis und quadratischem Westturm" und hebt die „bemer­kenswerte Kassettendecke" her­vor.

15. Dezember
1900: In Eisleben wird das Ergebnis der Volkszählung vom 1.Dezember veröffentlicht: In der Stadt gibt es derzeit 1977 bewohnte Wohnhäuser gegen 1988 im Jahr 1895, unbewohnte Häuser wurden 25 ermittelt, fünf Jahre zuvor hatte es kein unbewohntes Haus gegeben. Andere bewohnte Baulichkeiten wurden 14 gezählt,im Jahr 1895 waren es sechs.Haushaltungen mit zwei und mehr Personen wurden 5004 ermittelt (1895:4840), einzeln lebende Personen mit eigener Hauswirtschaft 616 (447), Gäste in Gasthöfen 39 (1895:33), ortsanwesende männliche Einwohner 11.800(11.310), weibliche 12.098 (11.733) zusammen 23.898 (23.043) Personen. Die Bevölkerung hat in den vergangenen fünf Jahren um 855 zugenommen.
1904:Aus der Gemeinde Helfta melden die Behörden: „Die Personenstandsaufnahme vom November dieses Jahres hat wieder eine Erhöhung der Einwohnerzahl ergeben. Das Zahlenverhältnis der letzten beiden Jahre ist folgendes: männliche Personen über 14 Jahre 793 und 812 (+ 19 Personen), weibliche Personen über 14 Jahre 777 und 783 (+6 Personen); Personen unter 14 Jahren 1073 und 1119(+46); Einwohner insgesamt 2643 und 2714. (+ 71 Personen).Im Gutsbezirk Helfta wohnen 36 männliche Personen über 14 Jahre, 34 weibliche und 72 Kinder, im ganzen 142 Personen. Die gesamte Einwohnerzahl Helftas beträgt also 2856 Seelen."
1924 Am 15. Dezember 1924 veröffentlichte das Eisleber Tageblatt einen Aufruf des Komitees zur Schaffung eines Kriegerdenkmal in Ahlsdorf, in dem es unter anderem heißt: „Es wird erhofft, daß es unter Ausschaltung jeglicher Interessenpolitik, Partei-und Standeszugehörigkeit möglich sein wird, für diesen Zweck eine Einheit in unserer Gemeinde herzustellen, die eine glatte Erledigung des gesteckten Zieles verbürgt. In den nächsten Tagen soll mit der vom Regierungspräsidenten genehmigten Sammlung freiwilliger Beiträge begonnen werden. Spende ein jeder nach seinen Verhältnissen. .."
2014: Der Heimatforscher Peter Lindner hat in mühevoller Kleinarbeit die "Topographia Mansfeldica" (1740)von Johann Albert Biering zur allgemeinen Nutzung für Eisleber Stadtarchiv entziffert.Es handelt sich zwar nicht um das Original,sondern eine Abschrift etwa aus der Zeit um 1800, was jedoch ihren Wert als Quelle für die Heimatforschung nicht schmälert. Bierings Werk besteht aus insgesamt drei Bänden, einer davon beschreibt die Geschichte von Eisleben und diesen Band hat Peter Lindner entziffert.Diese Entzifferung war eine sehr mühselige Arbeit und nahm ein halbes Jahr in Anspruch.
Johann Albert Biering (1677-1745) stammt aus Ahlsdorf, wo sein Vater Johann Pfarrer war, sein Sterbeort ist nicht bekannt. Bierings Vater, wurde 1638 in Eisleben geboren und starb 1696 Ihlewitz. Über den Urgroßvater des Chronisten Johann Albert Biering wird berichtet, dass er als Knabe 1546 in Eisleben an Martin Luthers Leichenzug teilgenommen habe. Aus der Literatur bekannt ist auch noch Friedrich Othmar Biering (1683-1760), der Bruder Johann Alberts. Dieser war Pfarrer in Esperstedt und Asendorf und gab 1751 eine Karte der Grafschaft Mansfeld heraus, die Johann Albert in seinen Büchern verwertete: im „Clerus Mansfeldicus" (1742), laut Erich Neuß einem der besten Quellenwerke zur Religionsgeschichte Mansfelds, in der „Beschreibung des Mansfeldischen Bergwerks" (1734) und in der „Topographia Mansfeldica".
2015: In der Helios - Klinik Eisleben kommt ein neues Katheterverfahren zum Einsatz das den Blutfluss in den Herzkranzgefäßen misst.Das unnötige Einsetzen von Stents kann dadurch vermieden werden.

16.Dezember
1904: Aus Polleben wird gemeldet: „Die Stehlerei nimmt hier in letzter Zeit in ganz erschrecklichem Maße Überhand. Die Diebe entwenden nicht nur Geflügel, sondern vergreifen sich auch an anderen Nahrungsmitteln. So stahlen sie aus dem Bergkeller des Gastwirtes Stammer 22 Flaschen Bier.Aus dem Bergkeller des Mühlenbesitzers König-Helmsdorf entwendeten sie eine größere Menge Kartoffeln. Dabei zerbrachen sie Töpfe mit Sauerkohl und ließen einen Topf mit Sauerteig, worin Sahne vermutet worden war, mitgehen. Am folgenden Tage fand man den Sauerteig, der für die Diebe wohl nutzlos war, auf der Straße liegen."
1914: Am 16. Dezember 1914 berichtete das Tageblatt aus Eisleben: „In blendendem Lichterglanze der Schaufenster prangen all die Herrlichkeiten, die eines Kindes Herz erfreuen. An ihnen hängen die sehnsüchtigen Blicke der Kleinen, und ihr Verlangen wird ihnen im Traume beglückende Wirklichkeit: Soldaten mit fliegenden Fahnen, vom Fußsoldaten bis zum schneidigsten Kavallerieoffizier; Deutsche, Österreicher, Franzosen, Engländer, Russen, Belgier - sie alle stehen trotz gefährlicher Nähe friedlich beisammen; Maschinen, Baukästen, Puppen, Spiele, Läden:wer kann sie alle aufzählen.."
1915:Am 16. Dezember 1915 beriet in Eisleben der Kreistag. Das Tageblatt schrieb: „Dem Antrag des Königlichen Katasteramtes, die Kreisgrenze zwischen Mansfelder Seekreis und Saalkreis, welche zurzeit die Kreischaussee Salzmünde - Schiepzig in mehrfach gebrochener Linie durchschneidet, an dieser Stelle zu begradigen, wurde zugestimmt. Der Antrag des Magistrats zu Eisleben auf einen Zuschusses zu den Kosten des Städtischen Krankenhauses wurde gelehnt. Der Abgeordnete Wege-Wansleben wandte sich dagegen, weil die meisten Kreiskranken wohl nach Halle geschafft würden."
1920: Betriebseröffnung der Omnibuslinie Eisleben-Querfurt. Offiziell ist von einer „Kraftwagen-Personenpost" die Rede, deren erster Wagen morgens, 6.15 Uhr, vor dem Postamt Eisleben nach Querfurt startet, wo er planmäßig um 8,06 Uhr am Postamt eintreffen soll.
1928: Bezirksturntag des Turn­bezirkes Eisleben-Querfurt in der Turnerbund-Halle der Lutherstadt mit insgesamt 13 Vereinen. Ne­ben dem Männerturnverein und dem Turnerbund Eisleben neh­men folgende Turnvereine teil: Kreisfeld, Amsdorf, Erdeborn, Homburg, Schraplau, Wolferode, Helfta, Wimmelburg, Oberröblingen und Polleben. Es wird erwähnt, dass sechs Ver­eine am diesjährigen Deutschen Turnfest in Köln teilgenommen hätten, wobei zwei Mitglieder Sie­gerkränze mit nach Hause brach­ten: „Turnbruder" 0. Thiele vom Männerturnverein Eisleben ge­wann den Fünfkampf, während Turnbruder Dr. Weber vom Turn­verein Vaterland Unterröblingen „im Fünfkampf der Älteren" er­folgreich war.

17.Dezember
1920: In Eisleben erregt ein Milchskandal die Gemüter. Der Chronist notiert: „Die Milchpantschereien, die in den hiesigen Betrieben aufgedeckt worden sind, haben naturgemäß in den Kreisen der Verbraucher größte Erbitterung hervor- gerufen. Man versteht nicht, wie sich jemand im Hinblick auf die furchtbare Not der Säuglinge und Kranken zu solch verbrecherischen Handlungen entschließen kann, und ist erstaunt über die lächerlich geringe Strafe, die über die Verantwortlichen verhängt worden ist."In einer Aussprache, die im Eisleber Rathaus zwischen Verbrauchern und Mitgliedern des Magistrats wegen der erneut bevorstehenden Milchpreiserhöhung stattfand, wurde „diese Entrüstung in schärfsterweise zum Ausdruck gebracht und u.a, gefordert, daß den Schuldigen das Recht zum Fortbetrieb der Landwirt- schaft entzogen wird", so der Chronist und ergänzt: „Bürgermeister Dr. Waltsgott betonte, daß der Magistrat auf das geringe Strafmaß für die Milchpantscher nicht den geringsten Einfluß gehabt habe."
1923: Die Eisleber Stadtverord­netenversammlung beschließt Steuererhöhungen, weil, wie Oberbürgermeister Martin Clauß (SPD) begründet, „wir nicht vor, sondern im finanziellen Zusam­menbruch stehen". Staatliche Zu­schüsse von der Reichsregierung in Berlin seien nicht mehrzu er­warten.Um Geld zu sparen, schlägt der Magistrat unter anderem vor, die Oberrealschule aus der unteren Etage der Friemannschen Villa herauszunehmen. Hier befinden sich unter anderem die repräsen­tativen Diensträume des Schul­direktors Ebert. Die Pläne des Ma­gistrats führen allerdings zu er­heblichen Differenzen mit der Schulleitung, die diese Räume nicht aufgeben will.Am selben Tag wird Stadtbaurat Leypold für weitere zwölf Jahre zum besoldeten Stadtrat gewählt, einstimmig.

18.Dezember
1908: Der Benndorfer Gemein­derat lehnt Antrag des Kreisaus­schusses und des Ausschusses zum Bau der Wippertalbahn auf kostenlose Bereitstellung von Grund und Boden ab, weil die ge­plante Eisenbahn dem Ort keinen Nutzen bringe.
In Eisleben sorgt die geplante Elektrifizierung für Diskussionen. Der Chronist erwähnt eine Ver­sammlung im „Mansfelder Hof", bei der sich etwa 60 Mitglieder des Handwerkermeister-Vereins über die Möglichkeiten, die die Elektroenergie ihnen bringen könnte, informierten. Ihnen wur­de dort mitgeteilt, dass die Überlandgenossenschaft Amsdorf im kommenden Jahr ab August 50 Dörfer zwischen Nietleben und Erdeborn mit Strom versorgen werde. Da dürfe auch eine Stadt wie Eisleben keinesfalls länger zurückstehen, so ein Ingenieur aus Leipzig, der für die Einführung der Elektrizität warb.

19.Dezember
1894: Die Lutherschule macht in Eisleben bekannt: „Die Christbescherung der Lutherschule findet Freitag, den 21. d. Monats, Nachmittag 4 Uhr, in der Aula des Königlichen Seminars hierselbst statt. Freunde und Gönner der Schule ladet zur Theilnahme an dieser Feier ergebenst ein. Martin, Seminardirector". Das Seminar befand sich seinerzeit noch in der Seminarstraße. Am selben Tag teilt auch die Freischule in Eisleben mit: „Die Weihnachtsbescherung für 175 Kinder der Freischule findet Freitag, 21. d. Monats Nachmittag 5 Uhr im Saale der Centralhalle statt. Freunde der Schule werden hierdurch ergebenst eingeladen. Storbeck, Rektor."
1900: Die Behörden machen in Eisleben und Umgebung bekannt: „Die Fernsprech-Anlage von Eisleben nach Helbra wird in nächster Zeit verlegt werden. Jetzt geht sie bekanntlich an der Volkstedter Chaussee entlang und soll nun künftig vom Freistraßentor aus in Eisleben den Feldweg am Chlotildeschacht vorbei nach Helbra geführt werden. Der Grund zu dieser Änderung soll in den Störungen zu suchen sein, die durch die starken elektrischen Strömungen der vom Bahnhof Mansfeld nach Volkstedt führenden Leitung der elektrischen Kleinbahn bei Ferngesprächen hervorgerufen werden."
1908: Der Eisleber Chronist hält fest: „Das alte historische Grundstück „Geist-Stift“ geht in den Besitz des Herrn Zimmermeisters C. Voigt über. Wie zu erfahren war, beabsichtigt der neue Besitzer das umfangreiche Gelände der Bautätigkeit zu erschließen. Geplant ist eine offene Bebauung; es werden also freistehende Wohnhäuser mit Vor- und Hintergärten hier entstehen. Im Interesse der baulich schönen Zukunft dieses aufstrebenden Stadtteiles können wir das nur mit Freuden begrüßen."
2015: Regionalwetter Heute gibt es vielfach Sonnenschein am Himmel, aber auch einige Wolken.Die Temperaturen erreichen bei mäßigen bis frischem Wind 12 bis 13 Grad. Nachts sinken die Werte dann auf 9 bis 6 Grad. Örtlich bildet sich bei klarem Himmel Nebel, sonst ist teilweise bewölkt.

20.Dezember
1923: Der Eisleber Maler Johan­nes Sack (1890-1958) macht bei der Kunstausstellung in der Aula des Martin-Luther-Gymnasiums durch seine eigenwillige Malwei­se von sich reden. Ein Kritiker schreibt: Johannes Sack wird in seiner Leidenschaft für den nicht mehr erdhaften Farbenrausch immer visionärer. Er ist als eigen­williger Kopf konsequent und führt so die Linie seines impulsiv drängenden, ständig mit Proble­men ringenden Schaffens bewußt weiter in das Reich der Unbe­grenztheiten hinein... Erstrebt sich ein Neuland zu erschließen, das in der Jetztzeit vielen Sehnen­den im Gefühls- überschwang und im verlangenden Suchen so nahe zu liegen scheint..." Besonders hervor hebt der Kri­tiker die Gemälde „Heißer Som­mertag", „Bahnhofsstraße", „Weg am Stadtgraben" und „An der Petrikirche" hervor, ferner den Holzschnitt „Marktplatz".

21.Dezember
1913: Brand im Kino am Breiten Weg in der Eisleber Neustadt. In der Chronik heißt es dazu: „Am Nachmittag brach im Neustadt-Theater Feuer aus. Ein Unbefug­ter hatte sich an den Filmen zu schaffen gemacht, die in Brand gerieten. Es verbrannten unge­fähr 4000 Meter Film, die nicht versichert sind.Ein weiteres Unglück ist nicht ge­schehen, weil der Zuschauerraum noch leer war. Die herbeigeeilte Feuerwehr beschränkte den Brand auf seinen Herd. Wie weiter zu erfahren war, soll der Sohn des Besitzers, beim Versuch, die Fil­me zu retten, erhebliche Brand­wunden davongetragen haben."
1915: Am 21. Dezember 1915 meldete das Eisleber Tageblatt einen „gemeinen Bubenstreich" aus Klostermansfeld. Anwohner der Mansfelder Straße, die auf den Gemeindebrunnen angewiesen sind, waren fassungslos. „Als sie am Morgen Wasser holen wollten, fanden sie das Ausflußrohr des Brunnens mit Abortunrat vollständig verstopft vor, so daß das Wasser des Brunnens unbrauchbar geworden ist. Die Anwohner wurden dadurch in die größte Verlegenheit gesetzt. Man sollte es kaum für möglich halten, daß es in jetziger Zeit Leute gibt, die ihre niedere Gesinnung in solch gemeiner Weise offenbaren."
1929: Am 21. Dezember 1929 berichtete das Tageblatt vom Kreistag in Eisleben, der sich mit dem Antrag zur Erweiterung des Verwaltungsgebäudes Lindenstraße 11 befasste. Landrat Koch begründete den Antrag mit der Notwendigkeit, eine Röntgenstation einzurichten, um die Tuberkulose besser bekämpfen zu können.
„Der Antrag wurde mit den 15 Stimmen der sozialdemokratischen und kommunistischen Fraktionen gegen 13 Stimmen des Vaterländischen Volksblocks, der Nationalsozialisten, der Haus- und Grundbesitzer und der Arbeitsgemeinschaft der Mitte angenommen", so die Zeitung.
1930: Am 21. Dezember 1930 meldete das Tageblatt: „Da bekannt geworden ist, daß radikale Gruppen (Kommunisten) beabsichtigen, die diesjährigen Weihnachtsfeiern durch Umzüge und Versammlungen zu stören und in aufreizender Form Beunruhigung in der Bevölkerung hervorzurufen, hat der Regierungspräsident durch Verfügung vom 20.12.1930 alle Umzüge und Versammlungen unter freien Himmel für den 24. Dezembdr auf Grund des Artikels 123 Absatz 3 der Reichsverfassung verboten."
1945: Licht- und Sonnenwendefest auf der Hüneburg in Eisleben. Der Chronist notiert, dass eine „nach Hunderten zählende Schar das heilige Sonnenwendfeuer umstand". Erinnerungen an die Zeit vor 1933 wurden wach, als die Jugend „in begeisterter Hingabe" das Fest beging.Die Chronik berichtet: .„Flamme empor!", so schallte es von den Höhen. Jugend, die Herrin der Erde, daß sie Vaterland werde!"rief Fritz Forwick. "Arbeitende Jugend, wirf alles von dir, was dich in deinem siegreichen Vorwärtsschreiten zum Endziel der Volksdemokratie hindern konnte. Zerschmettere die Mächte der Vergangenheit, des Militarismus und des Faschismus!" Und im weiten Bogen schleuderte er das verhasste Symbol brutaler Knechtschaft, das Hakenkreuz, in die Flammen. Dann stürmte sie heran, unsere neue, freie Jugend. Einzeln und paarweise sprangen Jungen und Mädchen durch die Flammen..."

22.Dezember
1900: In Eisleben wird bekannt gegeben: „Die Übernahme der Elektrischen Bahn durch die Allgemeine Deutsche Kleinbahn- gesellschaft wird bestimmt und spätestens zum 1.Januar 1901 erfolgen. Die Bahn nimmt dann den Titel "Allgemeine Deutsche Kleinbahngesellschaft, Aktiengesellschaft, Betriebsdirektion Bahnhof Mansfeld" an. Daß mit diesem Zeitpunkte auch ein neuer ermäßigter Tarif eingeführt werden wird, wie man vielfach glaubt, ist nicht wahrscheinlich. Die neue Gesellschaft wird jedoch, wie man zu sagen pflegt, etwas ins Geschäft stecken. Die für Eisleben schon lange beschlossenen kleineren Motorwagen sollen baldigst eingeführt und ein Wagendepot erbaut werden. Die Ortsnetze in den Orten, wo dies noch nicht geschehen, werden bald gezogen, auch weitere Baulichkeiten an der Bahn selbst ausgeführt werden."
1904: In Helbra notiert der Chronist:„Heute nachmittag fand bei schönstem Wetter die Einweihung der neugebauten 6 klassigen katholischen Schule hier statt. Die Schulkinder mit ihren Lehrern, die Behörden und Korporationen versammelten sich um 1 Uhr auf dem Lindenplatze. Unter Vorantritt der Einbrodtschen Musikkapelle aus Mansfeld bewegte sich der stattliche Zug nach dem neuen Schulgebäude. Hier angekommen, nahmen die Schulkinder Aufstellung und es wurde das Lied gesungen: „Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit“. Nach dem Gesange ergriff Herr Pfarrer Gerling das Wort zur Weiherede, welche in zu Herzen gehenden Worten erklang..."

23.Dezember
1903:Helbra: Am 2. Weihnachtsfeiertag begeht das in der Schulstraße wohnende Berginvalid Karl Sommer'sche Ehepaar das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten sind noch recht rüstig.Herr Sommer steht im Alter von 77 Jahren, Frau Sommer ist 2 Jahre jünger.
1905: Die Mansfeldsche Kupferschieferbauende Gewerkschaft teilt in Eisleben mit: „Die von mehreren Zeitungen gebrachte Notiz über die Situation der Mansfeldschen Gewerkschaft trifft insofern nicht zu, als der Abschluß pro 1905 voraussichtlich recht befriedigend ausfallen wird. Die Gewerke werden aber gut tun, wenn sie hinsichtlich der Restausbeute sich nicht ganz übertriebenen Erwartungen hingeben. In den nächsten Jahren müssen große Neuanlagen hauptsächlich zur Fortsetzung und Sicherstellung des Kupferschieferbergbaus hergestellt werden, die große Geldmittel erfordern. Zur Beschaffung derselben wird man in erster Linie angemessene Beiträge aus den Überschüssen des Jahres 1905 reservieren müssen."
1908: Eislebens Chronist berich­tet über geplante bauliche Ver­änderungen im Rathaus der Lu­therstadt. Dabei geht es in erster Linie um die Vergrößerung des Sitzungssaales durch Einbezie­hung des Zimmers des Ersten Bür­germeisters, dessen Büro in das „jetzige Polizeisekretariat" ver­legt werden soll.Danach könnten die Stadtverord­neten wenigstens an einer Tafel sitzen, so die Begründung der ge­planten Umbauten. Weiter lesen wir: „Das Polizeibüro könne in das Büro des Herrn Bürgermeisters Georgi verlegt werden und dieser könne das neu geschaffene Eck­zimmer erhalten.Außerdem aber würde in dem ge­räumigen Vorsaale der ersten Eta­ge eine große, nach dem Dach­geschoß führende Treppe errich­tet werden, wo sich noch so viel Räume schaffen ließen, daß auch die Steuerkasse von der Bahnhof­straße wieder in das Rathaus zu­rückverlegt werden könne."
2015: Der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises Mansfeld-Südharz kann mit zehn neuen Fahrzeugen rechnen. Dafür wurden jetzt unter Zustimmung der Krankenkassen rund 925.000 Euro eingeplant.

24.Dezember
1915: Der Eisleber Magistrat veröffentlicht „Verordnung über die Regelung des Milchverbrauchs" in derStadt, die am 1.Januar 1916 in Kraft tritt. Aus ihrgeht hervor, dass jedes Kind bis zum vollendeten 2. Lebensjahr täglich einen Liter Milch erhalten soll. Jedes ältere Kind bis zum vollendeten 14. Lebensjahr kann täglich einen halben Liter erhalten. Jeder Kranke, „der in besonderem Maße auf den Milchbezug angewiesen ist", erhält am Tag auf ärztliche Bescheinigung einen halben Liter Milch.
1918: Schlechte Nachricht aus dem Mansfelder Bergbau. Nach einer außerordentlichen Gewerkenversammlung der Mansfeldischen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft wird bekannt, dass die Zukunft des Bergbaus gefähr­det sei. Die Einnahmen würden die Kosten nicht mehr decken, hieß es. Die Steigerung der Preise für alle Materialien sowie der Löh­ne und Gehälter habe einen Um­fang erreicht, wie er nie für mög­lich gehalten werden konnte. Während im Jahre 1915 bei rund 21.000 Arbeitern und Beamten rund 29 Millionen Mark an Löh­nen und Gehältern gezahlt wor­den seien, sei diese Summe 1918 bei rund 22.500 Arbeiten und Be­amten auf rund 54 Millionen Mark gestiegen und würde sich, falls die neuerdings wiederum erhöh­ten Löhne beibehalten würden, 1919 auf rund 70 Millionen Mark erhöhen, teilt die Gewerkschaft mit.
1925: Am 24. Dezember 1925 schrieb das Eisleber Tageblatt zum Thema Wohnungsnot in Eisleben: „Es werden 600 Wohnungen gebraucht, wenn durchgreifend geholfen werden soll. Die Not hat ihre Ursache in der Vermehrung der Haushaltungen. Die Zahl der Haushaltungen hat sich von 1919 bis 1925 um rund 600 vermehrt. Die kleinen Wohnungen sind fast durchweg überfüllt. In 668 Fällen wohnen mehr als 6 Personen in drei Räumen (Stube, Kammer und Küche), und zwar in 358 Fällen 6 Personen, in 171 Fällen 7 Personen, in 65 Fällen 8 Personen, in 46 Fällen 9 Personen, in 23 Fällen 10 Personen, in l Falle 11 Personen, in 4 Fällen 12 Personen."
1949: Die zweite Glocke der Volkstedter Peter- und Paulskirche, die Osanna-Glocke, wird zum ersten Mal nach langer Zeit wieder geläutet. Sie hatte im Kriegsjahr 1941 zum Einschmelzen abgeliefert werden müssen, gelangte jedoch nicht in den Schmelzofen, sondern in das Glockenlager Hamburg, von wo sie am 15. Dezember zurückkehrte. Die Osanna-Glocke besteht aus Bronze und hat nach Angabe der Gemeinde einen Durchmesser von 964 Millimetern, die Höhe beträgt 764 Millimeter, das Gewicht 506 Kilogramm. Sie stammt aus dem Jahr 1463, wie aus einer Inschrift hervorgeht. Die zweite Glocke, die große Marien-Glocke, misst 970 Millimeter im Durchmesser und ist 754 Millimeter groß, Gewicht: 534 Kilogramm. Sie trägt keine Jahreszahl, könnte aber noch älter sein. Vielleicht stammt sie gar aus dem Jahr der Altarweihe 1390.

27.Dezember
1915: Der Gesamtvorstand der Konditoren-Innung wehrt sich öffentlich gegen Schmähungen, denen sich die Innungs- meister nach dem Erlass staatlicher Vorschriften zur Streckung der im Krieg knapper werdenden Mehlvorräte ausgesetzt sehen. "Zur Aufklärung" teilen sie mit Blick auf Weizenmehl unter anderem mit: "Den deutschen Konditoren genügt als Jahresbedarf, was das deutsche Volk an einem einzigen Tag verbraucht. Wir verarbeiten in der Hauptsache den Zucker, dessen Nährwert festgestellt und der im Überfluß vorhanden ist. Beim Backprozeß wird eine winzige Menge Mehl... benötigt. In vielen Erzeugnissen wie Schokoladen, Makronen, Baisers, Eis-Sahnen-und Obstspeisen findet sich keine Spur von Mehl..."
1938: Winterchaos in Eisleben und Umgebung nach heftigen Schneefällen. In der Chronik der Lutherstadt heißt es dazu: „Das heftige Schneetreiben hielt den ganzen Tag an und bald war in der Stadt kaum noch ein Durchkom­men. An besonders windigen Ecken lag der Schnee meterhoch. Der Kampf gegen die Schneemas­sen schien aussichtlos, und nur die allernötigsten Transporte wur­den ausgeführt." Der Winter hat das Mansfelder Land schon seit Tagen fest im Griff, wenngleich die Weihnachts­tage eine Beruhigung der Wetter­lage mit sich brachten. Es war zwar empfindlich kalt, doch auf den Straßen setzte wieder Nor­malität ein, bis dann am 27. De­zember erneuter Flockenwirbel einsetzte.
1989: Letzter Rohsteintransport von der August-Bebel-Hütte in Helbra zur Kupfer-Silber-Hütte Hettstedt. Damit endet nach 109 Jahren „der regel- und planmäßige, seit der Beendigung des Abbaus in der Mansfelder Mulde im Jahr 1969 schon stark reduzierte Zugverkehr der Mansfelder Bergwerksbahn", wie im Band 4 der Monografie „Mansfeld - Die Geschichte des Berg- und Hüttenwesens" (2011) zu lesen ist. Die Schmalspurbahn hatte am 15. November 1880 auf einer 4,5 km Strecke zwischen den Glück-hilf-Schächten und der Kupferkammerhütte Hettstedt den Betrieb aufgenommen und wurde bald darauf zwischen Eisleben und Hettstedt schrittweise ausgebaut. Um Jahr 1900 erreichte das Streckennetz 50 Kilometer, mit allen Nebengleisen waren es gar um die 95 Kilometer. Die Bergwerksbahn hatte nicht allein für den Erz- und Gütertransport große Bedeutung, sondern war auch ein wichtiges Verkehrsmittel für die Bergleute.

28.Dezember
1913: Egbert Hayessen in Eisle­ben geboren. Als einer der Wider­standsgruppe um Claus Schenk Graf von Stauffenberg gegen die Naziherrschaft ist er am 15. Au­gust 1944 in Plötzensee hinge­richtet worden. Es ist möglich, dass er mit dem 1910 verstorbe­nen Mitbegründer der Zuckerfab­rik Großosterhausen Amtsrat Harko Hayessen verwandt war. Hayessens Werdegang ist bislang wenig erforscht. Bekannt ist je­doch, dass er sein Abitur nicht am Eisleber Luthergymnasium ab­legte, sondern an der Kloster­schule im thüringischen Roßle­ben. Danach ging er zum Militär, wurde Berufsoffizier. Am 15. Juli 1944 erfuhr der Major der Wehr­macht von dem geplanten Attentat auf Hitler und übernahm dabei eine Schlüsselrolle. Nach der Aus­schaltung Hitlers sollte er die Ver­bindung zwischen dem Berliner Stadtkommandanten Paul von Hase und dem Polizeipräsidenten der Hauptstadt, Heinrich von Hell­dorf, halten.

29.Dezember
1904: Aus den USA kommt die Meldung, dass auf der Weltausstellung in Saint Louis zwei der dort vergebenen Medaillen nach Eisleben gehen. So erhielt der Magistrat der Lutherstadt „in Abteilung P. Gruppe 142 - körperliche Ausbildung von Kindern und Erwachsenen" die silberne Medaille. Freuen konnte sich auch der Fotografenmeister Fritz Ette in der Bahnhofstraße, dem, wie es in der Mitteilung heißt, „in Gruppe 16 - Photographie - die goldene Medaille zuerkannt wurde".Aus Klostermansfeld wird am selben Tag gemeldet, dass dort erstmals einige elektrische Lampen und Gaskandelaber aufgestellt " werden sollen, „um Behörden und Publikum von der Vorzüglichkeit ihres Lichtes als Straßenbeleuchtung zu überzeugen." Der Ort hat bislang noch eine Petroleumbeleuchtung.
1929: Am 29. Dezember 1929 berichtete das Eisleber Tageblatt über eine vor kurzem publik gewordene Betrugsaffäre im Arbeitsamt der Lutherstadt: „Zu den noch in vollem Gange befindlichen Untersuchungen der aufgedeckten Verfehlungen einiger Angestellter des hiesigen Arbeitsamtes, wird von der Kriminalpolizei bemerkt, daß es durchaus im Interesse einer reibungslosen Weiterführung der Ermittlungen liegt, wenn vorerst noch darauf verzichtet wird, Einzelheiten über den Stand der Angelegenheit bekannt zu geben..."
1935: Von der größten Baustelle des Mansfelder Seekreises, dem Saaledurchstich in Rothenburg, wird gemeldet: "Reges Leben herrscht auf dem Bau. Vom oberen Ende des oberen Vorhafens, das noch unter Wasser steht, bis hinauf auf die Bergeshöhe liegen fünf Schienenstränge übereinander.Zwölf Dampf-und zwei Diesellokomotiven ziehen die Förderwagen- züge bergauf und bergab. Fünf Kompressoren liefern die Preßluft für die Gesteinsbohrer, und im Kanalbettarbeiten ein Löffelbagger und ein Greifer. Dampframmen und Wasserhaltungsmaschinen vervollständigen den Maschinenpark auf der Arbeitsstelle.370.000 Kubikmeter Bodenaushebungen und 400.000 Kubikmeter Felsaushebungen sind zu fördern und zu lagern. Etwa 4000 Quadratmeter Rammarbeiten sind auszuführen und 11.000 Kubikmeter Betonarbeiten noch zu bewältigen...".
2014: Günter Schauseil gibt sein Geschäft am Eisleber Mart auf und geht in den Ruhestand. Familie lebt seit 1837 in der Lutherstadt. Günter Schauseil betrieb ein Eisenwaren-, Hausrat und Werkzeuggeschäft am Eisleber Markt. Zur Geschichte des Geschäftes und der Familie Schauseil berichtet Burkhard Zemlin: Start mit Konditorei Im Jahr 1873 erwarb Hermann Schauseil aus Naumburg die Adler-Apotheke am Eisleber Markt und richtete hier eine Bäckerei und Konditorei ein, trat so in die Fußstapfen seines Vaters und des Großvaters, deren Weiß- und Zuckerbäckerei in der Domstadt seit 1729 nachweisbar ist. 1875 übernahm Sohn Emil den Betrieb, er war 1883 Zeuge der Aufstellung des Lutherdenkmals und Teilnehmer der Lutherfeiern auf dem Markt.„Unter Emil Schauseil entwickelte sich die Konditorei zu einer so hohen Blüte, daß der Ruf der Firma über Eisleben und den Seekreis hinausging", schrieb das Eisleber Tageblatt am 9. September 1937 zum 100-jährigen Bestehen des Betriebes. 1910 folgte mit Ernst Schauseil ein Enkel des Gründers. Dieser richtete im Haus ein kleines Cafe ein. 1913 wurde dessen Sohn Hans geboren, der Vater von Günter Schauseil, der den Betrieb bis 1972 führte. Danach richtete der staatliche Handelsbetrieb im Markt 8 die so genannte „Gockelbar" ein, die Goldbroiler anbot, wie Grillhähnchen seinerzeit noch genannt wurden.
2015: Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, das in der Hettstedter Bahnhofstraße befindliche Lichtloch 18 mit Beton geschlossen werden muß nachdem die Mauerwände eingestürzt sind.Einst diente dieser gut zwei Meter schmale Schacht der Luftzufuhr für einen 50 Meter tiefer verlaufenden Stollen.Damit die Ränder des Lichtlochs nicht abrutschen,war es von den Bergleuten mit einer Trockenmauer ausgelegt.Diese wurde nach und nach mürbe und stürzte schließlich herunter.

30.Dezember
1865: Die Ober-Berg-und Hüttendirektion der Mansfeldischen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft macht bekannt: „Von Anfang künftigen Jahres ab erfolgt der Verkauf geformter Bauschlacken auf den Eislebener Hütten für gewerkschaftliche Rechnung. Die Debenten solcher Schlacken wollen daher bei der Verwaltung der Eislebener Hütten, Oberhütte ihre Bestellungen bewirken.Mit dem unmittelbaren Verkaufe sind die Herren Obervoigt Wiedemann zu Mittelhütte und Hüttenvoigt Opel zu Oberhütte beauftragt.Die Bau-Formschlacken werden wie bisher nach dem Schock, die Wickelschlacken dagegen nach dem Gewicht verkauft. Die Preise sind bis auf Weiteres für die Formschlacken von 6-10 Zoll = 25 Sgr..."
1913: Schneefälle beeinträchtigen den Verkehr auf Straßen und Schienen. Vom Bahnhof Mansfeld wird gemeldet: „Die Schneefälle der letzten Tage haben den Eisenbahnverkehr auf der hiesigen Strecke zum Teil lahmgelegt. Von Güsten ist noch kein Zug in Mans¬feld eingetroffen. Ebenso liegen drei Güterzüge auf Bahnhof Mans¬feld fest, die nicht weiterfahren können." Mit Bahnhof Mansfeld dürfte aber wohl Klostermansfeld gemeint sein, denn eine Bahnverbindung zwischen Mansfeld und Güsten gab es nicht. In Schmalzerode notiert der Chronist: „Der starke Schneefall am 30. Dezember hat hier und in der Umgegend erhebliche Verkehrsstörungen zur Folge. Zwischen dem Schmalzeröder Stadtwege und dem Fuße des Windmühlenberges erreichen die Schneemassen die Höhe der Baumkronen. Weder Wagen noch Schlitten kann sie überwinden..."
2014: Der Landkreis gibt die „Wipperliese“ auf. Nachdem das Land die Bahnstrecke zwischen Klostermansfeld und Wippra zum 12.April 2015 abbestellt hat, sieht der Landkreis keine Chance die Traditionsbahn aus eigener Kraft weiter zu betreiben. Der Einsatz von Bussen sei geplant.
2015: Der Amateur-Meteorologe Hermann Laabs aus Eisleben zeichnet seit mehr als 60 Jahren regionale Wetterdaten auf.Laabs hat für 2015 eine mittlere Jahrestemperatur von 10,6 Grad Celsius ermittelt,das ist der zweithöchste Wert seit Beginn seiner Aufzeichnungen. Das diesjährige Weihnachtsfest sei mit 10,2 Grad sogar das bislang wärmste Weihnachten gewesen.

31.Dezember
1904: Eislebens Chronist hält am Jahresende statistische Angaben aus den Kirchengemeinden fest. Die Annen -gemeinde zählte im zurückliegenden Jahr 257 Geburten, 261 Taufen und sieben Kinder, die ungetauft gestorben sind. Insgesamt gab es in der Gemeinde 104 Todesfälle. Konfirmanden wurden 68 Jungen und 79 Mädchen gezählt. Die Nikolai- gemeinde meldete 135 Taufen, 110 Konfirmanden, 43 Hochzeiten und 49 Beerdigungen. Die Jahresstatistik der evangelischen Kirchengemeinde Hergisdorf sieht so aus: 66 Geburten (im Vorjahr 57); 51 Todesfälle (Vorjahr 46) und 15 Hochzeiten (Vorjahr 22).
Das Fundbüro Eisleben teilte mit, dass dort im Laufe des Jahres 104 Gegenstände abgegeben worden seien.
1913: Der Eisleber Magistrat macht bekannt: „Die etwa 500 Meter lange Rodelbahn auf der Hüneburg wird, weitere Schnee­lage vorausgesetzt, von morgen an wieder zur Benutzung gegen Entrichtung folgender Gebühren freigegeben: I. Für Kinder und Ju­gendliche bis zu 15 Jahren: a) am Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Sonnabend 5 Pfennige, b) am Montag, Mittwoch und Freitag 10 Pfennige.
II. Für Personen über 15 Jahren: a) am Sonntag, Dienstag und Donnerstag 10 Pf. b) am Montag, Mitt­woch, Freitag und Sonnabend 20 Pf. Zur Einziehung der Gebühren und zur Beaufsichtigung des Be­triebes ist der Gärtner Richard Schneider bestellt worden, des­sen Anordnungen unbedingt Fol­ge zu leisten ist. Während des Be­triebs der Rodelbahn wird der Schankwirt Dittmann, der im Aus­lauf der Bahn eine Bude aufstellen wird, Speisen und warme Geträn­ke an die Besucher verkaufen.."
1914: Am 31. Dezember 1914 schrieb das Eisleber Tageblatt: „Das deutsche Silvester- und Neujahrsfest war bisher für alle lustigen Menschen eine gute Gelegenheit, einmal im Jahr ihrem Übermut nach Herzenslust die Zügel schießen zu lassen. Diesmal wird es anders sein. Früher als sonst müssen heute nacht unsere Gasthäuser und Kaffees ihre Pforten schließen. Und ruhiger als in den Vorjahren wird es auf den Straßen sein, wenn des Jahres letzte Stunde abläuft. All den Tausenden, deren Herz jetzt in Schmerz und Weh schwingt, wird diese Einschränkung willkommen, wenn nicht gar Bedürfnis sein..."
2015: Regionalwetter: Der letzte Tag des Jahres beginnt trocken und überwiegend freundlich,örtlich auch neblig.Im laufe des Tages nimmt die Bewölkung zu,Regen setzt ein.Die Temperaturen steigen auf 7 Grad. Dazu weht ein mäßiger Südwind.In der Nacht regnet es weiter,und die Luft kühlt auf 2 Grad ab.