Mittwoch, 25. Juni 2008

Oktober

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1.Oktober
1889 In Eisleben wird nach der Kleinen Wiese Bilanz gezogen. Trotz ungünstiger Witterung war die Veranstaltung „recht gut besucht" gewesen. Leider sei es am Abend zu einigen Schlägereien gekommen. Einer davon konnte die Polizei nur mit Mühe ein Ende bereiten.Am selben Tag zeigt A. Asmus in Eisleben an, dass sich sein Geschäft fortan „im Thiemannschen Haus" Markt 51 befindet. Pauline Wancke, die dort bislang Damenschneiderei-Kurse gab, ist in die Sanger- häuser Straße 43 umgezogen. Hermann Meyer übernimmt die Fleischerei Pille in der Halleschen Straße/Ecke Seminarstraße, und der Uhrmacher Albert Wagner verlegt sein Geschäft von der Sangerhäuser Straße 35 in die Nummer 38.
G. Heidlinger zeigt an, dass sich der Verkauf von Singer-Nähmaschinen in Eisleben fortan am Jüdenhof 1 befindet.
1913: Das Postamt Klostermansfeld zieht um, es wird von der Chausseestraße 2 in die Verbindungsstraße 6 verlegt. In Eisleben wechselt die Konditorei mit Cafe in der Halleschen Straße 1 den Besitzer. Hugo Gericke übernimmt das Geschäft von Karl Liebetrau. In der Stadt hält das königliche Bezirkskommando Einzug. Büros und Mannschaften der Militärbehörde finden einstweilen in der Herrenstraße 1 Platz, heute Münzstraße. Das Eisleber Museum registriert die Einlieferung von Resten menschlicher und tierischer Skelette und eines Feuersteinbeils, die alle aus einem westlich von Helbra gefundenen Steinzeitgrab stammen, wie dem Heimatheft „Helbra, Geschichte und Geschichten (1)" zu entnehmen ist. Am selben Tag stirbt in Eisleben der Kaufmann Hugo Feuerstack im 68. Lebensjahr. Er war 1878 bis 1906 Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins und ab 1895 Aufsichts -ratsmitglied der Eisleber Discontogesellschaft.
1914: Helbra: Dienstagabend gegen 8 Uhr kam ein großer Transport, etwa 700 Verwundeter, meist Sachsen in Eisleben durch. Davon wurden rund 220 Mann ausgeladen. 60 Leichtverwundete wurden in zwei Wagen der elektrischen Kleinbahn in das Reservelazarett in Klostermansfeld überführt. Das Begleitpersonal hatte die hiesige Sanitätskolonne gestellt. In den Lazaretten hat sich nun, nachdem alles auf das sorgfältigste vorbereitet war, eine rege Tätigkeit entfaltet.
2015: Die Abwanderung aus dem Landkreis Mansfeld-Südharz hat sich abgeschwächt. Dadurch ist auch im Landkreis ein verlangsamter Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Demzufolge haben Endes des Jahres 2014 insgesamt 142 054 Bürger in Mansfeld-Südharz gelebt. Das teilte das Statistische Landesamt gestern mit. Ein Grund für den Rückgang des Bevölkerungsschwundes sind leicht steigende Geburtenzahlen. So kamen im Jahr 2014 insgesamt 957 Kinder im Landkreis zur Welt - drei mehr als im Jahr zuvor.Damit verzeichnet der Landkreis seit 2007 eine nahezu gleichbleibende Geburtenrate. Ziel der Kreisverwaltung bleibe es, den Landkreis für Familien mit Kindern attraktiv zu machen, so Landrätin Angelika Klein (Linke). Man verfüge über eine moderne Geburtenstation.Zudem werde seit mehr als zwei Jahren das Willkommenspaket „WiKi" an frisch gebackene Eltern ausgegeben, so die Landrätin.

2. Oktober
1898:Helbra: Herr Pfarrvikar Schütte ist zum Ortsschulinspektor für die hiesige kath. Schule und die kath. Privatschulen in Hergisdorf und Benndorf ernannt.
1904: In Wimmelburg wird im neuen Gasthof „Zum Deutschen Kaiser" der Festsaal eingeweiht. Der Wirt verspricht: „Der prachtvolle große Saal und die geschmackvoll eingerichteten Gesellschaftszimmer sind dem geehrten Publikum und Vereinen sehr zu empfehlen."
1905: Franz Wald zeigt an, dass er am Eisleber Markt das Hotel „Zum goldenen Löwen" gekauft habe. Wörtlich teilte er mit: „Dem geehrten Publikum von Eisleben und Umgebung gestatte ich mir hierdurch ergebene Mitteilung, daß ich das Hotel zum goldenen Löwen hierselbst käuflich übernommen habe und unverzüglich zur Renovierung der Gebäude und ihrer Einrichtung schreiten werde.Ich bitte, im Vertrauen auf früher mir bezeugtes Wohlwollen, auch während der Zeit des Umbaus um freundlichen Zuspruch und werde bestrebt sein, dem mir entgegengebrachten Vertrauen nach jeder Richtung hin zu entsprechen." Das Hotel befand sich im Haus Markt 29-30 und galt viele Jahre als das erste Haus am Platze.
1918: Bürgerversammlung im Eisleber Wiesenhaus zum 71. Geburtstag des Feldmarschalls Paul von Hindenburg.
Oberbürgermeister Hans Riese ruft die Bürgerschaft angesichts der infolge des Krieges angespannten Lage zum Durchhalten auf. In der Chronik heißt es dazu, Riese richtete „im vollbesetzten Wiesenhaus-Saale einen tief empfundenen Mahnruf an die Bürgerschaft unserer Stadt, unseren Feldgrauen und ihren Führern auch in dieser schweren Schicksalsstunde
unauslöschliche Dankbarkeit und unwandelbares Vertrauen nicht nur mit Worten, sondern vor allem durch die Tat zu bekunden und so mitzuhelfen, daß wir auch über die nächsten Wochen und Monate hinwegkommen bis zu einem günstigen Frieden."
2. Oktober 1985: Einweihung der Nachbil­dung der ersten deutschen Dampfmaschine im Mansfeld-Museum Hettstedt. Festakt mit dem Minister für Erzbergbau, Metallurgie und Kali, Kurt Singhuber, und Eberhard Wächtler, Vorsitzender des Nationalrates der DDR zur Pflege und Verbrei­tung des deutschen Kulturerbes.

3. Oktober
1880: Die Kochhütte Helbra nimmt die Produktion auf. Namensgeber war Carl Wilhelm Otto Koch (1810-1876), Oberbürgermeister von Leipzig und von 1858 bis 1876 Mitglied der Deputation der Mansfeldischen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft.Zunächst arbeiteten an fünf Öfen 183 Hüttenleute unter Leitung des Obervogtes Uhde. Im Jahr 1903 lieferte die Hütte 48.257 Tonnen Rohstein mit einem Kupferanteil von 37 bis 50 Prozent. 1951 erhielt die Anlage den Namen „August Bebel", 1990 erfolgte die Stillegung.
1898:Helbra: Durch niedergehendes Gestein ist heute Vormittag auf dem Hohenthalschacht der Bergmann Johann Klaudet so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eingetreten ist.
1914: Helbra: Gestern Nachmittag wurde in hiesiger Flur auf einer Schieferhalde eine Leiche gefunden. Die heute Vormittag angestellten Ermittlungen ergaben, daß es sich um den früheren Arbeiter Wilhelm Labsch aus Zillichau, der früher in Ahlsdorf anssäsig war, handelt. Der Tod dürfte infolge Verhungerns eingetreten sein.
1913: Willy Schober in Helfta geboren, Fußballer beim Dresdner SC an der Seite des späteren Bundestrainers Helmut Schön und des legendären Richard Hofmann. Schober war Gastspieler bei Admira Wien und in den 50er Jahren Ober- ligatrainer beim SC Aktivist Brieske-Senftenberg und später auch bei der SG Dynamo Eisleben.Am selben Tag wird in Volkstedt ein Erdstoß registriert. In Eisleben, Jüdenhof 8, eröffnet Willi Borchers ein Wild-und Geflügelgeschäft. Der Verkehrsverein zieht nach dem ersten Ballonaufstieg in der Geschichte der Lutherstadt eine positive Bilanz. Unterm Strich beträgt der Gewinn 249 Mark. Die Reklamepostkartenkommission des Vereins teilt mit, dass bisher rund 84 000 Postkarten bestellt seien. Die Omnibusverbindung Eisleben-Querfurt bleibt im Gespräch.

4.Oktober
1889: Eislebens Chronist notiert, dass sich wegen des nächtlichen Regens der Wasserstand der Bösen Sieben
bedenklich erhöht habe. Der Bach führe soviel Wasser, dass in der Nacht unausgesetzt Wache gehalten werden musste.Von Überflutungen wird allerdings nichts berichtet.Am selben Tag macht die Mansfeldische Kupferschiefer bauende Gewerk- schaft bekannt, dass sie die in der Nähe des Dorfes Großörner gelegene Mahlmühle, die so genannte Pfeiffermühle, mit allem Zubehör ab 1.Januar 1890 meistbietend verpachten werde. Interessenten mögen sich am 12. Oktober in Großörner im Gasthof des Herrn Stölzel einfinden. Die Verpachtungsbedingungen liegen in der erwähnten Mühle zur Einsichtnahme aus.
2005: Der Stadtrat Hettstedt stimmt gegen die Fusion mit der Lutherstadt Eisleben, die vom Eisleber Bürger -meister Peter Pfützner und Landrat Hans-Peter Sommer ins Gespräch gebracht worden war, um den Kreissitz des künftigen Großkreises Mansfeld -Südharz im Mansfelder Land zu behalten. Beide Städte, die ebenso wie die Mansfelder Grunddörfer und Mansfeld bis 1922 durch den Schienenstrang der Elektrischen Kleinbahn ver­bunden waren, hätten zusam­men 41 000 Einwohner, mit den Grunddörfern perspektivisch so­gar über 50 000, mehr als der gesamte Altkreis Sangerhausen. Doch eine Einigung der Mansfel­der kommt nicht zustande.

5. Oktober
1913: Gründung einer Buchbinder-Innung in Eisleben. Der Chronist teilt mit: „Am 5. Oktober fand im Hotel „Grüne Tanne“ eine vom Verbände selbständiger Buchbinder der Provinz Sachsen und des Herzogtums einberufene Bezirksversammlung statt. Nachdem der Versammlungsleiter Obermeister Müller-Halle den Zweck der Zusammenkunft klargelegt hatte,verbreitete er sich über den Nutzen eines engeren Zusammenschlusses aller Kollegen und schloß mit dem Wunsche, auch die Kollegen von Eisleben und Umgebung möchten sich in einer Vereinigung zusammenfinden.Der weitere Verlauf zeitigte das erfreuliche Resultat, daß von den eingeladenen Kollegen ausnahmslos die Gründung einer Buchbinder-Zwangs– Innung beantragt wurde. Mit der vorläufigen Führung dieser Angelegenheit wurden die Herren Buchbindermeister Heinrich Golditz und Buchbindermeister Paul Hirschberg jun. betraut."

6.Oktober
1884:Gottlob Bieling gründet den Eisleber Männergesangverein. Bereits im September hatte er 16 Interessenten in die Gaststätte „Kaiserhalle" eingeladen, „um zunächst Anregungen für einen Zusammenschluß sangesfreudiger Mitbürger zu geben", wie es Jahre später in einem Rückblick heißt. Weiter lesen wird dort: „Die organisatorische Leitung des neuen Gesangvereins wurde dem Direktionsregistrator der Mansfeldischen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft, Wilhelm Enke, anvertraut, der dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahre 1915 getreulich verwaltete. Nachfolger wurde der Buchdruckerei- besitzer Eduard Winkler." Die musikalische Leitung lag 1884 bis 1899 in den Händen des Chormeisters Gottlob Bieling, auf dessen Grab der Verein anlässlich seines 25. Stiftungsfestes eine Gedenktafel enthüllte.

7. Oktober
1889: Die Reichs-Post-und Telegrafenverwaltung teilt in Eisleben mit, dass fortan Telefongespräche zwischen den einzelnen Post- und Telegrafenanstalten gegen eine Gebühr von einer Mark für fünf Minuten möglich seien.Zur Erläuterung heißt es: „Will also Jemand eine in Bornstedt, Creisfeld, Hedersleben, Helfta, Großosterhausen, Polleben, Rothenschirmbach, Wolferode, Siersleben oder Blankenheim, oder in deren Nähe wohnende Person sprechen, so kann die betr. Person an den Fernsprecher der obigen Stationen berufen werden und es kann mit derselben auf dem hiesigen Telegraphenamt direct gesprochen werden. Bemerkt wird noch, daß die Stationen Bornstedt, Hedersleben, Großosterhausen, Polleben und Siersleben wie diejenigen in Creisfeld, Helfta, Wolferode und Blankenheim unter sich verbunden sind. Man kann also von Polleben aus z. B. auch mit Bornstedt usw. sprechen."
1905: Letzter öffentlicher Auftritt der Eisleber Kaiserjungen während eines Provinziallehrertages in der Lutherstadt. Hermann Gottschalk, der Leiter des beliebten Schülerkorps der Grabenschule, legte tags darauf sein Amt nieder und fand keinen Nachfolger. Außerdem fehlte dem Korps der Nachwuchs, wie Gottschalks Erinnerungen zu entnehmen ist, die er 1928 im Mansfelder Heimatkalender veröffentlichte.Darin heißt es unter anderem: „Der Kaiser war seit Herbst 1896 nicht mehr zur Jagd nach Piesdorf gekommen, dadurch fehlte den Schülern der besondere Anreiz, in das Schülerkorps einzutreten und die schweren Lasten der Ausbildungszeit auf sich zu nehmen. Der Zudrang ließ nach, die Auswahl wurde schwieriger, mit den Jahren mußten die Leistungen zurückgehen. Äußere ungünstige Umstände kamen hinzu, dazu war ich überarbeitet und mußte mich entlasten..."
1933: Festversammlung im Landbundhaus Eisleben, heute als „Mansfelder Hof" bekannt. Die Eisleber Segelflieger feiern Flugzeugtaufe, der neue Segler erhält den Namen „Groenhoff". Der Chronist hält fest: Jungflieger Fischer gab einen Überblick über Leben und Schaffen des großen Segelfliegers Günther Groenhoff. Er schilderte das Fliegerleben des jungen Frankfurters, plauderte von dessen Fliegerglück und Fliegertod. Nach immer neuen Rekorden ist dieser erfolg -reiche Rhönflieger am 24. Juni 1932 den Fliegertod gestorben. Anschließend verlas der Vorsitzende der Eisleber Ortsgruppe des Luftfahrtverbandes, Dr. Kreiß, ein Telegramm des Vaters von Günther Groenhoff, in dem dieser für die Ehrung seines Sohnes dankt."
2014: Landesfest 2017 in Eisleben? Weiterlesen

8. Oktober
1923: Die Behörden machen in Eisleben bekannt, dass an diesem Tag der Neubau des Landesbauamtes in der Bismarck- straße 18 (heute Karl-Marx-Straße) bezogen worden sei. „Im Erdgeschoss befinden sich die Diensträume sowie eine Straßenmeisterwohnung, im ersten Stock die Wohnung des Bauamtsvorstandes", heißt es dazu in der Chronik. Aus Hettstedt wird gemeldet, dass es dort in der Nähe des Bahnhofes an der Säurestation der Mansfeld AG einen Unfall gegeben habe. Wir lesen: „Die Lokomotive eines von Mansfeld kommenden Güterzuges fuhr einer auf einer Gleiskreuzung stehenden Lokomotive in die Flanke. Beide Lokomotiven entgleisten. Der Materialschaden ist bedeutend. Die Schuldfrage ist noch ungeklärt."
1990: In Eisleben wird bekannt, dass das Wiesenhaus seinen Besitzergewechselt hat.Heinrich Müller veröffentlicht die folgende Anzeige: „Hierdurch erlaube ich mir, einem hochverehrten Publikum von Eisleben und Umgebung die ergebene Mitteilung zu machen, daß ich das seit 25 1/2 Jahren in Besitz gehabte und betriebene Etablissement zum Wiesenhaus Herrn F. Bettin aus Leipzig käuflich übergeben habe.Ich danke von ganzem Herzen für das mir während dieser langen Zeit in so reichem Maße geschenkte Vertrauen und Wohlwollen und bitte dasselbe auf meinen Herrn Nachfolger übertragen zu wollen."Nachfolger Bettin versichert, dass er dieses Vertrauen rechtfertigen werde.

9. Oktober
1565: Trauerfeier für Georg Morgenstern in Eisleben. Der letzte Schloss-und Hof prediger an der Georgenkapelle des Eisleber Wasserschlosses, der zugleich auch Diakon an St. Andreas war, wird von Generalsuperintendent Hieronymus Menzel beigesetzt. Georg Morgenstern war wie seine Frau und sechs seiner Kinder an der Pest gestorben. Die Morgensterns gehörten im 16. und 17. Jahrhundert zu den bekanntesten Familien der Lutherstadt. Ihre Mitglieder waren unter anderem Geistliche oder Räte der Mansfelder Grafen; Jakob Morgenstern wurde als Rektor des Gräflichen Gymnasiums genannt. Zum Verwandtenkreis gehörte auch der Dichter Martin Rinckart (1586-1649), der 1612 Georg Morgensterns Enkelin Christina geheiratet hatte.
1933: Naturschauspiel über Eisleben. Tausende und Abertausende Sternschnuppen sorgen für eine märchenhafte Kulisse. In der Chronik heißt es dazu:„Fast zwei Stunden lang leuchtete das Firmament ununterbrochen unter dem feurigen Regen der Meteore.Es war, als habe die Natur aus irgendeinem Anlaß ein Riesenfeuerwerk entzündet,als sende sie unzählige Feuerkugeln in das All. Aus allen Himmelsrichtungen leuchteten die Feuerbälle auf, hier vereinzelt, dort in ganzen Schwärmen und zogen ihre gleißende Bahn, um gleich darauf wieder in das unergründliche Dunkel der Weltenweite zu versinken.Als der Rundfunk um die neunte Abendstunde auf das noch nie geschaute Naturereignis aufmerksam machte, stürzten die Menschen aus ihren Häusern auf die Straßen, um dieses grandiose Himmelsfeuerwerk mitzuerleben.. ."
2015: Die Zahl der Grippekranken im Landkreis Mansfeld-Südharz ist in diesem Jahr deutlich angestiegen. Bereits 164 Fälle wurden bisher an das Robert-Koch –Institut gemeldet berichtet die Techniker Krankenkasse.
2014 gab es lediglich 13 meldepflichtige Krankheitsfälle.

10. Oktober
1646: Hinrichtung auf dem Eis­leber Markt. Barbara llgens, die Tochter von Lucas Arndt, „eine schwermütige Weibs- person", wie es in der Chronik heißt, wird mit dem Schwert getötet, weil in ihrem Haus am Sankt Katharinenhof am 9. August 1645 ein Feuer ausgebrochen war, das die halbe Stadt zerstörte. "Der Me­lancholie halben war sie mit der ordent- lichen Strafe (das heißt dem Feuertode) verschont ge­blieben", heißt es im Chronicon Islebiense, der Eisleber Stadt­chronik. Die junge Frau, deren genaues Alter nicht überliefert ist, habe vor Gericht zugegeben, „dass sie durch Antrieb des Bö­sen eine glühende Kohle unter das Dach in das Stroh gelegt" habe. Bei dem Stadtbrand waren insgesamt 165 Häuser, 38 Scheunen und einige tausend Scheffel Getreide vernichtet wor­den. In der Nikolaikirche schmolz auf Grund der großen Hitze das Blei in den Fenstern, die Kirche konnte jedoch gerettet werden.
1813:
Mansfelder Bergarbeiter errichten bei Rothenburg im Verein mit der Bevölkerung unter der Leitung des Bergrates Victor Leopold Friedrich Zimmermann (1778-1836) in nur 30 Stunden eine Brücke über die Saale und schaffen damit die Voraus- setzung für das Übersetzen der gegen Napoleons Streitmacht kämpfenden vereinten Nordarmee unter General Michael Semjono- witsch Fürst von Woronzoff (1772-1856).Woronzoffs Truppen nutzten diese Gelegenheit und besetzten danach schrittweise die gesamte Grafschaft Mansfeld.Eine Woche später wurde dann Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig von den verbündeten Armeen entscheidend geschlagen, womit auch das Ende der französischen Fremdherrschaft in den deutschen Landen besiegelt wurde.
1931:Helbra. Personenstands – Aufnahme der Gemeinde Helbra am 10. Oktober 1931. Bei der am genannten Tage statt- gefundenen Zählung wurden wie folgt gezählt: 850 (857) Hausgrundstücke. 2 733 (2 727) Haushaltungen. 292 (286) Gewerbe- treibende. Dem Glaubensbekenntnis wurden festgestellt: 6 134 (6 161) Evangelische, 1 910 (1 960) Katholische, 321 (275) Religionslose, 52 Christlich – Dissidenten, 12 (8) Neuapostolische, 1 (1) Bibelforscher; also zusammen 8 429 (457) Einwohner. Die in Klammern angegebenen Zahlen sind das Ergebnis der Zählung vom 10.Oktober 1930.Die hauptsächlichsten Arbeitsstätten der hiesigen Arbeitnehmer sind folgende: 1149 werden auf dem Wolfschacht beschäftigt, 336 auf der Kochhütte, 15 auf dem Hohenthalschacht, 72 in Eisleben, 38 in Benndorf und 81 auf dem Ernstschacht, Bahnmeisterei 2, Bäckerei und Zentrale Kochhütte.

11. Oktober
1853: Friedrich Carl August Eisfeld in Helfta geboren, ein Steinsetzer, der als Mitarbeiter des Gymnasial -professors Hermann Größler bekannt geworden ist. Am 29. Dezember 1894 leitete er die Überführung des im Schlamm des Salzigen Sees bei Wansleben gefundenen bronzezeitlichen Einbaums nach Eisleben. Eisfeld führte 1905 gemeinsam mit dem Landwirt Fricke 1905 Grabungen auf der Langelochsbreite oberhalb des Bahnhofs Helfta durch und machte als Sammler zahlreicher Bodenfunde in den Fluren der Gemeinden Helfta und Unterrißdorf von sich reden. Seine Funde gehören zum Grundstock der vorgeschichtlichen Exponate des am 1. Mai 1913 in Eisleben eröffneten Museum des Geschichts- und Alter- tumsvereins der Grafschaft Mansfeld. Friedrich Carl August Eisfeld starb am 3.
1894: Die trockengelegten Flächen des ausgepumpten Salzigen Sees werden erstmals verpachtet. Kurt Wunderlich schreibt darüber 1932 in der Heimatbeilage der Eisleber Zeitung: „Die Flächen wurden in Planstücke und kleine Parzellen angeboten. Die Verpachtung ergab:1)120 Morgen bei Amsdorf mit 1 bis 7,50 Mark für den Morgen,2)50 Morgen bei Wansleben, Bad und Pumpstation mit 1,25 bis 3 Mark für den Morgen, 3)80 Morgen bei Erdeborn und Aseleber Teich mit 2bis 10,50 Mark für den Morgen."Der Verwaltungsbericht der Mansfelder Kupferschieferbauenden Gewerkschaft meldet über das Jahr 1894: „Nachrichtlich wollen wir noch hervorheben, daß die Arbeiten wegen der Trockenlegung des Sees ihren regelmäßigen Fortgang gehabt haben..."

12. Oktober
Am 12. Oktober 1914 meldete das Eisleber Tagblatt: „Vergangene Nacht 2 Uhr wurde auf dem hiesigen Bahnhofe bei einer Revision in einem Bremshäuschen eines Militärzuges ein etwa vierzehnjähriger Junge entdeckt und festgehalten. Derselbe befand sich, wie er sagte, schon zwei Tage unterwegs und erklärte, daß er zu seinem Bruder nach Frankreich wollte, um mit ihm gemeinsam gegen den Feind zu kämpfen. Er wurde der Polizei übergeben.“
2013: Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet unter der Überschrift "Gescheiterte Protestaktion" über den Versuch von Schülern des Humboldt-Gymnasium in Hettstedt, anlässlich eines Berufsinformationstages an dem auch die Bundeswehr teilnahm, ein Plakat mit dem Spruch "Lehr - statt Wehrkräfte" anzubringen. Diese Aktion wurde vom Schulleiter Frank Siebald verboten.
2015: Bei Ausgrabungen in Hübitz werden menschliche Knochen von Archäologen aus der Steinzeit entdeckt.
Die relativ kleinen Knochen lagen eng beieinander, so dass schwer zu erkennen war, ob es sich um zwei oder drei Menschen gehandelt hat.Die Archäologen wurden aktiv, weil ein örtlicher Getränkemarkt seine Lagerfläche erweitern will. Im Vorfeld von Baurbeiten muss das Areal nach Zeugnissen alter Kulturen untersucht werden.Weiter berichtet die "MZ", das die gemachten Funde bis auf die Sicherheitsnadel aus Bronze- nach Angabe der Archäologen aus der jüngsten Steinzeit,Neolithikum, (5000 bis 2000 vor unserer Zeitrechnung) stammen.

13. Oktober
1929: Einweihung des Benndorfer Kriegerdenkmals neben der Katharinenkirche. Ein 97 Zentner schwerer sächsischer Granit. Der „Vaterländische Verband zur Errichtung eines Gefallenendenkmals auf dem Kirchplatz,, hatte bereits 1924 bei der Kirchengemeinde Helbra die Überlassung einer Fläche beantragt, wobei er allerdings auch auf Bedenken stieß, weil es bezüglich der Gestaltung des Denkmals zwischen den Mitgliedern des Bundes aktiver Demokraten, kurz „Reichsbanner" und des Bundes der Frontsoldaten „Stahlhelm" unterschiedliche Auffassungen gab. Letztlich kam es zu einer Einigung unter Einbeziehung von Hinweisen des Konservators der Provinz Sachsen.Die Enthüllung erfolgte nach einem Gottesdienst, ohne Aufmarsch der Vereine, wie Ortschronist Bernd Voigt in seinem Heft „St. Katharinen Kirche Benndorf, 1823-1996" schreibt.
1955: Rudolf Jordan, einer der Hauptverantwortlichen für den Eisleber Blutsonntag vom 12. Februar 1933, wird im Zuge der sogenannten „Adenauer-Aktion" aus Sowjet-russischer Gefangenschaft freigelassen. Er lebte danach in München. Jordan, geboren 1902, war von 1931 bis 1937 Chef derNSDAP im Gau Halle-Merseburg, danach bis 1945 Gauleiter von Magdeburg-Anhalt und 1944 Oberpräsident in Magdeburg. Im September 1945 wurde er von den Engländern verhaftet und an die Amerikaner ausgeliefert, die ihn am 26. Juli 1946 den Russen übergaben. Jordan wurde 1949 nach Moskau gebracht und dort zu 25 Jahren Haft verurteilt, von denen er knapp sechs Jahre verbüßte.
2014: Schreck in der Morgenstunde - Am Bahnübergang bei Klostermansfeld rammt ein Trabi (PKW "Trabant" ) die "Wipperliese".Die Regionalbahn muss Fahrt unterbrechen.Schulkinder werden mit Bus abgeholt.Der Sachschaden an beiden Fahrzeugen wird mit 600 Euro angegeben. Personen kamen nicht zu Schaden.
Mehr über die "Wipperliese" erfahren.

14. Oktober
1829: Gottlob Florstedt zeigt im Kreisblatt für den Mansfelder Seekreis an, dass er sich in Eisleben als Seiler- meister etabliert habe und „im ehemals Lauteschen Hause" wohnt. Das Stammgeschäft befand sich also seinerzeit im Markt 28, es wurde jedoch schon bald in die Freistraße 105 verlegt, wo die Seilerei 1929 ihr 100-jähriges Geschäftsjubiläum feierte. Vom Firmengründer Gottlob Florstedt ging die Seilerei auf die Söhne Gottlob und Otto und schließlich den Enkel Otto Florstedt über. „Acht Seilergeschäfte hat sie in den 100 Jahren überlebt", schreibt der Chronist, der allerdings offen lässt, wann in der Freistraße das letzte Seil gefertigt worden ist.
1915: Am 14. Oktober 1915 schrieb das Eisleber Tageblatt: „Die Ankunft des nach Eisleben verlegten Ersatz -bataillons erfolgt am Sonnabend. Es werden zunächst 1200 Mann erwartet, die bis zur Fertigstellung der Massenquartiere - voraussichtlich auf fünf Tage bei der Bürgerschaft einquartiert werden müssen. Das Bataillon wird auf dem Markte durch die städtischen Behörden begrüßt. Ob und in welcher Weise sich die Schulen und militärischen Vereine beteiligen, wird noch entschieden. Eins ist aber heute schon sicher: Groß und freudig wird die Anteilnahme der Bürgerschaft sein, wenn das Bataillon seinen Einzug hält."
1938: In Gerbstedt wird das Ergebnis der Gerichtsverhandlung nach dem tragischen Badeunfall vom 25.Juni bekannt, bei dem im Gerbstedter Freibad ein elfjähriger junge ertrunken war: Der Besitzer des Bades muss wegen fahrlässiger Tötung fünf Monate ins Gefängnis.Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Unfall vermeidbar gewesen wäre, wenn sich an der Umfassungsmauer des Beckens die in anderen Bädern übliche Haltestange befunden hätte. Bis zum Mauerrand konnte der Junge nicht fassen und nicht einmal die helfende Hand seines Bruders erreichen, weil die Entfernung zu groß war. Als der Bruder den Bademeister zu Hilfe holte, begnügte sich dieser damit, das Becken vom Rand mit einer Stange abzutasten. Erst ein herbeigeeilter Badegast sprang ins Wasser sprang und zog den bereits leblosen Körper an Land, wo alle Versuche, das Kind wieder zu beleben, erfolglos blieben.
1940: Prof. Arthur Otto in Eisleben gestorben, Gründer der ersten Wetterstation in der Lutherstadt. Otto wurde am 26. Februar 1854 in Halle geboren und erhielt 1879 nach Abschluss seiner naturwissenschaftlichen Studien eine Anstellung am Königlichen Gymnasium Eisleben, das sich seinerzeit noch am Andreaskirchplatz befand und 1883 in den Neubau am Schlossplatz umzog. 1901 erhielt Otto den Professorentitel. Bleibenden Wert erlangten seine Publikationen zur Wetterbeobachtung. Er engagierte sich im Mansfelder Verein für Naturkunde, dessen Mitglieder ihn zum Ehrenvorsitzenden wählten.1899 schloss sich Otto dem Harzklub-Zweigverein Eisleben an, dessen Vorsitzender er von 1905 bis zu seinem Tode war.
2015: Erster leichter Schneefall im Mansfelder Land

15. Oktober
1923:Aus dem Eisleber Rathaus wird gemeldet: „Der Magistrat hat sich am Sonnabend in später Sitzung auf Grund der sich überstürzenden wirtschaftlichen Lage mit einem Hilferuf an die Reichsregierung gewandt.Es ist ihm bereits gelungen, zur Steuerung der Not für die allerbedürftigsten Kreise der Bevölkerung und für die nächste Woche sich mit Brotgetreide im Wert von 250 Milliarden für die Brotverbilligung einzudecken. Ein bescheidener Anfang zur Linderung der Not ist den beschränkten Mitteln der Stadt entsprechend hiermit gemacht. Der Magistrat hofft zuversichtlich, daß die Landwirtschaft auch zu ihrem Teil zur Besserung und Verbilligung der Ernährung beitragen wird."

16. Oktober
1573: Hinrichtung in Eisleben, wahrscheinlich mitten in der Stadt auf dem Markt. Im Chronicon Islebiense, der Eisleber Stadtchronik, heißt es dazu: „ 16. Oktober ist ein armer Sünder gerädert um seines Diebstahls willen an einem zehnjährigen Mägdlein."Im Kirchenbuch der Andreasgemeinde Eisleben findet sich an diesem Tag derselbe Eintrag und dazu die noch Anmerkung des Pfarrers: „Bewahre, ehrwürdiger Gott, die Frauen vor üblen Verbrechen, denn üblen Verbrechen pflegen grauenvolle Tode zu folgen."
1909: Aus der Gemeinde Helfta wird gemeldet: „Es ist seitens der Königlichen Eisenbahndirektion beabsichtigt, an der Halle - Kasseler Bahn, und zwar an der Kreuzung der Helfta - Rothenschirmbacher Chaussee (Blaue Chaussee) eine Personenhaltestelle zu errichten. Es war daher bei hiesiger Gemeindevertretung der Antrag eingegangen, der die finan- zielle Beteiligung unseres Ortes betrifft.Die Gemeindevertretung hat nun im Prinzip zugestimmt, über die Höhe der Summe schweben noch die Verhandlungen. Zu diesem Zwecke ist der Gemeindevorsteher beauftragt, an die benachbarten Gemeinden und Gutsbezirke Anfragen zu richten über ihren jährlichen Ab- und Zugang im Güterverkehr. .."
2014:Ausschüsse votieren für das Landesfest 2017.Voraussetzung: Land unterstützt Eisleben/MZ. - Die Mitglieder des Finanzausschusses und des Schul-,Kultur- und Sportausschusses haben sich am Dienstagabend mehrheitlich dafür ausge- sprochen, dass Eisleben im Jahr 2017 den Sachsen-Anhalt-Tag ausrichten sollte. In der gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse war die Mehrheit der Auffassung, dass die Lutherstadt die Gelegenheit des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 nutzen sollte, um im selben Jahr das Landesfest auszutragen.

17. Oktober
1889: Aus der Eisleber Neustadt wird gemeldet, dass bei einem Brand im Breiten Weg 66 zwei Kinder mit knapper Not gerettet werden konnten. Die Ehefrau des Hauseigentümers, die mit ihrem Mann „in Unfrieden lebt", habe am Nach -mittag die Wohnung unter Mitnahme der Betten verlassen.Kurz darauf bemerkten Nachbarn, dass aus den Fenstern der verlassenen Wohnung Rauch drang. Die Wohnungstür wurde gewaltsam geöffnet und man fand zwei Nachbarskinder, vier und zwei Jahre alt, halb erstickt.Wie sich herausstellte, war die Türfüllung bei einem Streit der Eheleute zu Bruch gegangen, so dass die ahnungslosen Kinder Einlass fanden. Das Feuer, dessen Ursache unklar blieb, wurde von Haus -bewohnern gelöscht.
1913: Aus Mansfeld wird gemeldet: „Die Arbeiten an der neuen Wippertalbahn werden mit großer Energie und starkem Maschinen-und Personalaufgebot rüstig gefördert. Bei Leimbach, Vatterode und Biesenrode werden größere Brückenbauten aus Beton aufgeführt; drei Dampfbagger sind in Tätigkeit.Der interessanteste Teil der Bauten wird zweifellos der Durch- bruch durch die Talenge am Rammelburger Schlossberg werden. Die mächtigen, im Wege stehenden Waldriesen, sind bereits niedergelegt."Zu dieser Zeit stehen in Helbra die Arbeiten an der Wasserleitung vor dem Abschluss.

18. Oktober
1913: Feiern zum 100. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, alle Schulen im Mansfeldischen bleiben geschlossen. Nach einem Konzert auf dem Eisleber Markt werden abends Freudenfeuer auf den Höhen um die Stadt entfacht, so auf der Hüneburg, dem Fahnenhügel und dem Hutberg. Der Chronist notiert: „Dichter , Flaggenschmuck von öffentlichen und privaten Gebäuden legt Zeugnis ab von dem herzlichen Anteil, den auch unsere Stadt an der großen nationalen Feier nimmt, deren Zentrum die Stadt Leipzig und in ihr das Völkerschlachtdenkmal bildet."In Polleben wird das Ludwig-Jahn-Denkmal eingeweiht, das nach einem Entwurf des Bildhauermeisters Robert Klausing, Klostermansfeld, entstand.
In Hettstedt werden die Feiern von einem Unglück überschattet, ein Mann stürzt bei der Obermühle in den Mühlgraben. Er kann zwar lebend geborgen werden, stirbt aber noch am selben Tag.
1989: Auf dem Wohnungsbaustandort Gerbstedter Straße in Eisleben beginnt der Rückbau von 40 000 Kubikmetern Haldenschotter, die dort abgelagert worden waren, um herauszufinden, wie sich der künftige Baugrund unter der Last der hier geplanten Wohnhäuser verhält.Am selben Tag verabschieden die Mitarbeiter des Thomas-Müntzer-Theaters Eisleben einen offenen Brief zur Lage in der DDR, in dem sie sich für einen breiten Dialog über „alle unsere Gesellschaft betreffenden Fragen" einsetzen. Es müsse Schluss gemacht werden mit der Kriminalisierung Andersdenkender, mit Androhung und Ausübung von Gewalt gegen sie."Alle dialogbereiten Kräfte müssten die Möglichkeit bekommen, „ihre Positionen und Vorstellungen zur weiteren Entwicklung des Sozialismus in der DDR zu veröffentlichen."

19. Oktober
1923: Pfarrer Hagena wendet sich mit einem „Notschrei" aus der Andreasgemeinde Eisleben an die Öffentlichkeit und zitiert den Brief einer Mutter: „In höchster Not wende ich mich an Sie, können Sie mir einen guten Rat geben, wo ich mich hinwenden kann, um einige Lebensmittel zu erhalten? Hauptsächlich Brotaufstrich und Gries. Die Kinder und ich haben nun schon 3 Wochen weiter nichts als trockene Kartoffeln und Salz und Brot und Salz und das manchmal noch nicht einmal.Die Kinder hält nur noch das Mittagessen von Ihnen (aus der Volksküche). Die kleine liebe hält nichts mehr bei sich, das arme Kind ist schon halb verhungert. Können Sie sich in die Lage denken, wenn eine Mutter zu sehen muß, wie ein Kind nach dem anderen zusammenbricht?" Pfarrer Hagena: „Es sind 7 Kinderlein von 12 bis 1 Jahren. Der Vater ist kränklich. Ich wende mich an die Glieder der Andreas-Gemeinde mit der herzlichen Bitte: Wer noch helfen kann, der helfe dieser und anderen Familien. Es ist herzzerreißend, die abgehungerten Kinder zu sehen..."

20.Oktober
1924: Denkmalsweihe in Seeburg
Am 20. Oktober 1924 schrieb das Eisleber Tageblatt über die Feierlichkeiten zur Einweihung des Kriegerdenkmals in Seeburg: „Am Vormittag sammeln sich die Angehörigen der Vaterländischen Verbände zum Marsch nach Seeburg. Die Radfahrer formieren sich und setzen sich an die Spitze... In Aseleben, das festlich geschmückt ist, wird von der Straße abgebogen und durchs Dorf marschiert. Wieder auf der Chaussee angelangt, erwarten uns Lastkraftwagen und in schneller Fahrt ist Seeburg erreicht. Vor dem Dorfe ordnen sich die Verbände, man bekommt eine Ahnung, welche Massen erschienen sind...

21. Oktober
1889: Der Direktor der Filiale Mansfeld der Rheinischen Dynamitfabrik, Dr. Hermann Topp, muss sich vor Gericht verantworten, weil er am 19. Februar einen Dynamit-Transport nicht ordnungsgemäß angemeldet hatte. Das mit 1760 Kilo- gramm Dynamit beladene Fuhrwerk war auf der Provinzial-Chaussee bei Quenstedt von einem Amtsdiener gestellt worden.
Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig, sondern bat um Freispruch, weil nicht er, sondern der Transportführer, der Fuhrmann Schulze, die Verpflichtung gehabt habe, den Transport beizeiten anzumelden. Das Gericht war jedoch anderer Ansicht und vertrat den Standpunkt, dass allein der Absender der gefährlichen Fracht die Verpflichtung zur Anmeldung habe. Es verurteilte den Leimbacher zu drei Monaten Gefängnis, die geringste mögliche Strafe für dieses Vergehen.
1913: Aus Hedersleben wird gemeldet, dass es dort nach dem Freudenfeuer, das zum 100. Jahrestag der Völker- schlacht bei Leipzig entfacht worden war, fast ein Unglück gegeben hätte. Wir lesen, dass sich drei kleine „noch vorschul- pflichtige Buben" ein eigenes Freudenfeuer machen wollten. Sie hatten sich „aus einem Kaufmannsladen für 9 Pfg. drei Schachteln Streichhölzer geholt und damit einen Haufen Stroh, der vor dem Güntherschen Gutshofe lag, angezündet. Glücklicherweise bemerkte eine Stallmagd rechtzeitig das Feuer und rief sofort die Dienstherrschaft heraus. Diesen und herbeigeeilten Helfern gelang es, das Feuer zu dämpfen..."

22. Oktober
1889:Ein Fuhrmann aus dem Mansfelder Grund wird wegen fahrlässiger Tötung eines Menschen zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass dieser am 16. Juni mit seinem Wagen in Ziegelrode fahrlässig den Tod eines noch nicht zwei Jahre alten Kindes verursacht hatte. In der Urteilsbegründung heißt es: „H. ist am 16. Juni mit einem mit zwei Pferden bespannten Ackerwagen mit 12 Insassen in schnellem Tempo die Dorfstraße heruntergefahren. Als er sah, wie die Kinder über den Straßendamm liefen, hätte er langsamer fahren müssen, um so mehr, da ihm zugerufen wurde. Er behielt aber das schnelle Tempo bei und brachte die Pferde nicht zum Stehen und nunmehr ging der Wagen über das Kind hinweg."
1923: Streik im Röblinger Braunkohlenrevier. Die betroffenen Unternehmen melden: „Die sogenannte Streiklage hat sich seit gestern kaum verändert. Im Bereich der Riebeckschen Werke streiken lediglich auf Grube Fürstenberg zwei Drittel der Belegschaft auf Kupferhammer und Walters Hoffnung ein Sechstel. In allen anderen Betrieben sind die Belegschaften vollzählig zur Arbeit erschienen."Die Organisatoren des Streiks wollen mit dem Arbeitskampf weitere Lohnerhöhungen durchsetzen, weil, wie sie mitteilten, „die Notlage unter den Belegschaften sehr groß" sei. Die Braunkohlengesellschaft erkennt diese Notlage ausdrücklich an, schuld daran sei jedoch die enorme Geldentwertung, so dass trotz scheinbar hoher Löhne der Kauf notwendiger Lebensmittel immer schwieriger werde.
2014: Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet unter Strom der Flüchtlinge: Bisher werden im Landkreis mehr als 700 Männer,Frauen und Kinder aus Krisenherden untergebracht.Laut Expertenmeinung steigt die Zahl an.Der Landkreis sei verpflichtet, rund 50 Flüchtlinge pro Monat aufzunehmen,informierte der Hettstedter Bürgermeister Kavalier.Die Flücht- linge kommen u.a. aus dem Nahen Osten, Afrika,Afghanistan und Indien.

23. Oktober
1913: Vorstandssitzung des Verkehrsvereins Eislebens, der zu diesem Zeitpunkt 218 Mitglieder zählt. Dabei geht es unter anderem um die Gestaltung von Wegweisern für Ortsfremde in der Lutherstadt. Als Berichterstatter der sogenannten „Schilderkommission" spricht sich der Architekt Georg Kutzke für Wegweiser in Form eines Pfeiles aus, weil diese seiner Ansicht nach gefälliger wirken als stilisierte Hände. Weiter schlug er vor, die Wegweiser zur Erhöhung ihrer Wirkung an den Lichtmasten zu befestigen.„Vom ästhetischen Standpunkte aus verurteilte er sodann die auf den bisherigen Entwürfen verwandte Frakturschrift und schlug an ihrer Stelle eine Kursivschrift vor", wurde nach der Sitzung mitgeteilt und dass die Versammlung der Schilderkommission auch weiterhin „freie Hand" lasse.
1979: Die Freiwillige Feuerwehr Sandersleben wird ebenso wie neun weitere Wehren des Kreises Hettstedt mit dem Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr" ausgezeichnet. Der Sanderslebener Ortschronist Peter Puschendorf schreibt dazu in seiner Geschichte des Feuerlöschwesens der Stadt Sandersleben/Anhalt, dass die Feuerwehr zu diesem Zeit¬punkt 54 Mitglieder zählte, davon 12 Frauen.Überdies gab es in Sandersleben auch noch eine Jugendgruppe mit elf Mitgliedern und eine Schülerarbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer", der 15 Jungen und Mädchen der Polytechnischen Oberschule Sandersleben angehörten.
2015: Die Landrätin Angelika Klein informiert in der Mitteldeutschen Zeitung, das elternlose Flüchtlingskinder kurzfristig im Landkreis untergebracht werden müssen.“Sie rechnet kurzfristig mit 65 bis 130 elternlosen Kindern und Jugendlichen, um die sich das Jugendamt des Landkreis kümmern muss. Einige Flüchtlingskinder ohne Begleitung seien schon jetzt im Landkreis angekommen, sagte sie“ Mehr erfahren über Flüchtlinge in Mitteldeutschland

24. Oktober
1938: Aus Eisleben wird gemeldet, dass sich die Räume des Altertumsmuseum nach der Renovierung im neuen Gewand präsentieren. Wir lesen: „Bis auf ein Zimmer, das im kommenden Jahr erneuert werden soll, zeigen sich sämtliche Räume jetzt in einem schlicht-freundlichem Anstrich. Die Sammlungen sind teilweise umgestellt und neu geordnet worden und kommen dadurch besser zur Geltung. Durch knappe Inschriften über den Türen werden die Besucher schon beim Betreten der einzelnen Zimmer auf den Charakter der darin ausgestellten Sammlungen hingewiesen." Eine Führung durch das Museum habe gezeigt, dass die Räume hinter Luthers Sterbehaus „eine Fülle kostbarer Schätze bergen". Die vorgeschichtliche Sammlung gehöre zweifellos zu den wertvollsten ihrer Art.

25. Oktober
1904: Im Landwirtschaftsverein Eisleben werden Eisenbahnprojekte zur Erschließung des Mansfelder Gebirgskreises diskutiert. Insbesondere geht es dabei um das Projekt einer Bahnlinie von Eisleben über die Krughütte, Helbra, Kloster- mansfeld, Leimbach, Vatterode, Biesenrode, Rammelburg, Wippra, Dankerode, Hayn, Auerberg, Stolberg bis Rottleberode.Zur Diskussion steht auch das Bahnprojekt Sangerhausen -Wippra, das im Mansfeldischen jedoch skeptisch gesehen wird. Der Landtagsabgeordnete Reinicke meinte: „Gegenüber den Bestrebungen von Aschersleben und Sangerhausen, den Verkehr an sich zu reißen, ist es Pflicht unseres Kreises, sich zu rühren, sonst könnte leicht die irrige Meinung entstehen, uns läge überhaupt nichts an der Auf Schließung unseres Kreises durch die Eisenbahn."Reinicke plädiert für das Bahnprojekt Eisleben - Leimbach-Wippra, vorausgesetzt, von den Freieslebenschächten werde ein Anschluss nach Hettstedt geschaffen.
1913: Aus Mansfeld werden interessante Bodenfunde gemeldet. Wir lesen: „Bei den Arbeiten an der Bahnstrecke Mansfeld -Wippra wurden vom Schachtmeister Babitsch zwei Funde gemacht, die von großem Interesse sind. In der Nähe der Eckardthütte wurden in zwei Gräbern, anscheinend Hockergräbern, zwei Skelette gefunden. Die Skelette weisen eine außer- gewöhnliche Größe auf, die über das jetzige Durchschnitts-Körpermaß wesentlich hinausgeht. Auch der Knochenbau ist stark.
An anderer Stelle wurden zwei Kanonenkugeln, eine größere und eine kleinere, gefunden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß diese Kugeln aus den Befreiungskriegen stammen und von Russen, als sie in den Tagen der Leipziger Schlacht gegen die Franzosen zogen, abgeschossen sind."
2013: Am 25.10.2013 fand das zweite Treffen der ehemaligen Mitglieder des Kulturensemble der Schule Helbra mit einem Zuwachs an weiteren Mitgliedern im Sportlerheim Helbra statt. Groß war die Freude über das Wiedersehen und es gab wie immer viel zu erzählen. Ein Filmbeitrag über die Kinderferienlager des Mansfeld Kombinates aus den 1950ziger Jahren weckte bei vielen alte Erinnerungen waren diese doch selbst in diesen Ferienlagern gewesen. Anwesend war auch die Leiterin des Helbraer Kinder -und Jugendhauses Frau Bosse. Herr G.Tröge teilte mit, dass geplant sei einen Musikwettbewerb in Abständen von 2 Jahren in Helbra zu organisieren und damit die Leistungen des Kulturensemble und seines Leiters Horst Becker auch in Zukunft fortzuführen.
2014: Ulrich Fischer ist seit 20 Jahren Intendant in Eisleben – und damit einer der dienstältesten Theaterleiter in Deutschland.Weiterlesen

26. Oktober
1938: Aus Mansfeld wird gemeldet: „Auf tragische Weise ist der frühere Leiter der gewerblichen Berufsschule, Rektor i. R. Karl Nothing, eine im Mansfelder Lande durch seine Heimatforschung wohlbekannte Persönlichkeit, in der Nacht zum Mittwoch ums Leben gekommen.Auf dem Heimweg von Amt Leimbach, wo er seit Jahren die Buchführung verwaltete, muß er nachts gegen 2 Uhr - vermutlich im Nebel - vom Wege abgekommen und in den 8 bis 10 Meter tiefen Einschnitt am Viadukt der Wippertalbahn gestürzt sein. Ein dort beschäftigter Maurerlehrling fand ihn dort morgens gegen 7 Uhr in bewußlosem Zustande stark blutend auf..." Noch am selben Tag erlag er im Knappschaftskrankenhaus seinen schweren Verletzungen.
2015: Der Landkreis Mansfeld-Südharz findet keine geeigneten Unterkünfte mehr für die Flüchtlinge, darauf verweist die Landrätin Angelika Klein. Der Landkreis hat zusätzlich 13 neue Leute eingestellt um das Personal in der Betreuung der Asylsuchenden zu entlasten.Der Ansturm der Flüchtlinge überfordert inzwischen die drei Vereine, die sich um die Unterbringung, Versorgung und der Betreuung der Menschen kümmern. In diesem Jahr werden über 2000 Asylsuchende im Landkreis erwartet.

27.Oktober
1859: Ein 17-jähriger Schüler des Königlichen Gymnasiums Eisleben wird zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Er hatte am 21. Mai ein Attentat auf den Oberlehrer Schmalfeld verübt und danach versucht, sich selbst zu töten. Voraus- gegangen war ein Konflikt zwischen Lehrer und Schüler, der sich immer mehr zuspitzte. Im Jahresbericht des Gymnasiums ist von einem „ganz unerwarteten, höchst bedauerlichen Angriff auf das Leben des Herrn Oberlehrers" die Rede. Die Tat ereignete sich in der Wohnung des Lehrers,nachdem der Schüler dort einen angeblichen Brief seines Vaters abgeben wollte. Der Schüler brachte dem Lehrer sieben Messerstiche bei und schoss sich anschließend in den Mund. Der Lehrer überlebte den Angriff.
1894: Der Eisleber Magistrat wandte sich am 27. Oktober 1894 mit einer „Klarstellung" zu Presseberichten über die Erderschütterungen an die Öffentlichkeit. Es sei richtig, dass 160 Häuser in 13 Straßen beschädigt seien, während die Stadt 2200 Häuser mit 73 Straßen zählt. Zitat: „Ein Haus in der Zeisingstraße ist polizeilich, ein zweites daselbst und ein drittes in der Sangerhäuser Straße freiwillig geräumt worden. Die wiederholt aufgetauchte Nachricht von einer bevorstehenden Katastrophe, von den angstvoll und mit schreckensbleichen Gesichtern ihren Geschäften nachgehenden Einwohnern, ja sogar von dem in Aussicht stehenden Untergange der alten Lutherstadt bestehen lediglich in der Phantasie des betreffenden Zeitungsschreibers... Die größte Schädigung erwächst unserer Stadt durch übertriebene Zeitungs -nachrichten."
1912: Betriebsstörung der Elektrischen Kleinbahn im Mansfelder Revier. Der Chronist notiert: „Zum Schrecken der Passagiere versagten abends 8,15 Uhr die Wagen ihren Dienst und blieben teils auf freier Strecke stehen. Die Leitung war ohne Strom. Nach langem Warten zogen es die Mitfahrenden vor, ihren Weg zu Fuß zurückzulegen. Ihre Geduld wäre auch auf eine harte Probe gestellt worden, denn die Störung, deren Ursache ein schadhafter Kessel in der Maschinen- anlage gewesen sein soll, dauerte 2 Stunden. Auch Gewerbebetriebe waren von dem Stromausfall betroffen. In den hiesigen Kinos mußten die Vorstellungen unterbrochen werden und die Direktionen waren gezwungen, das erhobene Eintrittsgeld wieder zurückzuzahlen.

28. Oktober
1904: Aus der Gemeinde Wimmelburg wird gemeldet: "Am Abend gegen halb sechs ertönte im Ort Feuerlärm: das dem Bergmann Michel gehörende Stallgebäude, in welchem Stroh und Futter lagerten, war in Brand geraten. Da gleich Hilfe und Wasser zur Stelle war, konnte das Feuer nicht weiter um sich greifen und schnell gelöscht werden."Am selben Tag notiert der Chronist in Wimmelburg auch noch, dass den Inhabern des Gasthofes „Zur Reichspost" die Konzession zum Schankbetrieb entzogen worden sei. Das Anwesen befindet sich in Besitz der Schäferschen Erben. Der Entzug der Schankkonzession werde so lange dauern, bis der Gasthof verkauft oder verpachtet worden sei, hieß es.
1913: Aus Burgörner, Wipperstra­ße, wird Bluttat gemeldet, wahr­scheinlich in Folge eines Famili­endramas. Ein Mann hatte auf seine Frau geschossen und danach auf sich selbst. Von den Be­hörden hieß es dazu: „Unter Be­gleitung eines Polizeisergeanten und einer barmherzigen Schwes­ter wurde er vom Hettstedter Ge­richtsgefängnis aus, wohin ihn die Gendarmerie eingeliefert hat­te, nach Halle an der Saale in die Klinik gebracht. Dort wurde er sofort nach seiner Ankunft ope­riert und die Kugel entfernt. Obwohl seine Verletzungen schwerer Natur sind, dürfte er, da er eine äußerst kräftige Natur hat, mit dem Leben davonkom­men. Der auf die Frau abgegebene Schuß hatte keine schlimme Fol­gen. Die Kugel ist an einer Kor­settstange abgeprallt und der Streifschuß hat nur eine geringe Fleischwunde verursacht. Über die Veranlassung zu der Tat ist nichts genaues bekannt."

29. Oktober
1919: In Eisleben wird das Ergebnis der Volkszählung vom 8. Oktober veröffentlicht, das deshalb so lange auf sich warten ließ, weil „viele Haushaltungslisten zur genaueren Ausfüllung nochmals zurückgegeben werden mußten", wie es zur Begründung hieß. Nach dieser Erhebung hat Eisleben 22.703 Einwohner in 6145 Haushaltungen. Die Zahl der männlichen Personen beträgt 10.804 (darunter 36 Militärpersonen) gegenüber 10.986 im Jahr 1917, als 1680 Militärpersonen gezählt wurden. Die Zahl der weiblichen Einwohner wurde mit 11.899 angegeben gegenüber 12.659 im Jahr 1917. Im Jahr 1917 wurden noch 23.645 Einwohner in 6158 Haushaltungen gezählt. Der Rückgang sei auf die nach dem Krieg erfolgte Demobilisierung und den Weggang des Ersatzbataillons 36 zurückzuführen.
1938: Abschiedsfeier für den Di­rigenten des Städtischen Sing­vereins Eisleben und Organisten von St. Andreas, Hans-Arnold Metzger, im Hotel „Goldenes Schiff" der Lutherstadt. In der Chronik heißt es dazu, dass Metz­ger einer Berufung nach Heil­bronn an die Kilianskirche folgt. Weiter lesen wir: „Hans-Arnold Metzger, ein Schüler Professor Straubes, kam vor etwa drei Jah­ren nach Eisleben, um hier das verpflichtende Erbe Otto Richters anzutreten und den ausgezeich­neten Ruf unseres Städtischen Singvereins zu erhalten. Erging mit vorbildlichem Eifer an diese schwierige Aufgabe heran und führte sie trotz mancher Wider­stände durch." Metzgers Nachfolger wird Ernst Otto Göring aus Eisenach.

30. Oktober
1894: Der Eisleber Bürgerverein befasst sich unter anderem mit „Übelständen" auf dem Wiesenmarkt. „Als solche bezeichnete der Vorsitzende, Gymnasial-Oberlehrer Jäger, das Fehlen genügender Bedürfnisanstalten und das Unwesen der Würfel- und Spielbuden", heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Weiter lesen wir: „Herr Fleischermeister Schirr -meister wies außerdem auf die häufig mehr als zweifelhafte Güte der von auswärts ohne Kontrolle eingeführten Fleisch-und Wurstwaren und die Mißbräuche beim Bier-und Branntwein-Ausschank hin.Der Vorsitzende teilte mit, daß der Vorstand diese wirklich bedenklichen Seiten unseres Wiesenmarktes zum Gegenstand der Erwägung machen und entsprechende Anträge stellen werde."
1938: Wettbewerb für Segelflugmodelle im Mansfelder Land. Zur Teilnahme an den Südhängen des Hegegrundes hatten sich Schulen aus Eisleben, Helbra, Helfta und Wimmelburg gemeldet. „Trotz des trostlosen Wetters wurden 104 Modelle auf Baurichtigkeit und Bausauberkeit geprüft", so der Veranstalter.
Ergebnisse Klasse A: 1. Ehrenpfordt, 13 Jahre, evangelische Volksschule Helbra; 2. Lips, 13 Jahre, Volksschule Wimmelburg; S.Prussak, 12 Jahre, ev. Volks­schule Helbra.Klasse B: 1. Hoffmann, 2. Römmer, (beide 13 Jahre, Volksschule Wimmelburg); 3. Agt, 16 Jahre, Staatliche Lutherschule Eisleben. KlasseC: 1. Tochtermann, 13Jahre, Staatliche Lutherschule Eis­leben; 2. Müller, 13, Volksschule Wimmelburg; 3. Hafner, 12, ev. Volksschule Helbra.
2015: Der Mansfelder Geschichts-und Heimatverein hat am 29.10.2015 das 24-seitige Berwerbungsformular im Kultusministerium des Landes in Magdeburg eingereicht.Der Antrag muss mehrere Hürden nehmen, wenn die Wiese ins Verzeichns der Unesco aufgenommen werden soll.

31. Oktober
1908: Aus Heiligenthal wird ein Unglück gemeldet, das sich be­reits am Vortag ereignet hatte. Wir lesen: „Der Schweizer des Gutsbesit­zers Schnee hatte die Gewohn­heit, seinen kleinen vierjährigen Knaben mit in den Kuhstall zu neh­men, wo Vater und Mutter be­schäftigt sind.An diesem Tage schlief der Kleine noch und so blieb er in der Woh­nung zurück. Hier ist er dann mun­ter geworden und hat sich an dem Ofen zu schaffen gemacht, bis schließlich Leute Rauch aus der Stube dringen sahen. Beim Be­treten derselben hatte der arme Knabe schon solche Brandwun­den erhalten, daß er auf dem Transporte nach dem Gerbstedter Krankenhaus verschied."