Mittwoch, 25. Juni 2008

August

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1.August
1557: Margaretha von Mansfeld in Seeburg gestorben,Ehefrau des Grafen Gebhard,mit dem sie neun Kinder hatte,vier Töchter und fünf Söhne
1884 Einweihung Ladegast-Orgel in Andreaskirche Großörner
1899 Einweihung Schule Helbra,der Backsteinbau verfügt über 12 Klassenzimmer
1904: Grausiger Fund in einem Steinbruch bei Quenstedt. Spaziergänger entdecken eine grässlich verstümmelte Leiche, nur mit Hose und Stiefeln bekleidet. Wie sich herausstellt, sind es die Überreste des 15-jährigen Arbeitsburschen Emil B. aus Aschersleben. Ein Auge des Toten war ausgestochen, das Herz war durchstoßen und der Ellenbogen zerfleischt. Die Spuren ließen darauf schließen, dass sich das Opfer heftig zur Wehr gesetzt haben muss.Die polizeilichen Ermittlungen endeten ohne Ergebnis. Erst acht Jahre später, im November 1912 wurde bekannt, dass ein früherer Öbster aus Quenstedt auf dem Sterbelager die Tat gestanden habe.
1913 Eröffnung des Eisleber Arbeitsamtes.Eislebens Chronist notiert: "Angeregt durch die vor einiger Zeit im preußischen Abgeordne­tenhaus stattgefundenen kriti­schen Mitteilungen der Abgeord­neten Kunze und Dr. Arendt über unsere Eisleber Lutherhäuser fand am Nachmittag eine Besich­tigung derselben durch den Herrn Königl. Landeskonservator Geh. Oberregierungsrat Lutsch aus Berlin statt. An der Besichtigung nahmen die Herren Landrat v. We­del, Bürgermeister Georgi, Stadt­baurat Leypold, Professor Dr. Leers, Lehrer Rühlemann... und Architekt Kutzke teil...
Es handelte sich um eine Nach­prüfung der seitens des Abg. Kun­ze gemachten Angaben über die teils zu wenig sorgfältige Konser­vierung des Geburtshauses und eine zu weitgehende Ausstattung des Sterbehauses... In sehr ein­gehender Besprechung wurde festgestellt, daß sowohl das Ster­be- als auch das Geburtshaus in sehr gutem Zustand seien..."
1914: Berlin, 1. August 1914. (1 Uhr nachm.) Die deutsche Regierung kündigte der Regierung in Petersburg die Mobilmachung an, falls Rußland nicht binnen 12 Stunden seine Kriegsvorbereitung einstellt und hierüber bestimmte Erklärungen abgibt. Gleichzeitig ist an die französische Regierung die Anfrage über ihre Haltung im Falle eines deutsch-russischen Krieges gerichtet worden.
1945: Felix Ecke (Ralph Wiener) gründet das Eisleber Bürgertheater
1953: Wiedereröffnung des Kinos Siersleben,das 1952 wegen technischer Unzulänglichkeiten geschlossen worden war.
1954: Die Fußballer der Sonderjugend von Stahl Helbra besiegen den Nachwuchs des TSV 1860 München vor 3000 (! ) Zuschauern in einem begeisternden Spiel 3:1
1985: Die Schuhfabrik Eisleben eröffnet in Hergisdorf eine neue Produktionsstätte. Der seit 1981 als Werk der Schuhfabrik Storkow zum Kombinat Schuhe gehörende Betrieb war 1945 als Produktionsgemeinschaft Mansfelder Schwerbeschädigte GmbH gegründet worden, 75 Prozent der Belegschaft waren Kriegsversehrte. 1952 erfolgte die Umwandlung der GmbH in die Produktionsgenossenschaft Mansfelder Land (Progema). 1955 bis 1957 wurde Produktionsgebäude in der Klosterstraße errichtet. Im Jahr 1985 trug jeder sechste Werktätige der DDR Arbeitsschuhe aus Eisleben, der Betrieb zählte 178 Mitarbeiter, von denen 78 Prozent über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten. In jenem Jahr wurden täglich 1.600 Paar Schuhe produziert.

2. August
1911: Die Bewohner des Mansfelder Landes leiden unter einer Hitzewelle, die schon fast zwei Wochen anhält. Alles hofft auf Abkühlung, wenngleich Meteorologen sagen, dass „die augenblickliche Wetterlage auf eine Abnahme der Hitze nicht schließen läßt".Änderung könne nur durch eine schnelle Annäherung eines Tiefdruckgebietes erfolgen, das nordwestliche Winde brächte. „Von einem derartigem Tiefdruckgebiet ist aber bisher noch nicht das Geringste zu spüren", meldet der meteorologische Dienst und setzt hinzu: „Voraussagen läßt es sich auch nicht, und alle derartigen Mitteilungen, die schon heute von dem Ende der Hitzeperiode an einem bestimmten Zeitpunkt sprechen, sind ohne jede tatsächliche Grundlage.Die Dauer der Hitzeperioden ist in den einzelnen heißen Sommern so verschieden gewesen und wechselt zwischen 8 und 32 Tagen, daß auch aus vorangegan¬genen Ereignissen ein Schluß auf diesen Sommer nicht gezogen werden kann."
1913: Aus Oberwiederstedt wird eine Notlandung gemeldet. Wir lesen: „In hiesiger Feldflur, nahe der Freckleber Grenze, mußten infolge eines Motordefektes zwei Militärflieger mit ihrer Rumpler­taube eine Notlandung vorneh­men. Die beiden Offiziere hatten tags zuvor vom Flugplatz Halber­stadt aus einen Fernflug nach Al­tenburg und Leipzig unternom­men. Als sie heute gegen 1 Uhr auf der Rückfahrt die hiesige Ge­gend passierten, bemerkten sie einen Defekt und konnten noch schnell mit einem Gleitflug glück­lich in einem Rübensamenfelde landen, wobei freilich der Propel­ler zerbrach."
Die Maschine wurde repariert, doch der anschließende Startver­such misslang. Das Flugzeug überschlug sich, „den Führer und seinen Begleiter unter sich begra­bend". Beide Männer kamen mit dem Schrecken davon.
1914: Allgemeine Mobilmachung. Der Eisleber Chronist notiert: „Die Nachricht von der Mobilmachung hat sich in Windesschnelle verbreitet. Die Straßen beleben sich immer mehr. Die Leute erörtern miteinander die serbische, die russische Frage, die Schritte, die nun kommen, die Verproviantierungsfrage.
Plötzlich erklingen vom Marktplatz her weihevoll die Töne eines Chorals. Die Bergkapelle in ihrer Uniform spielt ihn zum Beginn des Platzkonzertes. Er spricht eine erschütternde Sprache, dieser schlichte Choral. Er klagt und jubelt, beschwichtigt und tröstet die Menschenherzen, die zagend schlagen. Wie ein Aufschrei klingt es, mühsam zurückgehaltene Tränen brechen aus vielen Augen. Der ganze breite Markt ist ein Menschenmeer..."
1914: Mobilisierung der französischen Armee.Berlin, 2. August 1914. Wie die Post erfährt, ist gestern Nachmittag die volle Mobilisierung der französischen Streitkräfte angeordnet worden.Vierhundert Kriegsfreiwillige beim Bezirks -kommando in Eisleben haben sich in den letzten Tagen aus dem Mansfelder Seekreise 400 freiwillige Kriegsteilnehmer gemeldet.
3. August
1890: Ein großes Unwetter entfesselte die Böse Sieben und überflutet weite Teile der Eisleber Unterstadt, berichtet das Eisleber Tageblatt.
1913: Aus Leimbach wird ein Un­fall der Elektrischen Kleinbahn gemeldet. Wir lesen: „Am Abend geriet an der Weiche an der Hohenleite ein Anhängewagen in der Richtung von Hettstedt nach Mansfeld auf ein falsches Gleis und kam in Gefahr umzustürzen, wenn er nicht mit seiner oberen Kante an dem Mast eine Stütze gefunden hätte. Die Sache verlief glimpflich, verletzt wurde nie­mand."
Am selben Tag wurde laut Chronik ein zweijähriges Kind von einem Wagen der von Mansfeld nach Leimbach fahrenden Elektrischen Kleinbahn erfasst und gegen den Bordstein geworfen, wobei es schwere Kopfverletzungen erlitt.
1915: Am 3. August 1915 meldete das Eisleber Tageblatt: „Ein Feuer, das größeren Umfang anzunehmen drohte, entstand in der Nacht beim Bergmann Schenk, Rammberg 31. Dem Feuer fiel das Hinterhaus mit Stallungen zum Opfer. Während das Vieh gerettet werden konnte, ver¬brannte der auf dem Boden lagernde Roggen sowie Hausgerät, unter anderem ein Koffer mit wichtigen Papieren. Nur dem Eingreifen unserer Freiwilligen Feuerwehr ist es zu danken, daß der Brand sich nicht auch auf das angrenzende Wohnhaus ausdehnen konnte. Nach mehrstündiger Tätigkeit war das Feuer gelöscht."
1925: Am 3. August 1925 berichtete das Tageblatt vom 4. Mansfelder Bundesschießen aus der Eisleber Neustadt unter anderem: „Wegen der trüben Geldverhältnisse hat sich leider mancher Schütze nicht am Schießen beteiligen können. Auch anläßlich anderer Feste in der Umgebung und wohl auch des Wetters wegen haben diesmal weniger Schützen als im vorigen Jahre vor den Scheiben gestanden." Bei den Wettbewerben waren die Schützen der Altstadt mit 69 Preisen am erfolgreichsten, es folgten die Neustädter mit 42 Preisen, die Nußbreite Eisleben mit 21 und Wansleben mit 20 Preisen.

4. August
1864: Bei Helbra beginnt das Abteufen des Segengottesschachtes l, seit 1951 Otto-Helm-Schacht. „Sein Querschnitt betrug 3 x 4,50 Meter", schreibt Günter Jankowski in „Wichtige Kupferschiefer-Schächte in der Mansfelder Mulde (1987) und fügt hinzu: „Der Schacht ersoff bei einer Tief e von 152 m im Stinkschiefer, einem kalkig-mergligen und bitumösen, stark wasserführenden Gestein, bei Wasserzuflüssen bis 4,3 Kubikmeter in der Minute. Der Schacht mußte 1866 eingestellt werden."
Vier Jahre später wurde Schacht II begonnen, der „Kleine Segengottesschacht", nur fünf Meter südlich des aufgegebenen Schachtes l, wie Jankowski erläutert. Doch auch dieser Versuch scheiterte bald an den Wasserzuflüssen die nicht zu beherrschen waren.

5.August
1908: Aus Helbra wird gemeldet: „Nach dem starken Gewitterre­gen am Nachmittag geriet in der unteren Bismarckstraße der 12-jährige Knabe Schmierek in Gefahr zu ertrinken. Er beabsichtig­te, einen in den Flutgraben gefal­lenen Ball herauszufischen, kam aber zu tief ins Wasser und wurde von dem reißenden Strudel vom Würzbergschen Hausgrundstück bis zum Breitensteinschen Gehöft mitgerissen. Dort konnte er sich an eine Stange, die der Bergmann Zichon ihm hinhielt, festklam­mern, und von diesem wurde er dann herausgezogen."
1931: Stahlhelmaufmarsch in Eisleben anlässlich des bevorstehenden Volksentscheids zur Auflösung des preußischen Landtags. In der Chronik heißt es dazu unter anderem: „Die Veranstaltung begann nach dem Sammeln im Landbundgarten mit einem Fackelzug.Die Halleschestraße war beiderseits von Menschen dicht besetzt, als unter den Klängen des Präsentiermarsches der 2. Bundesführer und Landesführer des Stahlhelms, Oberstleutnant Duesterberg, die lange Front der Ehrenkompanie abschritt. Der Zug marschierte zunächst zum Marktplatz, der ebenfalls von dichten Reihen der zustimmenden Bevölkerung umsäumt war. Nachdem die Stahlhelmer mit ihren brennenden Fackeln Aufstellung genommen hatten, hielt Oberstleutnant Duesterberg eine kurze Ansprache..."
2015: 60 syrische Flüchtlinge sind in Hettstedt eingetroffen und beziehen eine Gemeinschaftsunterkunft.

6. August
1933: Kirchweihe in Thondorf. In der Chronik heißt es dazu: „Nach wochenlanger ernster Arbeit ist unser Gotteshaus im Innern neu hergestellt worden. Vollständig erneuert sind das Gestühl, der Fußboden, die Altarstufen, die elektrische Beleuchtung, der Putz und der Anstrich. Verändert ist der Stil der Kanzel. Im Aussehen macht das Innere der Kirche einen würdigen, wei­hevollen Eindruck. Auch der Kirchhof ist nun vollständig fertig und macht mit seinen gepflegten Grasflächen und zwei Denkmä­lern ebenfalls einen guten Ein­druck. Es ist damit ein Werk voll­endet, das jahrelang die Sehn­sucht vieler Thondorfer war. Seit der letzten großen Instand­setzung der Kirche und des Kirch­hofes unter der Leitung des da­maligen Pfarrers Giebelhausen sind nunmehr rund 100 Jahre ver­gangen. Nun ist nach einer Zeit von mehreren Generationen un­ter Leitung Pfarrer Lohmeyers und seiner Mitarbeiter ein ebenso schönes Werk errichtet worden zur Ehre Gottes und zur Freude der gesamten Gemeinde."

7. August
1863: Vertreter aller Landkreise, die vom geplanten Bau der Halle-Kasseler Eisenbahn berührt werden, treffen sich in Nordhau­sen, um über letzte Finanzie­rungsfragen des Projektes zu be­raten.
Es wird beschlossen, dass von den noch offenen 95 000 Talern, die benötigt werden, 30 Prozent von der Stadt Halle und je 15 Pro­zent von der Stadt Eisleben und der Mansfeldischen Kupferschie­ferbauenden Gewerkschaft auf­zubringen seien. Die restlichen 40 Prozent solle die Stadt Nord­hausen beisteuern, schreibt Paul Lauerwald in seinem Buch „Die Halle-Kasseler Eisenbahn
1914: Der Eisleber Oberbürgermeister Hans Riese macht wenige Tage nach Ausbruch des Weltkrieges bekannt, dass in der Stadt demnächst ein größeres Reservelazarett errichtet werden soll, wofür jedoch noch Mittel fehlen. Es werden Spenden aus der Bevölkerung benötigt. Riese ruft dazu auf, kostenlos Betten und Verpflegung für die Verwundeten bereitzustellen.
Schulrat Robert Mettig macht bekannt, dass Bauern, die Schulkinder für die Ernte oder andere Arbeiten benötigen, sich mit den jeweiligen Schulleitern in Verbindung setzen sollen. Kindern werde im Einverständnis mit den Eltern die Erlaubnis zur Arbeit in der Landwirtschaft gerne erteilt. Am selben Tag ereignet sich ein tödlicher Unfall auf dem Chlotil-deschacht bei Eisleben, seit 1951 Lademannschacht. Der 15 Jahre alte Malerlehrling Kurt Schröder aus Eisleben verunglückt beim Streichen des Fördergerüsts.
2013 Durch ein Unwetter im Landkreis Mansfeld-Südharz setzte Starkregen am 7.8.2013 ganze Straßenzüge in Eisleben unter Wasser.Wegen eines Erdrutsches musste die L160 bei Volkstedt gesperrt werden. Die Bahnstrecke Berga-Kelbra-Sangerhausen war wegen umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt
2015:Die Mansfelder Kupfer und Messing GmbH (MKM) in Hettstedt bietet den Kriegsflüchtlingen aus Syrien, die am Mittwoch in der neuen Unterkunft angekommen sind, umfassende Hilfe an. In einer Pressemitteilung heißt es, dass das Unternehmen „Verantwortung für die Flüchtlinge" übernehmen wird.
Roland Harings, Vorsitzender der MKM-Geschäftsführung, sieht es „als eine humanitäre Verpflichtung" an, den Flüchtlingen „in Deutschland Schutz zu gewähren". In der Mitteilung heißt es weiter, dass MKM den Flüchtlingen Ausbildungsplätze in dem Unternehmen sowie Deutschkurse anbieten möchte. Gleichzeitig fordert MKM „ein Abschiebestopp für Flüchtlinge, die eine Ausbildung aufgenommen haben".Zudem soll den Flüchtlingen ein Busshuttle zum etwa vier Kilometer entfernten Discounter angeboten werden. Diese Vorhaben, so heißt es weiter, werde vom MKM-Betriebsrat ausdrücklich unterstützt.Weil auch die Belegschaft des Unternehmens positiv reagiert habe,sei die Geschäftsführung zuversichtlich, das Hettstedt ein positives Beispiel zur Willkommenskultur werden kann“.

8. August
1913: Ein Feuer in Eisleben, Frei­straße 15, fordert ein Todesopfer. Laut Chronik entstand der Brand nachts um 3 Uhr im Dachstuhl des Hauses, das einst dem Bäcker­meister Lau gehörte. "Als die in der Bodenkammer schlafenden Hausbewohner erwachten, hat­ten die Flammen bereits soweit um sich gegriffen, daß ein älterer Mann und ein Kind nur dadurch das nackte Leben retten konnten, daß sie die Füllung einer ins Sei­tengebäude führenden Tür durch­schlugen und so ins Freie gelang­ten. Der ebenfalls in einer Dach­kammer schlafende privatisieren­de Klempner Mollwitz, der auf den Anruf des flüchtenden Mannes noch gerufen hatte: ,lch komme gleich!', hat leider den rettenden Ausweg nicht mehr gefunden." Das Opfer war 24 Jahre alt.
1914: Der Krieg verändert den Alltag. Am Schienenstrang der Elektrischen Kleinbahn stehen jetzt Militärposten zur Sicherung der Weichen. Als der 16-jährige Radfahrer Wetzstein aus Ahlsdorf einen solchen Kontrollpunkt passieren will, überhört er offenbar den Ruf, anzuhalten, weil im selben Augenblick ein Motorwagen vorbeifährt. Der Posten eröffnet sogleich das Feuer und verletzt den Jungen schwer. Am selben Tag wird auf dem Hettstedter Bahnhof versehentlich der Polleber Pfarrer verhaftet, weil er sich nach Eisenbahnzügen erkundigte und damit Verdacht erregte. Man hatte ihn für einen Spion gehalten.

9. August
1913: Aus Hettstedt wird gemel­det: „Bei der Ausschreibung der Dachdecker- und Klempner-Arbeiten für den Rathausumbau und Erweiterungsbau haben folgende Angebote den Zuschlag erhalten:
1. Erweiterungsbau für die Dach­deckerarbeiten Dachdeckermeis­ter Aug. Sommer mit 1885,86 Mark; (der Zuschlag für die Klempnerarbeiten wurde vorbe­halten);
2. Umbau für die Dachdeckerar­beiten Dachdeckermeister Gus­tav Borger mit 1998,24 Mark, für die Klempnerarbeiten die Klempnermeister Otto Mattstaedt und K. Franke mit 531,96 Mark."
1915:Am 9. August 1915 berichtete das Eisleber Tageblatt aus der Nikolaigemeinde: „Die Gemeinde zählt gegenwärtig nur wenig über 4000 Seelen. Die Seelenzahl der größeren Straßen beträgt aufgerundet: Freistraße 940, Nußbreite 680, Klosterplatz 380, Anstaltstraße 320, Klosterstraße 300, Hahnegasse 200, Helbraerstraße 150, Steinkopfstraße 140, Magdeburgerstraße 130, Nikolaistraße 120. Zum Heeresdienst eingezogen sind weit über 400 Männer. Soviel bekannt geworden ist, sind 27 gefallen. Die Zahl der Gefangenen und gar der Verwundeten oder Vermißten ist auch nicht annähernd anzugeben."

10. August
1913: Radrennen um die Meis­terschaft der beiden Mansfelder Kreise mit Start und Ziel in Helbra. Wahrscheinlich handelt es sich um die erste Meisterschaft der Mansfelder Radsportler über­haupt.
Veranstalter ist der Radfahrerverein Adler Helbra, die Streckenlänge wurde zunächst mit 47 Kilometern angegeben. Sieger ist am Ende Walter Ballin aus Eisleben, der nach 1:09 Stun­den die Ziellinie überquert,
ge­folgt von Hoffmann, Helbra. Die gestoppte Zeit wird später aller­dings angezweifelt, da die deut­sche Bestzeit über 50 km auf Landstraße erst vor kurzem mit 1:24,25 gefahren worden war. Wie sich nach einer Überprüfung herausstellte, stimmte zwar die Zeit, doch die Strecke war tat­sächlich nur 32 km lang, was für den ersten Mansfeld-Meister eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 km/h bedeutete.
1935: Am 10. August 1935 meldete das Eisleber Tageblatt: „Nach vielen Jahren ist eine alte Künstlerfamilie wieder einmal hier eingekehrt: Die Varietee- und Turmseilkünstlertruppe Kolter-Weitzmann. Kolter, ein alter Eisleber und Begründer des Unternehmens, hatte in früherer Zeit oft Vorführungen auf dem Eisleber Markt. Jetzt gibt die bekannte Truppe einige Tage ein Gastspiel auf dem Neustädter Schießplatz, was viele Eisleber interessieren wird."

11. August
28 Teams starten beim Schlauchbootrennen auf dem Bad Anna in Helbra darunter sechs Kindermannschaften.Organisator dieser seit einigen Jahren stattfindenden Veranstaltung ist die Freiwillige Feuerwehr Helbra.
1925: Am 11. August 1925 schrieb das Tageblatt: „Oh diese Hitze! 35 Grad im Schatten! Wohl der heißeste Tag des Jahres gestern!" Für den nächsten Tag lud die Zeitung in das Stadtbad ein. Der Bademeister würde dort Nichtschwimmer ins Becken werfen „und eine Bergungs¬und Tauchergesellschaft holt sie alle wieder herauf, meist sogar lebendig", witzelte das Tageblatt und fuhr fort: „Also für Nichtschwimmer ein Tag des Gaudiums, und für das Publikum noch viel mehr. Das wird eine Sensation für das Bad und für alle, die den Mut haben, dort öffentlich zu bekennen, daß sie nicht schwimmen können."
2015: Nicht nur das Mansfelder Land erfreut sich seit Tagen einer Hitzewelle von täglich über 30 bis 36°C.

12. August
1888: Der Eisleber Männerturn­verein feiert 25jähriges Stiftungs­fest und ist gleichzeitig Gastgeber des 18. Gauturnfestes. Der Chronist spricht vom „größten sportlichen Ereignis des Jahrhunderts" in der Stadt.
Zur Feier des Tages erfolgt die Uraufführung eines eigens für die­sen Tag komponierten Marsches von Musikdirektor Bieling. „Am frühen Nachmittag zogen etwa 500 Turner aus 32 Vereinen mit ihren Fahnen und Spielmanns­zügen durch die Stadt und warben eindrucksvoll für den Sport. Auf der Wiese begannen im Beisein vieler Zuschauer danach die Fest­vorführungen, zunächst mit gut einstudierten Freiübungen in acht Teilen; darauf setzten die Wett­kämpfer ihren in der Frühe begon­nenen Pentathlon (Fünfkampf) fort", schreibt Bodo Nickel in den Mansfelder Heimatblättern 9 der Kreise Eisleben und Hettstedt.
1914:Helbra: Der Andrang von Kriegsfreiwilligen zu den einzelnen Truppenteilen ist offenbar im ganzen Reich ungewöhnlich stark. Aus unserem Orte sind eine große Reihe junger Männer aus den Garnisonen nah und fern, wo sie sich persönlich zum Eintritt meldeten, zurückgekehrt, weil ihnen gesagt wurde, daß im Augenblick keine Aussicht sei, sie einzustellen. Die einschlägigen Behörden werden sicherlich alle Hände voll zu tun haben, doch bleibt es wünschenswert, daß die Bezirkskommandos bekannt geben, wo Kriegsfreiwillige sofort eintreten können, damit unnütze Reisen vermieten werden.

13. August
1501: Mansfelder Erbteilung besiegelt, es entstehen die Grafenlinien Vorderort, Mittelort und Hinterort, benannt nach der Lage der Schlösser auf der Festung Mansfeld, die von einem gemeinsamen Verteidigungswall umgeben sind. Den Vorderort erhalten Albrechts III. Söhne Günther III. (gestorben 1526, verheiratet mit Agnes von Gleichen, die 1536 starb und deren Grabmal sich in der Andreaskirche Eisleben befindet); Ernst II. (1479-1531) und Hoyer IV. (1484-1540). Der Mittelort mit der Herrschaft Seeburg wird dem Grafen Gebhardt zugesprochen.Während der spätere Reformationsgraf und Gründer der Eisleber Neustadt, Albrecht IV., den Hinterort erhält.
1889: Das „Comite für die Errichtung eines Koenig-Denkmals in Eisleben" wendet sich mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit. Es teilt mit, dass der Bildhauer Professor Schaper bereits mit den Vorarbeiten für das Werk begonnen habe, allerdings würde das Geld nicht reichen, wie aus dem Aufruf hervorgeht: „Dem Comite sind bis jetzt aus Buchhändler- und Buchdrucker- sowie deren Maschinenbau-Kreisen des In-und Auslandes M. 12.596,03 incl. der aufgelaufenen Zinsen und abzüglich der Ausgaben zugegangen. Diese Summe ist aber nicht ausreichend, um das vorgesteckte Ziel zu erreichen", so das Komitee, das weitere Spenden erbittet, „damit das Werk, zur Freude Aller, gelingen möge. Von den Auswärtigen nimmt unser Cassierer Emil Steinkopf, Schloßplatz 3, Beiträge, über welche dann öffentlich quittiert wird, entgegen."
1923: Generalstreik angesichts zunehmender Geldentwertung und damit verbundener sozialer Nöte.
Das Eisleber Tageblatt schreibt, dass die Mehrheit der Arbeiter gegen den Streik sei. Wir lesen: „Wie überall, so ist auch im Mansfeldischen die überwiegende Mehrheit der Arbeiterschaft ge­gen den Streik, doch ist es den Kommunisten bisher gelungen auf einer Reihe von Werken die Wiederaufnahme der Arbeit zu hintertreiben beziehungsweise den Streik herbeizuführen.
Heute morgen konnte man beo­bachten, daß größere Trupps kommunistischer Streikposten die Arbeitswilligen hinderten, an ihre Arbeitsstätten zu gehen. Auch die Frauen und Mädchen, die auf den Gütern des Seekreises arbeiten, mußten wieder nach Hause gehen, da die Streikposten ihre Abfahrt unmöglich machten.
1945: Der Oberpräsident der Provinz Sachsen-Anhalt erlässt Verordnung über die Beschlagnahme von sogenannten „Naziwohnungen", die den Vorstand der Mansfeld AG in große Aufregung versetzt. Grund: In der Anlage zu den Durchführungsbestimmungen werden auch die Wehrwirtschaftsführer als „aktive Nazis" genannt, die aus ihren Wohnungen gewiesen werden sollen. Der Mansfeld-Vorstand trat daraufhin am 23. August in Eisleben zu einer Krisensitzung zusammen und kam überein, dass Generaldirektor Rudolf Stahl „schnellstens mit den leitenden Herren des Oberpräsidiums Fühlung nehmen" werde, um sie auf „die zwangsläufigen Auswirkungen ihrer Maßnahmen" hinzuweisen.

14. August
1887: Erste nationale Amateur-Ruderregatta auf dem Salzigen See bei Oberröblingen, das seit 1950 offiziell Rohlingen am See heißt. 13 Vereine gehen mit 40 Booten an den Start. Veranstalter ist der Regattaverein am Salzigen See, dessen rot-weiße Fahne mit den Initialen„R.V. a.S.S." das Pro­gramm der Veranstaltung schmückt. (Druck in der Buchdru­ckerei Julius Steuer, Halle/Saale., Barfüßerstraße 15.)
Aus diesem Programm geht hervor, dass die Regatta an jenem Sonntag am Nachmittag um 3 Uhr beginnen soll. „Während der Regatta", le­sen wir weiter, „Concert, ausge­führt von der Capelle der Königl. Unteroffizier-Schule zu Weissenfels. Preis: 20 Pfennige". Nie zuvor waren so viele Men­schen in Oberröblingen, blickt Friedrich Wöhlbier 1933 in sei­nem Buch „Aus dem Mansfelder Seengebiet" auf das Ereignis zu­rück.
1905: Aus der Gemeinde Ziegelrode wird gemeldet: „Zur Beseitigung der Wasserkalamität ist nunmehr von der Ober-Berg- und Hüttendirektion zu Eisleben die Nachricht an die hiesige Ortsbehörde eingegangen, daß sie bereit sei, aus ihrer Leitung vom Schmidtschachte bei Helbra unentgeltlich 10 Kubikmeter Wasser täglich der Gemeinde Ziegelrode zu liefern. Der Mehrverbrauch über 10 Kubikmeter soll der Gemeinde mit 15 Pf g. pro Kubikmeterberechnetwerden. An die Abzweigung nach Ziegelrode wird zur Kontrolle des Wasserverbrauchs ein Wassermesser eingebaut werden. Die Kosten hierfür, die Anschlußleistung und die notwendigen Druckständer hat die Gemeinde auf ihre Kosten zur Ausführung bringen lassen."
2008 : Dr. Manfred Haferkorn (53) ist von seiner Funktion als Ärztlicher Direktor des Klinikums Mansfelder Land & Pflege GmbH im Zusammenhang mit der Umstrukturierung des Klinikums zurückgetreten.
2008 :Beim Brand eines Mehrfamilienhauses in Hettstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) ist am Mittwochabend ein Mensch ums Leben gekommen. Beim Brand in einem Obdachlosenheim in Halberstadt (Harzkreis) hat die zentrale Brandmeldeanlage in der Nacht zu Donnerstag eine größere Katastrophe verhindert.
2015: Die Gebäudereiniger – Gewerkschaft appelliert an den Zoll, bei seinen Kontrollen im Kreis Mansfeld-Südharz“ nicht nur die Arbeitszeiten nach Papierlage zu prüfen“, sondern auch konkret nachzufassen, wie viele Stunden tatsächlich bezahlt und unbezahlt an Mehrarbeit geleistet werden.

15. August
1908: Von den Adlerkaliwerken zwischen Oberröblingen und Er­deborn wird gemeldet: „Auf den Adlerkaliwerken waren Salzfunde gemacht worden. Aus diesem Grunde wurde der Zimmermann Franz Jakob aus Erdeborn beauf­tragt, Salutschüsse abzugeben. Hierbei platzte die Kanone, so daß Jakob an den Beinen schwer ver­letzt wurde. Er wurde in das Knappschafts -krankenhaus zu Halle überführt."Am selben Tag kommt in Klostermansfeld der 26jährige Otto Pobloth bei der Reparatur einer elek­trischen Dreschmaschine durch Stromschlag ums Leben. „Die Fa­milie des Schmiedemeisters Pobloth wurde in tiefe Trauer ver­setzt", so der Chronist.
2008 : Der Lutherweg in Eisleben nimmt weiter Gestalt an. In der kommenden Woche beginnen die Bauarbeiten am "Schöpfungsgarten" gegenüber Luthers Geburtshaus. Und auch für den seit mehr als einem Jahr brachliegenden "Eisleben-Hof" - den Ausgangspunkt des Lutherwegs direkt am Besucherzentrum - zeichnet sich endlich ein Durchbruch ab.

16. August
1913: Aus Großörner wird berich­tet: „Das Bezirksturnfest des Mansfelder Bezirks, das alle zwei Jahre abgehalten wird, hatte dies­mal der Turnverein in Großörner übernommen... Ein stattlicher Festzug von 16Vereinenundeben soviel Fahnen in Stärke von un­gefähr 500 Turnern bewegte sich am Sonntag unterflotten Marsch­klängen durch die festlich ge­schmückten Straßen des Ortes. Nach diesem wurden von 100 Tur­nern die allgemeinen Freiübun­gen exakt durchgeführt, woran sich das Wetturnen, an dem sich 90 Turner beteiligten, anschloß. Hierbei haben die Klostermansfelder Turner wieder gut abge­schnitten; 21 Einzelpreise und drei Musterriegenpreise waren für dieselben das Resultat." Den Zwölfkampf gewann mit Gus­tav Uhlig allerdings ein Leimba­cher vor Gustav John und Paul Büttrich (beide Helbra). Als bester Klostermansfelder belegte Hein­rich Soßner den 8. Platz.
1915: Am 16. August 1915 schrieb das Eisleber Tageblatt: „Auf dem Graf Hohenthal-Schacht ereignete sich ein tödlicher Unglücksfall, indem der Bergmann Kroschek aus Ahlsdorf von plötzlich niedergehendem Gestein erschlagen wurde. Der Verunglückte hinterläßt Frau und zwei Kinder. Nachdem Kroschek seit Beginn des Krieges im Felde gestanden, alle Gefahren und Strapazen glücklich überwunden hatte, war er von der Mansfelder Gewerkschaft reklamiert worden und starb nun in der Heimat als Opfer seines Berufes."

17. August
1890: Auf Initiative des Kriegervereins wird in Eisleben eine Krieger-Sanitätskolonne gebildet, der sich in Eisleben, Wolferode und Wimmelburg zunächst 38 Mitglieder anschließen. Den Vorstand bilden der Assistenzarzt Dr. med. A. Hesselbach, Eisenbahn-Stationsassistent Grensing, Magistratssekretär Grimm und ab 1893 Kämmereikassen-Rendant Martin.Im Jahre 1903 geht aus dieser Sanitätskolonne nach Differenzen mit der Führung des Kriegervereins die „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz" hervor, aus der nach dem Ersten Weltkrieg mehrere Mitglieder ausscheiden und eine Arbeiter-Samariter-Kolonne bilden. Überdies wird in jener Zeit innerhalb der freiwilligen Feuerwehr ein Sanitätstrupp gebildet, der ebenfalls Rot-Kreuz-Aufgaben wahrnahm. Die Bezeichnung „Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz" bestand bis zum Jahr 1938, seither heißt es Deutsches Rotes Kreuz.
1923: Der Vorstand des Kreis­landbundes Mansfelder Seekreis einschließlich Stadtkreis Eisleben wendet sich an die Öffentlichkeit: „Die Knappheit an Nahrungsmit­teln ist in allen Teilen des Kreises außerordentlich groß.Vater- ländische Pflicht aller Land­wirte ist es, nach ihren Kräften zur Linderung dieser Not beizu­tragen. Dazu ist die Landwirt­schaft im Stande durch die Lie­ferung von Brotkorn, Kartoffeln und Vieh. Wir fordern daher alle unsere Mitglieder auf das Drin­gendste auf, alle entbehrlichen Produkte der Bevölkerung zuzu­führen.Um zu verhindern, daß Vieh nach auswärts verkauft wird, haben wir Händler und Fleischermeister mit Ausweisen versehen, die die Si­cherheit dafür bieten, daß das ver­kaufte Vieh der Bevölkerung der Kreise zu gute kommt... Wir werden uns nicht scheuen, diejenigen Mitglieder, von denen wir erfahren, daß sie irgendwel­che entbehrlichen Lebensmittel - insbesondere schlachtreifes Vieh zurükhalten - diese öffentlich bekannt zu machen.
1931: In Eisleben wird bekannt, dass dem Mansfelder Bergbau „schicksalsschwere Entscheidungen" bevorstehen. In einer Mitteilung zur Lage der Mansfeld AG heißt es: „Trotz aller Selbsthilfemaßnahmen, trotz der im vorigen Jahre bewilligten Reichs - und Staatssubventionen drohen dem Mansfelder Kupferschieferbergbau erneut Gefahren, da der geradezu katastrophale Tiefstand des Kupferpreises eine Fortführung der Kupferbetriebe der Mansfeld AG fast unmöglich erscheinen läßt..." Die Mansfeld-Verwaltung teilt der Belegschaft mit: „Die wirtschaftliche Lage unseres Unternehmens gibt zu schweren Besorgnissen Anlaß. Wir erlösen jetzt für die Tonne Kupfer knapp 700 Mark, womit nur ein völlig unzureichender Teil der Selbstkosten gedeckt werden kann. Infolgedessen habe wir trotz der Reichs- und Staatszuschüsse seit Anfang des Jahres mit wachsendem Verlust gearbeitet. Neue Leihgelder können wir bei den jetzigen Verhältnissen nicht erhalten..."
2008 : Ausbau der Fleckstraße in Wippra Von Helga Koch Kelbra/Wippra/MZ. Die Stadt Kelbra und der Sangerhäuser Ortsteil Wippra gehören zu den 33 Kommunen Sachsen-Anhalts, die in diesem Jahr über das Programm "Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen im ländlichen Bereich" gefördert werden.
2008 : Der Andrang zur 14. Mineralien- und Fossilienbörse im Mansfeld-Museum war groß: 112 Aussteller aus allen Teilen Deutschlands, aus Tschechien, Polen und Russland zeigten Mineralien und Fossilien aus der ganzen Welt wie auch historische Bergwerksausrüstungen.
Für den kleinen Ort Hackpfüffel war es eine Premiere: Die beiden Motorradliebhaber Eckhardt Wolf und Steffen Wiegleb organisierten dort das erste Oldtimer-Motorradtreffen. Es lockte etwa 50 Motorradfahrer und noch weit mehr Zaungäste an.
2015: Pächter der Wolferöder Kleingartenanlage "Rose" holt zum zweiten Mal eine An-2 zu einer Veranstaltung. Neue Auflage ist 2017 geplant.

19.August
1865: Polizeiliche Abnahme der Eisenbahnstrecke Halle - Eisleben. Der Chronist notiert: „Heute Mittag traf auf dem Bahnhof Eisleben wieder Zug ein. Derselbe brachte Behufs polizeilicher Abnahme der Strecke den Königl. Eisenbahn- commissar von Berlin, den Aufsichtsrat der Magdeburg-Leipziger Eisenbahngesellschaft, einen Regierungsbeamten aus Merseburg, den Königl. Landrat sowie den Bauinspektor des Kreises und die betreffenden Baumeister der Bahn. Der Zug hatte bei den häufigen Halten und Langsamfahren, sowie längerem Aufenthalt auf den Stationen beinahe 4 Stunden von Halle bis hier gebraucht und war vom anwesenden Publikum sehnsüchtig erwartet. Der „Cyclop“ brachte den Zug, der aus neuen Waggons aller Klassen der Halle-Casseler Eisenbahn bestand und am Eingange des Bahnhofs mit Guirlanden und Fahnen begrüßt wurde."
1914:Klostermansfeld Das hiesige Lazarett ist,soweit die baulichen Verbesserungen in Frage kommen,fertig - gestellt und harrt nur noch seiner Reinigung. Wie man hört, haben sich in dankbarer Weise zwei hiesige Frauen, deren Verhältnisse ihnen Opfer und Liebesgaben nicht gestattet, bereit erklärt, sich an einer unentgeltlichen Reinigung zu beteiligen.
1931: Der von der „Nationalen Opposition" mit NSDAP und an­deren rechtsgerichteten Organi­sationen geforderte Volksent­scheid zur Auflösung des preußi­schen Landtages bringt nicht die erforderliche Mehrheit. Ein Rechtsruck ist dennoch unver­kennbar. In Eisleben stimmen 58 Prozent der Teilnehmer des Volksentscheids, das sind 9308 Wähler, gegen die Regierung, mehr als anderswo. Das Eisleber Tageblatt spricht von einem „na­tionalen Vormarsch". Der Bund der Front- soldaten „Stahlhelm" hatte für alte, kranke und ge­brechliche Mitglieder und Sym­pathisanten kostenlose Fahrten zu den Wahllokalen organisiert. Aber es gab auch Gegenwehr. Das Reichsbanner der SPD demonstrierte gegen den Volks­entscheid mit einem Fackelzug. Der Direktor der Berufsschule Eisleben, Busse, setzte für alle Schüler eine vorfristige Verfas­sungsfeier an.
19.8. 1934: Eisleben bekennt sich in einer Volksabstimmung mit 15151 Ja - Stimmen von 16074 Wahlberechtigten zum Führer und Reichskanzler A.Hitler
1928: Sportplatz Stedten einge­weiht. In der Chronik heißt es da­zu: „Das Spielplatzgelände liegt am Wege nach Unterröblmgen und erstreckt sich auf einer Flä­che von ca. 12 Morgen. Es wurden auf dem Platz ein Spielfeld von 105x75 Meter, mehrere kleine Spielflächen, 100 Meter-und 400 Meter-Aschenlaufbahn, Plätze für Leichtathletik und 4000 Sitz­plätze für Zuschauer errichtet. Zahlreiche Gäste hatten sich zur Platzweihe eingefunden. Vertre­ter der verschiedenen Behörden waren anwesend. Gemeindevor­steher Boblenz begrüßte die Gäs­te. Regierungspräsident Grütz­ner, der kommissarische Landrat und Schulrat Brenne feierten die Einrichtung als eine Tat der Ge­meinde Stedten."

20.August
1890: Bei Hettstedt-Burgörner wird das Denkmal für die erste deutsche Dampfmaschine eingeweiht. Es steht an der Stelle, an der in den Jahren 1785 bis 1794 die erste deutsche Dampfmaschine in Betrieb war.Während der Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Einweihung der Maschine im August 1885 ließ der Verein Deutscher Ingenieure den Grundstein für das Denkmal legen. Verantwortlich dafür war der Bergingenieur Hammer von der Mansfeldischen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft, der das Denkmal auch einweihte. Der Entwurf für das Denkmal stammt von dem Architekten 0. Stengel aus Halle. Laut Mansfelder Heimatkalender 1936 besteht das Denkmal „aus einem Würfel von grauem Granit, der auf einem starken gemauerten Sockel ruht. Zu dem Male führen zwei Reihen von Stufen heran."Die Stelle, an der 1785 bei Hettstedt die erste deutsche Dampfmaschine den Betrieb aufnahm, glich am 20. August 1890 einem Wallfahrtsort. Die Stadt prangte im Fahnenschmuck, Bergknappen in Paradeuniformen bildeten für etwa 120 Mitglieder des Vereins Deutscher Ingenieure Spalier, die sich vom Bahnhof zum ehemaligen König-Friedrich-Schacht begaben, zur Enthüllung des Maschinendenkmals. Augenzeugen berichten von Tausenden Menschen, die ringsum verharrten. Den Festplatz säumten neben Berg- und Hütten- leuten im Sonntagsstaat auch Bergschüler aus Eisleben. Vor dem 200. Jahrestag der Inbetriebnahme der Dampfmaschine 1985 erfolgte im Mansfeld-Kombinat ein Nachbau im Maßstab 1:1 bis ins Detail. Konstrukteure und Handwerker unter Leitung von Oberingenieur Wilfried Hampe schufen das Funktionsmodell.
1938: Eislebens Chronist hält fest: „Die Straßenbeleuchtung Anno 1938 in Eisleben ist so gut ausgebaut, daß es nur noch we­nige dunkle Flecken gibt. Es bren­nen in unserer Stadt die ganze Nacht über 234 Straßenlaternen, davon 205 mit elektrischem Strom. Damit aber noch nicht ge­nug. Straßenlaternen, die ge­wöhnlich um Mitternacht ausge­hen, gibt es in Eisleben nicht... Die in unserer Stadt vorhandenen 234 Straßenlaternen beleuchten 234 Kilometer Straßen. Es ist also hinreichend dafür ge­sorgt, daß sich kaum ein Einwoh­ner unserer Stadt heute noch eine „eigene Funzel“ mitzunehmen braucht. Unsere Stadt leuchtet allen Bürgern zur Genüge heim, auch wenn es nach Mitternacht nicht ganz so helle ist."

21. August
1913: Aus Hettstedt wird gemel­det: „Sehr zur ungelegenen Zeit und untertraurigen Umständen stellte sich Freund Adebar in ei­nem Haus am Gerbstedter Weg ein. Ein junges Mädchen aus Gerbstedt in Begleitung seines elfjährigen Bruders wollten zu Fuß nach Gerbstedt. Als sie am Haus des Schmiedes B. vorbeikamen, wurde das Mädchen von Übelkeit befallen und erbatvon Frau B. ein Glas Wasser.Das Mädchen suchte dann die Retirade auf, von der es nicht zu­rückkehrte. Frau B. und ihr Mann fanden das Mädchen in einer be­jammernswerten Lage. Es hatte entbunden, und das Kind war in die Abortgrube gefallen. Die Wöchnerin wurde sofort zu Bett gebracht und Arzt und Gen­darm herbeigeholt. Das Kind, ein Knäblein, konnte nur als Leiche geborgen werden..."
2015: „Die Schuhfabrik“ in der Eisleber Klosterstraße feiert heute ihr 70jähriges Jubiläum. Seit 1945 werden in Eisleben Schuhe hergestellt. Begonnen hatte es mit der Produktivgemeinschaft Mansfelder Schwerbeschädigter, 75 Prozent der Beschäftigten waren Kriegsheimkehrer. Damals waren zahlreiche Gewerke vertreten, darunter auch Schuhmacher. Ab 1950 spezialisierte sich die Gemeinschaft auf Schuhe für Kinder und Damen. 1952 wurde die Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) „Progema" gegründet. Die Verstaatlichung zahlreicher Firmen ging 1972 auch nicht an der „Progema" vorbei. Die Mitarbeiter fanden sich im Volkseigenen Betrieb (VEB) Schuhfabrik Eisleben wieder, der ab 1981 zum Kombinat Schuhe Weißenfels gehörte. Zu DDR-Zeiten, so Jörg Schlichting, trug jeder sechste Arbeiter in der Republik Arbeits -schuhe aus Eisleben. Täglich verließen damals 1600 Paare die Firma in Eisleben, die seit 1957 in der Klosterstraße produziert. Nach der Wende wagte Klaus Kirschner den Neustart in die Marktwirtschaft, bis die Firma 2002 Insolvenz anmelden musste. Dank voller Auftragsbücher überlebt die Firma, die Schlichting am 1. Januar 2005 kauft. Heute macht die EWS „Die Schuhfabrik" einen Umsatz von 3,5 Millionen Euro im Jahr, so Schlichting, und exportiert Schuhe in 36 Länder. 15 Prozent der Produktion sind für den Export bestimmt.

22. August
1898:Helbra:Bei dem gestrigen Damenwettschwimmen auf „Bad Anna“ gewann von den jungen Mädchen unter 14 Jahren Margaret Kneise als erste ans Ziel.
1914: Annarode, Der Gefreite Liebau, der bei den Feldjägern steht, teilt aus Lüttich seinen Eltern mit, daß er sich wohl befindet. Er habe einen Schuß durch den Tschako erhalten, manche Kameraden decke schon die Erde. Er könne zum ersten Mal schreiben. Später folge Tagebuchabschrift. Der Gefreite bittet, dann um ausführliche Nachrichten vom Kriegs-schauplatz, da er wenig erfahre und schließt damit, daß unsere Truppen überall Sieger gewesen sind.
1923: In Gerbstedt und Umge­bung wird bekannt gemacht: „Die Gerbstedter Ton- und Ziegelwerke GmbH in Gerbstedt beabsichti­gen den vor längerer Zeit einge­stellten Lauteschen Ziegeleibe­trieb in Kolonie Gerbstedt Gypshütte2 (Plan 1350 hiesiger Flur) wieder aufzunehmen. Gemäß § 17der Reichs-Gewerbe- Ordnung bringen wir dieses Vorhaben hiermit öffentlich zur Kenntnis. Etwaige Einwendungen gegen die Inbetriebnahme, wel­che nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhen, sind binnen einer Ausschlußfristvon 14Tagen schriftlich bei uns einzubringen. Nach Ablauf dieser Frist sind Ein­wendungen zwecklos..."
1925: Die Technische Nothilfe Eisleben eilt nach Gerbstedt, um bei den Aufräumungsarbeiten nach einer Unwetterkatastrophe zu helfen. Insgesamt sind es 27 Männer, davon 24 Bergschüler. „Die Arbeiten bestanden in der Räumung von verschlammten Kellern, Abdecken bedrohter Häuser, Herrichten von Knüppeldämmen auf den Straßen, sowie Auspumpen der Keller", hieß.Tags darauf wurden nochmals 33 Mann nach Gerbstedt gesandt: 23 Bergschüler, vier Gymnasiasten und sechs Seminaristen. Nachdem die Mansfeld AG 300 Bergleute nach Gerbstedt geschickt hatte, wurde die Eisleber Helfer wieder auf Lastwagen nach Hause gebracht.
1931: Am 22. August 1931 schrieb das Eisleber Tageblatt, dass in der Stadt ein neues Obdachlosenasyl geplant sei. „Der Magistrat beabsichtigt, die Schlackenmühle, Gerbstedter Straße 14, die demnächst pachtfrei wird, zum Obdachlosen-Asyl herzurichten", so die Zeitung. Am selben Tag meldete das Tageblatt: „Drei heftige Erdstöße wurden gestern abend in fast allen Teilen der Stadt wahrgenommen. Der heftigste erfolgte kurz vor 10 Uhr, zwei weitere, etwas schwächere Erschütterungen, wenige Minuten vor und nach Mitternacht." Schäden an den Gebäuden gab es aber offenbar keine.

23. August
1785: Inbetriebnahme der ersten deutschen Dampfmaschine nach Watt`schem Prinzip auf dem König-Friedrich Schacht im Burgörner Revier bei Hettstedt.
1913: Der Turm der Stadtkirche Sankt Georg in Mansfeld ist eine Baustelle. Der Chronist notiert: „Der Kirchturm ist jetzt bis auf die Umfassungsmauern niederge­rissen worden. Damit die Glocken nicht ganz freiliegen, wird vorläu­fig ein provisorisches Dach da­rüber gelegt werden. Der Weiterbau erfolgt erst später." Am selben Tag macht sich in Burgörner der Maurer Wilhelm Kießig als Lebensretter verdient. Er zieht einen dreijährigen Jungen aus der Wipper, der an einer tiefen Stelle beim Spielen ins Wasser gefallen war.

24. August
1915: Am 24. August 1915 meldete das Eisleber Tageblatt aus Wimmelburg: „Die Felddiebstähle nehmen Überhand. Fast nie ist es gelungen, der Täter habhaft zu werden. Besonders arg haben es in den Nächten zum Sonnabend und Sonntag Diebe auf dem Acker des Nachtwächters E. getrieben. Fast alle Frühkartoffeln fielen ihnen zur Beute. Herr Amtsrath Mathe ließ einen Polizeihund herbeiholen, und diesem gelang es eine Spur zu finden. Bei mehreren Frauen im Orte wurden die gestohlenen Kartoffeln entdeckt. Diese hatten sie von einer Frau, die auf dem Amte wohnt, zu einem hohen Preis erstanden.
1918: Eislebens Bürgermeister und langjähriger Kämmerer Al­fred Georgi gestorben. Der 64-Jährige war zuletzt Bahnhofskommandant in Burg, wo er seit vier Jahren Militärdienst leistete. „Mehr als die Hälfte seines Le­bens hat er im Dienst der Stadt Eisleben als Beigeordneter und Stadtrat und zuletzt als Bürger­meister gestanden", heißt es in einem Nachruf der Stadtverord­netenversammlung und des Ma­gistrats, der das Wirken des Ver­storbenen würdigt. Die Beiset­zung erfolgte 28. August in Eis­leben. Georgis Nachfolge tritt Hans Riese an.Am selben Tag entlädt sich über Rothenschirmbach ein Gewitter, wobei durch Blitzschlag eine Scheune in Brand gesetzt wird.
Umzug der Kriegervereine
1924: Das Eisleber Tageblatt kommentierte nach einem Umzug der sogenannten vaterländischen Verbände in der Lutherstadt: „Wenn sich auch Neupreußens Polizeiminister energisch anstrengt, die vaterländischen Verbände abzuwürgen und den ganzen sozialdemokratischen Zauber in schwarz-rot-goldener Aufmachung auf sie los läßt, Herr Severing und Herr Hörsing dämmen die nationale Flut nicht mehr ein, sie führen ihr nur neue, junge Kräfte zu.“
2015:Die Levana-Schule in Eisleben - Förderschule für Geistigbehinderte - bekommt eine neue Schulleiterin. Katy Zöllner übernimmt das Amt von Elvira Gorisch, die sich bereits im Ruhestand befindet. Frau Zöllner erhält am heutigen Montag ihre Ernennungsurkunde aus den Händen von Silke Peter, schulfachliche Referentin des Landesschulamtes. Die neue Schulleiterin ist seit 1997 im Schuldienst tätig, so eine Mitteilung des Kultusministeriums.
Die Levana-Schule ist Bestandteil des regionalen Förderzentrums Mansfeld-Südharz. Sie befindet sich in der Querfurter Straße. Die Kinder und Jugendlichen lernen hier von der Unter- bis zur Berufsschulstufe. Neben sonderpädagogisch ausgebildeten Lehrern sind pädagogische Mitarbeiter, zum Teil mit therapeutischen Aufgaben, sowie Betreuer an der Schule tätig.

25.August
1914: Am 25. August 1914 schrieb Eisleber Tageblatt nach der Sitzung der Stadtverordneten unter anderem: „Auf Anfrage des Oberbürgermeisters Dr. Riese bestätigte die Versammlung einstimmig ihr Einverständnis mit dem Ausfall des Wiesen- marktes." Weiter heißt es in dem Bericht: „Eine Anfrage der Tischler-, Glaser und Drechslerinnung, weshalb die Arbeiten für die zu errichtenden Lazarett-Baracken zwei Großunternehmen übertragen seien, während kleine Handwerks- betriebe teils wenig, teils gar nichts zu tun hätten, verlas der Stadtverordnetenvorsteher Thewes. Er erklärte, daß die Stadt in dieser Sache unzuständig sei..."
1916: Am 25. August 1916 meldete das Eisleber Tageblatt aus Helb-ra: „Das seltene Schauspiel, einen ,Zeppelin' in majestätischem Fluge hier vorüberziehen zu sehen, bot sich gestern Mittag unseren Augen. Das Erscheinen des Luftriesen rief alles auf die Straße. Für unsere Jugend war es eine ganz besondere Freude, den Zeppelin, der in nur geringer Höhe flog, ansehen zu können; die Abzeichen des Eisernen Kreuzes, die Gondeln, Propeller und am hinteren Ende die Flagge waren mit bloßem Auge gut zu erkennen. Mit Fahrtrichtung der Bahn Erfurt-Berlin verschwand das Luftschiff bald den Blicken."
2014 Die "Wipperliese" soll nach dem Willen der NASA und Landesregierung Sachsen-Anhalt stillgelegt werden. Mehr erfahren.

26. August
1889: Der Eisleber Magistrat macht bekannt, dass die Stadtbehörden beschlossen hätten, fortan alljährlich am 2. September „ein Erinnerungs-Dankfest an die glorreichen Erfolge 1870/71 und die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches durch Beiwohnung eines festlichen Gottesdienstes und Anordnung einer entsprechenden Schulfeier zu begehen." Der Gottes -dienst soll nach Mitteilung „des Königlichen Herrn Superintendenten" am Montag, 2. September, 10 Uhr, in der Andreas -kirche abgehalten werden. „Indem wir dies zur Kenntnis geben", so der Magistrat, „bemerken wir noch, daß das Rathaus durch Flaggen festlich geschmückt sein wird und es erwünscht ist, wenn ein Gleiches bei den Privatgebäuden stattfände."
1923: 38. Stiftungsfest des Turnerbundes Eisleben, das mit dem ,14. Bezirksturnfest verbunden wurde. „Die sorgfältig vorbereiteten Veranstaltungen verliefen in jeder Hinsicht tadellos", befand der Chronist und fügte hinzu: „Nach dem Festzuge schlossen sich im Garten der Terrasse turnerische Sondervorführungen an."Den Neunkampf der l. Gruppe gewann Hugo Hoffmann vor Fritz Hoff mann, beide Turnerbund Eisleben, den Neunkampf der II. Gruppe konnte Richter (ebenfalls Turnerbund Eisleben) für sich entscheiden. Den Fünfkampf der Jugendturner, Jahrgänge 1906 und 1907, gewann Rennert (Schraplau).

27. August
1915: Eislebens Stadtverordnetenversammlung befasst sich mit der zunehmenden Lebensmittelteuerung und ihrer möglichen Bekämpfung. Oberbürgermeister Riese sagte, dass alle bislang vom Magistrat getroffenen Maßnahmen nurwenig oder gar nichts gebracht hätten. Allerdings seien die Eisleber Preise im Vergleich zu anderen Städten stets sehr hoch. Als Grund dafür vermutet Riese die Nähe der Großstadt Halle, was eine Bekämpfung der Teuerung nahezu unmöglich mache. Auffallend sei allerdings das große Preisgefälle in Eisleben. Bei Kalbfleisch habe man Unterschiede von fast 100 Prozent festgestellt. An einer Stelle kostete das Pfund 2 Mark, während an anderer am selben Tag das Pfund für 1,10 Mark zu haben war. Der Magistrat wolle weiterhin nichts unversucht lassen, die Teuerung zu bremsen.
1923: Die Arbeitsgemeinschaft Vaterländischer Verbände Helbra wendet sich an die Öffentlichkeit, weil ihr Vorhaben, den „im Welt­kriege gefallenen Kriegern unse­res Ortes ein würdiges Zeichen der Trauer und der Ehrung zu er­richten" ins Stocken geraten ist.Der Denkmalausschuss habe An­träge an die politische und die kirchliche Gemeinde gestellt, um einen Platz für das Denkmal am alten Friedhof zu erhalten. „Das Eigentumsrecht des Fried­hofes besitzt die Kirchengemein­de, das Recht der Grasnutzung die politische.Jetzt stellt sich die Majorität der Gemeindevertretung mit Herrn Scholz und Herrn Schwarz an der Spitze auf den Standpunkt, dass das Denkmal nicht errichtet wer­den kann, weil der Gemeinde das Gras verloren ginge", so die Ar­beitsgemeinschaft, die nun auf breite Unterstützung aus der Be­völkerung hofft. „Jeder einsich­tige Bürger trete für unsere Idee ein."
1924: Aus Leimbach wird der gewaltsame Tod eines Flurhüters gemeldet. In der Chronik heißt es dazu: „Die Leiche des auf Amt Letmbach angestellten 32 Jahre alten Flurhüters... wies drei Schüsse auf, einen Herz-, Kopf-und Halsschuß. Die vorläufige Untersuchung ergab, daß dem B. zunächst der Brustschuß, der anscheinend tödlich wirkte, aus nächster Nähe beigebracht wurde. Dann erst erhielt der Tote die beiden anderen Schüsse. Bei dem Schläfenschuß ist dem B. die Waffe direkt an den Kopf gehalten worden, da die Einschußstelle von Pulverruß umgeben ist.
Es liegt hier die Möglichkeit vor, daß man einen Selbstmord vortäuschen wollte. Ein Kampf scheint der ruchlosen Tat nicht vorausgegangen zu sein, da der Tote das Gewehr noch umgehängt hatte."
2015: Abwasserentsorgung: Auch in Eisleben,Helbra und Benndorf sollen Hausbesitzer nun für Anschlüsse vor 1991 bezahlen.Der Abwasserverband"Eisleben-Süßer See" verschickt demnächst die Bescheide an die Grundstücksbesitzer.

28. August
1900: Die Mansfeldische Kupferschiefer bauende Gewerkschaft beginnt mit dem Bau der Eisenbahnverbindung zwischen dem Bahnhof Eisleben, den Ottoschächten und der Krughütte. Das Vorhaben erfordert an der Stadtgrenze, kurz vor Wimmelburg, einen Brückenbau über das Tal der Bösen Sieben, der sich aufgrund des ungünstigen Baugrundes als schwierig erweist. In den folgenden Jahren müssen die Brückenpfeiler immmer wieder stabilisiert werden, weshalb der Volksmund bald von der„Millionenbrücke" spricht.Trotzdem gab es zu dem Bahnbau keine Alternative, weil ohne Eisenbahn die für den Hüttenbetrieb erforderlichen Transporte nicht mehr zu bewältigen waren.
1938: 75.Stiftungsfest des Män­nerturnvereins Eisleben. In der Chronik heißt es dazu, dass das Jubiläum zwei Tage gefeiert wur­de, Sonnabend und Sonntag. „Die Veranstaltungen standen im Zei­chen echter Turnerkamerad­schaft, wie es in alter Tradition bei dem Jubelverein immer gepflegt wurde." Nach einer Feierstunde auf dem Markt mit Oberbürgermeister Ernst Heinrich und einem Umzug zur Gaststätte „Terrasse" fanden fort Freiübungen aller Turner statt, „an denen sich alle Mitglie­der beteiligten, sogar der 86jährige Vater Kölbel", wie es in der Chronik heißt.Weiter lesen wir: „Nach einer sehr gut vorgeführten Körperschule der Turnerinnen warteten die Männer mit einem Schauturnen auf, das in mehreren Riegen Übungen an Reck, Pferd, Barren, Bock und auf dem Boden brachte..."

29. August
1898:Helbra:Die Einquartierung mit welcher ein 1, und 2. September unser Ort belegt wird, besteht aus 200 Mann des 27. Infanterieregiment. Dieselben werden auf dem Voigtsplan, Bohnestraße, Fleischerstr,, Oberdorf und Unterdorf einquartiert werden.
1900: Aus Helbra wird gemeldet: Jetzt geht das Elektrizitätswerk der Elektrischen Kleinbahn daran, in unserem Orte die nötigen Transformatorstationen zu bauen, von denen aus die Interessenten mit Kraft und Licht versorgt werden sollen. Eins dieser Häuschen kommt auf den Denkmalsplatz in der Nähe der Apotheke, und das andere auf den Oberkirchberg zu stehen. Anschlüsse an die auf dem Amt Helbra, im Wohlhauptschen und Bäckermeister Naumannschen Gehöft stehenden Transformatoren sind etwa ein Dutzend bereits ausgeführt, die anderen, noch einige dreißig, werden nun auch bald fertiggestellt sein, so daß im nächsten Monat alle Konsumenten ihre Räume beleuchten lassen können.
In Klostermansfeld sind alle Interessenten bereits angeschlossen."
1938: Das Eisleber Tageblatt meldet, dass bis zum 1. September sämtliche Goldmünzen zu 10 und 20 Mark aus Privatbesitz abgeliefert werden müssen. „Der Ablieferungspflicht unterliegen auch die österreichischen Dukaten und die Goldmünzen zu 4 und 8 österreichische Gulden und in beiden Fällen grundsätzlich auch diejenigen Münzen der erwähnten Arten, die zu einer Münzensammlung gehören.In diesem Falle entscheidet die Reichsbank darüber, ob die betreffende Sammlung einen kulturhistorischen Wert besitzt und ob gegebenenfalls die Stücke beim Eigentümer belassen bleiben. Die Entgegennahme der noch abzuliefernden Münzen erfolgt durch die Reichsbank, sowie alle Kreditinstitute, die die Eigenschaft einer Devisenbank haben."

30. August
1919: Auf dem Eisleber Wiesengelände beginnt das erste Bezirksturnfest des Arbeiterturnerbundes. Zum Bezirk gehören 60 Vereine mit etwa 3500 Mitgliedern. Ausrichter der zweitägigen Veranstaltung sind die Vereine „Fichte" und „Friedrich Ludwig Jahn" Eisleben. Etwa 700 Turnerinnen und Turner hatten für die Einzelwettkämpfe gemeldet. Eingeleitet wurde das Fest mit einem Umzug von der Lindenstraße hier durch alle Hauptstraßen zurück zur Wiese. Abendliche Tanzveranstaltungen im Wiesen¬haus, derTerrasse, im Bürgergarten und im Restaurant „Hohenzollern" waren laut Chronik die abschließenden Höhepunkte des ersten Mansfeldischen Arbeiterturnfestes, „das bewies, mit welchem Eifer die edle Turnerei in der handarbeitenden Bevölkerung betrieben wird".
1928: Der Kreistag des Mansfelder Seekreises befasst sich in Eis­leben mit der Frage, wer die Nach­folge von Landrat Fitzner antreten ­soll, der nach zwei Jahren Amts­zeit nach Frankfurt/Oder versetzt und zum Regierungsdirektor er­nannt worden war. Laut Chronik entschieden sich „die rechte Sei­te des Hauses, Mitte und SPD gemeinsam, wenn auch aus ver­schiedenen Gründen für Verzicht auf das Vorschlagsrecht und Ver­antwortung, während die Kom­munisten ihren Landtagsabge­ordneten Max Lademann an der Spitze des Kreises sehen woll­ten." Angenommen wurde ein An­trag des Kreisaus- schussmitgliedes Wendenburg, auf das Vor­schlagsrecht zu verzichten und die Wiederbesetzung dem preu­ßischen Staats- ministerium zu überlassen.An diesem Tag tritt zum ersten Mal der kommissarische Landrat Wilhelm Koch (SPD) vor den Kreistag, der auf Beschluss des Staats­ministeriums mit Wirkung vom 1. Mai mit der landrätlichen Ver­waltung beauftragt worden war.

31. August
1843: Oberbaurat von Quast be­sucht im Auftrag des Ministers Luthers Taufkirche in Eisleben, um für die Erhaltung kirchlicher Altertümer zu wirken. In der Kir­che war zuvor der mittelalterliche Schnitzaltar durch ein Gemälde ersetzt worden, ein Geschenk des preußischen Königs.Quast ordnet an, den wertvollen Schnitzaltar wieder auf seinen Platz zu stellen und das Bild, das er für „eine elende Kopie" erklär­te, an einer weniger exponierten Stelle zu platzieren. Pastor Pran­ge ist entsetzt, der Landrat des Mansfelder Seekreises, Kerßenbrock, stärkt ihm den Rücken, der Forderung nicht Folge zu leisten und schrieb nach Berlin, dass Herr von Quast sich erst legitimie­ren müsste, ob er zur Erteilung „so unsinniger Befehle" über­haupt befugt sei.Minister Eichhorn versucht zu ver­mitteln, er schlägt Mittelweg ein und verfügt: das Altarbild solle bleiben, allerdings mit einem we­niger großen Rahmen.
1920: Erstes Bezirksturnfest des Arbeiterturnerbundes in Eisleben. Gastgeber, sind die Eisleber Arbeiterturnvereine „Fichte" und „Friedrich Ludwigjahn". Der Bezirk zählte zu dieser Zeit im Raum Eisleben-Hettstedt 60 Vereine mit etwa 3500 Mitgliedern. 200 Aktive nahmen an den Einzelwettbewerben teil,30 Mannschaften ermittelten ihre Besten und 50 Musterriegen zeigten Vorführungen.Bald darauf schlossen sich die beiden Eisleber Sportvereine zusammen, ebenso der Arbeiterschwimmverein.Es entstand die Arbeitersportvereinigung „Friedrich Ludwigjahn", deren Sporthalle in der Zeisingstraße am 12. Februar 1933, dem „Blutsonntag", bei einem Überfall der Nazis traurige Berühmtheit erlangte.
1926: Stillegung der Eckardthütte Mansfeld, die dort fast 70 Jahre in Betrieb war. Der Bau der Hütte im Jahr 1857 stand im Zusammenhang mit dem Teufen des Freiesleben-Schachtes und der Aus¬sicht auf eine längerfristige Erzförderung. Ihren Namen verdankt die Rohhütte dem Oberbergrat Friedrich Ludwig Karl Eckardt, der 1855 erster Oberberg- und Hüttendirektor der Mansfeldschen Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft war und das Unternehmen bis 1861 führte. Neben der Schmelzhütte entstanden nach 1870 noch die Eckardt-Rösthütte sowie 1881 die Eckardt-Röst-und Spurhütte. Die Tage der Eckardthütte waren gezählt, als bei Großörner die Bessemerei errichtet wurde, die rentabler arbeitete.
2015: Unbekannte bewerfen am Samstag, den 29.8.2015 Flüchtlingsunterkunft in Helbra mit Steinen und Flaschen. Der Staatsschutz ermittelt. Die 15 Flüchtlinge darunter 3 Kinder, stammen aus Syrien.Das älteste Kind ist 11 Jahre alt.